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Medikamente, die das Herz-Kreislauf-System beeinflussen

Kommentar zum Thema „Puls und Blutdruck messen“ des Fachs „Pflegetechnik“

Erstellt am: 11.06.2025
Aktualisiert am: 15.08.2026

Wenn aus der Pflegedokumentation hervorgeht, dass eine PatientIn Medikamente einnimmt, die auf das Herz-Kreislauf-System wirken, muss die Pflegeassistenz regelmäßig den Blutdruck kontrollieren. Um diesem Anspruch an professionellem Arbeiten nachzukommen, muss sie auch die wichtigsten Medikamente kennen, die auf das Herz-Kreislauf-System wirken.

  1. Betablocker
  2. ACE-Hemmer
  3. Calciumkanalblocker / Calciumantagonisten
  4. Diuretika
  5. Herzglykoside
  6. Nitrate
  7. Antiarrhythmika
  8. Sartane
  9. Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)
  10. Abschwellende Nasentropfen / Nasensprays
  11. Hormonelle Verhütungsmittel / die „Pille“
  12. Kortison / Glukokortikoide

Betablocker

z. B. Metoprolol (z.B. Beloc-Zok, Seloken), Bisoprolol (z.B. Concor), Carvedilol (z.B. Dilatrend)
👉 senken die Herzfrequenz und den Blutdruck

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle von Puls und Blutdruck
• Bei Bradykardie oder Hypotonie Rücksprache mit dem Arzt
• Beobachtung auf Schwindel, Müdigkeit oder Zeichen einer Herzinsuffizienz

ACE-Hemmer

z. B. Ramipril (z.B. Delix), Enalapril (z.B. Renitec), Lisinopril (z.B. Acerbon)
👉 erweitern die Blutgefäße, senken den Blutdruck und entlasten das Herz

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Kalium- und Nierenwerte laut ärztlicher Anordnung kontrollieren (Hyperkaliämie-Gefahr)
• Beobachtung auf trockenen Reizhusten oder Schwindel

Calciumkanalblocker / Calciumantagonisten

z. B. Verapamil (z. B. Isoptin), Diltiazem
👉 entspannen die glatte Muskulatur der Gefäße, senken die Herzfrequenz und verbessern die Durchblutung

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck und Herzfrequenz
• Beobachtung auf periphere Ödeme, Kopfschmerzen oder Gesichtsrötung

Diuretika

z. B. Furosemid (z.B. Lasix), Hydrochlorothiazid (z.B. HCT G.L., Esidrex), Torasemid (z.B. Torem)
👉 fördern die Ausscheidung von Natrium und Wasser über die Nieren, senken dadurch den Blutdruck und entlasten das Herz

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Tägliche Gewichtskontrolle (zur Beobachtung der Flüssigkeitsausscheidung)
• Kontrolle von Elektrolyten, insbesondere Kalium und Natrium
• Überwachung auf Dehydratation, Blutdruckabfall und Muskelkrämpfe

Herzglykoside

z. B. Digoxin (z.B. Lanitop), Digitoxin (z.B. Digimerck)
👉 steigern die Kontraktionskraft des Herzens und verlangsamen die Herzfrequenz

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Puls regelmäßig messen, besonders auf Bradykardien achten
• Beobachtung auf Symptome einer Intoxikation (Übelkeit, Sehstörungen, Verwirrtheit)
• Kontrolle von Kaliumwerten, da Hypokaliämie die Wirkung verstärken kann

Arbeitsauftrag 1: Steigen Sie in die Medikamente Info Austria vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) ein und suchen sie nach den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen und von Digitoxin.

Nitrate

Wirkstoffe z. B. Isosorbiddinitrat (z.B. Isoket, Isomack), Glyceroltrinitrat (Nitroglycerin, z.B. Nitrolingual), Isosorbidmononitrat (z.B. Isomonat, Oxisorbid, IS 5 mono)
👉 erweitern die Venen und zusätzlich die Koronargefäße, verbessern die Sauerstoffversorgung des Herzens

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Auf orthostatische Hypotonie achten (Ohnmacht)
• Kontrolle auf Kopfschmerzen, Flush oder Schwindel
• Notwendigkeit der Therapiepausen beachten

Antiarrhythmika

Wirkstoffe z. B. Amiodaron (z.B. Cordarone, Amiodaron), Flecainid (z.B. Tambocor, Flecagamma), Propafenon (z.B. Rytmonorm)
👉 regulieren den Herzrhythmus bei Arrhythmien

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Puls regelmäßig kontrollieren
• Auf Nebenwirkungen wie Herzstolpern und Schwindel achten
• Elektrolytwerte regelmäßig prüfen
Vorsicht! Bei vorhandener Niereninsuffizienz Risiko für Hyperkaliämie / Hypermagnesiämie. Daher keine eigenständigen Ernährungsumstellungen!

Sartane

z. B. Candesartan (z.B. Atacand), Valsartan (z.B. Diovan), Losartan
👉 erweitern indirekt die Blutgefäße und senken den Blutdruck

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Sturzprophylaxe – Schwindel und Blutdruckabfall möglich
• Flüssigkeitsbilanz – besonders bei Erbrechen, Diarrhö oder zusätzlich Diuretika
• Kaliumwerte beachten – Gefahr einer Hyperkaliämie (regelmäßige angeordnete Blutkontrollen ermöglichen/einhalten)
• Nierenwerte beachten – regelmäßige angeordnete Blutkontrollen ermöglichen/einhalten

Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR)

z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen
👉 können den Blutdruck erhöhen und den Flüssigkeitshaushalt sowie die Nierenfunktion beeinflussen

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Auf Ödeme und Gewichtszunahme achten
• Nierenwerte laut ärztlicher Anordnung kontrollieren
• Besonders bei bestehender Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankung aufmerksam beobachten
• Auf Zeichen von Magen-Darm-Blutungen und allergische Reaktionen (z. B. Jucken, Hautausschlag) achten

Abschwellende Nasentropfen / Nasensprays

z. B. Xylometazolin, Oxymetazolin
👉 bewirken eine Gefäßverengung (Vasokonstriktion) der Nasenschleimhaut und können den Blutdruck erhöhen

Pflegemaßnahmen:
• Bei Hypertonie und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen besondere Vorsicht
• Blutdruck und Puls bei gefährdeten Personen beobachten
• Auf Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen oder Schwindel achten
• Nur über den empfohlenen kurzen Zeitraum anwenden
• Dosierung und Anwendungsvorgaben beachten

Hormonelle Verhütungsmittel – „Pille“

z. B. kombinierte Präparate mit Östrogen und Gestagen
👉 können den Blutdruck leicht erhöhen und das Risiko für Thrombosen bzw. Thromboembolien erhöhen

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Blutdruckkontrollen
• Auf mögliche Zeichen einer Thrombose achten, z. B. einseitige Beinschwellung, Schmerzen oder Überwärmung
• Individuelle Risikofaktoren wie Hypertonie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rauchen beachten

Kortison / Glukokortikoide

z. B. Prednisolon, Methylprednisolon, Dexamethason
👉 können bei systemischer Anwendung Natrium und Wasser im Körper zurückhalten und dadurch den Blutdruck erhöhen

Pflegemaßnahmen:
• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks
• Auf Ödeme und Gewichtszunahme achten
• Flüssigkeitsbilanz nach Anordnung
• Elektrolytwerte, insbesondere Kalium – regelmäßige angeordnete Blutkontrollen ermöglichen/einhalten

Die Pflegmaßnahme, die bei allen Medikamenten, die auf das Herz-Kreislauf-System wirken, durchgeführt werden muss ist die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks. Alle genannten Medikamente sind blutdruckwirksam.


Beitragsbild: pixabay.com, @Pexels