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Kompetenz der Pflegeassistenz: Beobachten des Ernährungszustandes

Aufbereiteter Lehrinhalt, Unterrichtsfach: Grundzüge und Prinzipien der Akut- und Langzeitpflege inklusive Pflegetechnik (GKPF)


10.05.2026

Das muss die Pflegeassistenz über den Ernährungszustand wissen:
➤ Dehydrationsprophylaxe umfassend beschreiben können
➤ Führen einer Flüssigkeitsbilanz
➤ Möglichkeiten zum Anregen des Appetits
➤ Abweichungen vom normalen Ernährungszustand beschreiben
➤ Gründe für eine Gewichtskontrolle angeben
➤ Waagenmodelle und Durchführung der Gewichtskontrolle benennen
➤ Auskunft über die Pflege bei Erbrechen geben
➤ Künstliche enterale von parenteraler Ernährung abgrenzen
➤ Unterschied zwischen nasogastraler/nasoduodenaler Sonde und PEG-Sonde erklären
➤ Genaue Durchführung von Einzelgabe, halbkontinuierlicher und kontinuierlicher Gabe der Sondenkost beschreiben

Dehydration und Exsikkose: Die Unterschiede

Dehydration Definition:
Flüssigkeitsmangel. Der Wasseranteil im Gewebe, Blut und den Zellen ist vermindert. Erhöhtes Risiko im Alter.

Ursachen einer Dehydration:
• zu geringe Flüssigkeitszufuhr (z.B.: eingeschränktes Durstempfinden, vergisst zu trinken, Fieber, Erbrechen, Durchfall, starkes Schwitzen)
• Dysphagie
• Angst vorm Trinken (oft aufgrund von Inkontinenz)
• Bettlägerigkeit
• Diuretika
• Laxanzien
• veränderte Nierenfunktion und dadurch erhöhte Ausscheidung

Symptome einer Dehydration:
• Durst
• Hypotonie, klassisch: orthostatische Hypotonie mit Blutdruckabfall beim Aufstehen
• Tachykardie (kann bis über 100 Schläge pro Minute sein)
• Temperaturanstieg (Durstfieber, typisch im subfebrilen Bereich)
• Schwäche/Schwindel
• trockene Haut und Schleimhäute (trockener Mund, eingerissene Lippen, trockene Zunge)
• herabgesetzter Hautturgor
• eingefallene Augen
• Obstipation
• Oligurie
• Elektrolytentgleisung mit Krampfanfällen
• konzentrierter Harn

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Wie hoch liegt die Temperatur maximal, wenn sie im subfebrilen Bereich liegt? 💡🧩 🪢

Exsikkose Definition:
„Austrocknung“. Ist die Folge einer unbehandelten oder übersehenen Dehydration. Akuter Notfall!

Betrifft oft ältere oder pflegebedürftige Menschen, die zu wenig trinken oder aufgrund von Krankheiten vermehrt Flüssigkeit verlieren. Erhöhtes Risiko bei Menschen mit Demenz, Fieber, akute Magen-Darm-Infekte oder Diabetes mellitus. In der Sterbephase kommt es oft zur Exsikkose.

Unterschied zwischen Dehydration und Exsikkose:
Der Unterschied zwischen Dehydration und Exsikkose liegt im Schweregrad.

Exsikkose Symptome:
Die Symtpome einer Exsikkose sind die übersehenen Symptome einer Dehydration. Der eindeutigste Unterschied zwischen Dehydration und Exsikkose sind neurokognitive Symptome. Die Patienten sind oft unkooperativ oder aggressiv. Der Durst steht in dieser Phase nicht mehr im Vordergrund.

Exsikkose Symptome = Symptome der Dehydration + Neurokognitive Symptome:
• Delir, Verwirrtheit, Desorientierung
• Bewusstseinsstörungen bis hin zur Somnolenz oder Bewusstlosigkeit

⚠️🚑 ERSTE HILFE MAßNAHME NOTWENDIG! ⚠️🚑 Therapie bei Exsikkose:
Wiederherstellung einer physiologischen Flüssigkeitsbilanz durch:
• orale Flüssigkeitszufuhr (auch in Form von Nahrung)
• ggf. Infusionen zur Flüssigkeitszufuhr
• bei stark bewusstseinsgetrübten Patienten kein Wasser oral geben! Aspirationsgefahr!

Dehydrationsprophylaxe

• stündlich Flüssigkeit anbieten (außer bei Ödemen, Herz- und Niereininsuffizienz – hier Flüssigkeitsmenge mit Arzt/Ärztin absprechen)
• Flüssigkeitsbilanz erstellen
• auch Suppen, Saucen, nektarartige Speisen, Wassereis und Wassermelonen werden zu den Flüssigkeiten gezählt und der Flüssigkeitsbilanz hinzugerechnet
• Trinkplan erstellen oder Trinkwecker nutzen
• Lieblingsgetränke anbieten, mittrinken
• vor und nach jeder pflegerischen Maßnahme ein Getränk anbieten
• Trinkhilfen verwenden (Schnabelbecher, Strohhalme)
• Gläser und Trinkhilfen mit einheitlichem Füllvolumen verwenden (hilft bei der Flüssigkeitsbilanzierung)
• Getränke immer in Griffweite stellen
• Infusionstherapie als letzte Maßnahme nach Ausschöpfen aller anderen Möglichkeiten der Dehydrationsprophylaxe

Mangelernährungsprophylaxe

• Lieblingsspeisen anbieten
• angenehme Raumatmosphäre – lüften, nicht zu warm, nicht zu kalt
• keine Pflegeinterventionen während des Essens
• appetitlich, in kleinen Portionen anrichten
• Bewegung fördern
• Essen im Sitzen, am besten bei Tisch sitzen lassen
• visuelle Anregung durch TV oder Zeitung
• Geschmack anregen durch Gespräche über das Essen
• Hilfestellung geben
• genügend Zeit geben
• in Gesellschaft essen lassen
• Schmerzlinderung vor dem Essen

Beobachtung des Ernährungszustandes

• Messung des Körpergewichtes
• Beobachtung des Gesamterscheinungsbildes, der Menge subkutanen Fettgewebes und des Hautturgors

Ernährungszustand = Verhältnis Körpergröße – Körpergewicht

Normaler Ernährungszustand

…wird über das Gewicht bestimmt.

• subkutanes Fettgewebe ist vorhanden
• Haut ist elastisch, unauffälliger Hautturgor

Malnutrition

dem Körper fehlen Nährstoffe oder stehen ihm nicht in der benötigten Menge zur Verfügung.

Kennzeichen:
• Fehlen oder geringes Vorkommen subkutaner Fettpolster
• Haut wirkt schlaff
• Wangen sind eingefallen
• Rippenbögen und Beckenknochen sind deutlich sichtbar
• herabgesetzte Leistungsfähigkeit
• Müdigkeit, Abgeschlagenheit

Risikofaktoren für eine Malnutrition:
• alleine leben
• keine warmen Mahlzeiten
• Kaubeschwerden oder Zahnlosigkeit/keine Zahnprothese
• Probleme beim Schlucken
• Immobilität
• Appetitlosigkeit
• geringe finanzielle Mittel
• geistige Beeinträchtigung
• Erkrankungen {z.B. Depression, Diabetes mellitus)
• Probleme beim Schneiden
• Einnahme von sehr vielen Medikamenten

Kachexie

= hochgradige Abmagerung, pathologischer Gewichtsverlust

Kennzeichen:
• subkutane Fettpölster gänzlich verschwunden
• Haut schlaff, trocken, faltig
• Gewicht stark verringert
• Appetitlosigkeit
• Kraftlosig-, Müdig-, Interesselosigkeit
• Anfälligkeit für Infekte
• Amenorrhoe

Adipositas

= Fettleibigkeit

Das Normalgewicht wird um mehr als 20 % überschritten.

Erbrechen Beobachtungskriterien

• Menge
• Zeitpunkt und Häufigkeit
• Farbe
• Geruch
• Beimengungen

Menge

• Erbrechen einer oder mehrerer Mahlzeiten
• Bekannte Vergleichsgröße angeben (z.B. „mundvoll“, „füllt eine Nierentasse“)

Zeitpunkt und Häufigkeit

• Morgendliches Erbrechen
• Nach jeder Nahrungsaufnahme
• Unabhängig von Tageszeit und Nahrungsaufnahme
• Bei starker Aufregung
• Bei starken Schmerzen
• Gleichzeitig mit Durchfall

Farbe

• gelb bis gelblich-grün: z.B. Galle, nüchterner Magen, langandauerndes Erbrechen bei leerem Magen
• bräunlich, nach Stuhl riechend: Koterbrechen (Miserere) – Darmverschluss

Geruch

• säuerlich riechend: meist angedaute Speisen
• unverdaut: meist frühes Erbrechen nach dem Essen

Beimengungen

• Schleimbeimengungen: z.B. Reflux, Erkältung, chronische Gastritis, Reizmagen, leerer Magen
• Bluterbrechen (Hämatemesis): meist Blutungen im Mageneingangs- und Speiseröhrenbereich
• kaffeesatzartig: z.B. blutendes Magengeschwür, Verschlucken von Blut

Hilfestellung / Pflege bei Erbrechen

MITNEHMEN
• Nierenschale oder Waschschüssel
• Tücher
• Handtücher

HILFESTELLUNG
• Oberkörper hoch
• Beengende Kleidung entfernen
• Zahnprothesen entfernen
• Haare aus dem Gesicht
• Kopf und Rücken gut stützen
• Gesicht reinigen

DANACH
• Fenster öffnen
• Mundpflege
• ggf. Kleidung und Bettwäsche wechseln
• Nahrungsmittelkarenz
• Antiemetika nach ärztlicher Verordnung
• Vitalzeichen kontrollieren
• Ausscheidung beobachten lt. Beobachtungskriterien
• dokumentieren

Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage, evtl. Absaugen des Erbrochenen!

Unter künstlicher enteraler Ernährung versteht man die nicht natürliche Nahrungszufuhr in das Verdauungssystem mittels einer Sonde (PEG-Sonde).

Ziel der künstlichen enteralen Ernährung ist eine der Stoffwechselsituation angepasste Nährstoffzufuhr. Bei der enteralen Ernährung bleiben die noch verfügbaren physiologischen Verdauungsfunktionen erhalten (im Vergleich zur parenteralen Ernährung).

Von künstlicher enteraler Ernährung spricht man bei:
• Nasogastralsonde
• PEG-Sonde

Indikationen
• Störungen des Bewusstseins und lebensbedrohliche Nahrungsverweigerung (Verwirrtheit, Demenz, psychische Erkrankungen)
• Schluckstörungen (Aspirationsgefahr)
• lebensbedrohliche Mangelernährung (ausgeprägte Altersschwäche, bösartige Tumoren)
• Erkrankungen im Bereich der Mundhöhle, Speiseröhre
• Malabsorption (mangelhafte Aufnahme von Nährstoffen, z.B. nach operativer Entfernung eines Teils des Dünndarms)
• Maldigestion (mangelhafte Verdauung der Nahrung, z.B. infolge Leberzirrhose)
• akute Schübe einer chronisch entzündlichen Dickdarmerkrankung (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

Die Anordnung einer PEG-Sonde erfolgt durch den Arzt. Der Betroffene (oder sein gesetzlicher Vertreter) muss der Behandlung zustimmen.

Nasogastrale / Nasoduodenale Sonde

Über die Nase wird eine Sonde („Magensonde“) eingeführt, diese wird über die Speiseröhre bis zum Magen (manchmal auch bis zum Duodenum) vorgeschoben. Die Nasogastralsonde wird idR zur kurzfristigen Ernährung oder zur Ableitung von Magensaft verwendet. Für eine langfristige Ernährungstherapie ist sie nicht geeignet, ebenso bei Störungen des Schluckreflexes und bei häufigem Erbrechen.

Eine Nasogastralsonde ist sichtbar und spürbar. In vielen Fällen wird sie als schmerzhaft, meist aber zumindest als störend wahrgenommen. Bei einer solchen Art der künstlichen Ernährung kann es im Bereich der Schleimhäute zu Reizungen und Ulzerationen kommen, die Keimbesiedelung im Nasen-Mund-Rachenbereich wird begünstigt. Die Sonde beeinträchtigt zudem den Schluckakt, was den Erhalt oder Wiederaufbau des Schluckvorganges erschwert. Bei liegender Magensonde verzichten die meisten PatientInnen auf das natürliche Essen und Trinken.

Pflege der Nasogastralsonde

• Dekubitusprophylaxe inklusive Pflasterwechsel: Sonde nach Bedarf, mindestens aber 1 x tgl. neu fixieren, Pflasterrückstände entfernen, Nasenflügel auf Druckstellen kontrollieren.
• Nasenpflege: Verkrustungen mit in Wasser oder Öl getränkten Wattestäbchen entfernen
• Kontrolle der Sondenlage vor jeder Nahrungsgabe
• regelmäßige Mundpflege
• Beobachtung der Atmung – aufgrund der Schonatmung Pneumonieprophylaxe

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was sind die 4 Grundelemente der Pneumonieprophylaxe?💡🧩 🪢

PEG-Sonde

Perkutane, endoskopisch kontrollierte Gastrostomie (PEG). Eine unter Lokalanästhesie gesetzte kleine Öffnung durch die Bauchdecke in den Magen. Durch diese Öffnung wird die Ernährungssonde gelegt. Die Sonde führt von außen durch die Bauchdecke direkt in den Magen.

3 Verabreichungsarten von künstlicher Ernährung mittels PEG-Sonde

• Schwerkraftsystem – halbkontinuierlich
• Ernährungspumpe – kontinuierlich
• Bolusabgabe – manuell

Bolus Definition:
„Bissen“. Der Speisebrei, der nach dem Kauen und Einspeicheln im Mund entsteht und dann in den Magen weitergeleitet wird.

Schwerkraftsystem – halbkontinuierlich
• Tropfsystem – Nahrung wird auf einen Infusionsständer aufgehängt
Überleitungssystem kontrollieren: muss luftleer sein bevor es an die Ernährungssonde angeschlossen wird
Infektionsprophylaxe: Überleitungssystem täglich wechseln!

Orientierungsgrößen:
– 25 ml/h entsprechen ca. 9 Tropfen/min
– 50 ml/h entsprechen ca. 16 Tropfen/min
– 100 ml/h entsprechen ca. 33 Tropfen/min

Ernährungspumpe – kontinuierlich
• mit Strom betriebene PEG-Sonde
• gleichmäßige, kontinuierliche Verabreichung der Sondenkost
• Störungen werden automatisch gemeldet
Zuleitungssystem täglich wechseln!

Vorteile Ernährungspumpe:
– bessere Toleranz
– geringe abdominelle Beschwerden
– höhere Energie- und Eiweißaufnahme
– bessere Magenentleerung
– exakte Zufuhrrate während Kostaufbau, bei intestinaler Sondenlage, Diabetikern, nächtlicher Ernährung
– Vorbeugung von Magengeschwüren (Ulkusprophylaxe)
– auch Bolusgabe ist möglich

Bolusgabe – manuell
• Alexanderspritze (50 – 100 ml)
• Nährlösung langsam ohne starke Druckausübung in die Sonde fließen lassen
• Bolusgaben sind nur möglich, wenn die Sonde im Magen liegt. Liegt sie im Duodenum ist eine Ernährungspumpe erforderlich. Bei maximaler Bolusgabe (Arztanordnung) muss danach 1,5 Stunden pausiert werden.

Vorteile:
– physiologischer
– kürzere Verweildauer der Nahrung im Behälter
– bessere pH-Wert-Regulierung
– bei mobilen P/B mehr Bewegungsspielraum
– Zeitvorteil
– den normalen Mahlzeiten ähnlich

Richtwert bei der Verabreichung der Sondennahrung mittels PEG-Sonde:
• bei Bolusgabe 100 ml in 5–10 min., max. 250 ml
• bei Schwerkraftsystem 100 ml in 10–15 min
• bei Ernährungspumpe 100 ml in 60 min

Pflege nach dem Setzen der PEG-Sonde

  1. In der ersten Woche soll der Verbandswechsel täglich erfolgen. Danach kann er bei unauffälligen Wundverhältnissen („bei blanden Wunden“) 2-3 x wöchentlich unter aseptischen Bedingungen durchgeführt werden.
  2. Nach den ersten 24 Stunden sollte die äußere Halteplatte gelockert werden (Vermeiden von Druckschäden und Einwachsen). Ab dem 7. Tag täglich Beweglichkeit der inneren Halteplatte überprüfen. Die Sonde dabei 1 1/2 cm vor- und zurückschieben und/oder um 180° (bis 360°) drehen.
  3. In der ersten Woche Einstichstelle und umliegende Haut mit einem Hautdesinfektionsmittel von zentral nach peripher reinigen, danach ist von einer täglichen Desinfektion abzuraten (Austrocknung der Haut, Ekzeme), keine Salben verwenden (Mykosen)
  4. Haut um den Stomakanal immer gut abtrocknen (feuchter Verband → Infektion)
  5. auf Entzündungszeichen kontrollieren
  6. Klemme und Sonde mit Wasser reinigen
  7. Dusche statt Vollbad
  8. Kein starker Zug oder Druck auf das Stoma. Fixierungsriegel soll locker sitzen.

Durchführung nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Pflege der PEG-Sonde nach dem Abheilen des Stomakanals

• Nach dem Abheilen (nach ca. 2-4 Wochen) ist kein Verband mehr zwingend erforderlich
• umgebende Haut mit Wasser abwaschen, ggf. mit NaCl (Hautdesinfektion nur bei entzündeter Eintrittsstelle)
• Haut um den Stomakanal immer gut abtrocknen
• auf Entzündungszeichen kontrollieren
• Klemme und Sonde mit Wasser reinigen

Maßnahmen bei entzündeter Eintrittsstelle
• aseptischer Verbandswechsel
• Hautdesinfektion
• Schlitzkompresse mit Silberbeschichtung
• Feuchtigkeit, Zug auf die Sonde und übermäßige Bewegung vermeiden

Verabreichung von Nahrung mittels PEG-Sonde

Vorbereitung

• Tablett mit kontrollierter, aufgeschüttelter Nährlösung in Zimmertemperatur (max. 30°C – Übererwärmung führt zur Zerstörung der Eiweiße), bei Ausflockung verwerfen
• Klick beim Öffnen
• Überleitungssystem
• Alexanderspritze und kleinvolumige Spritze für Medikamente
Spüllösung
• Mundpflege
• ggf. Applikationssystem, das alle 24 Stunden 1 x gewechselt werden muss

Durchführung

• informieren
• Oberkörper hoch (bei bewusstlosen Personen seitlich positionieren)
• Sonde öffnen und spülen (20 bis 40 ml)
• Überleitungssystem anschließen
• Gabe aufmerksam beobachten bzw. Tropfgeschwindigkeit mehrfach kontrollieren (Wasser darf schneller laufen als die Nährlösung)

Nachbereitung

spülen (20 bis 40 ml)
• ausreichende Flüssigkeitszufuhr
• Mundpflege
• Spritze reinigen, täglich austauschen
• Leerbeutel und Applikationssysteme alle 24 Stunden wechseln
• ca. 30 Minuten in Oberkörperhochpositionierung bleiben
• dokumentieren

Allgemein
• entspannte Situation
• Kommunikation, Gesellschaft
• Erhalt des normalen Essvorganges soweit medizinisch vertretbar – nach OK der LogopädIn Schlucktraining: kleine Portionen, individuell bevorzugte Speisen und/oder Getränke zur oralen Aufnahme anbieten
• Geschmacks- und Geruchsbereicherung
• Wiederaufbau/Anbahnung des Schluck- und/oder Kauvorganges nach OK der LogopädIn
• Anregung der Speichelsekretion vor Verabreichung der Sondennkost – Mundpflege
• Oberkörperhochpositionierung bzw. sitzende Position
• insgesamt für angemessene Flüssigkeitszufuhr sorgen

Diarrhoe:
Nahrung zu schnell, in zu großer Menge oder zu kalt verabreicht?
Unverträglichkeit gegenüber Milcheiweiß? Kann auf Sojaeiweiß ausgewichen werden.

Obstipation:
Mangel an Flüssigkeit?
Bewegungsmangel
ballaststoffarme Sondennahrung kann zur Obstipation führen
Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Opiate

PEG-Sonde: Spülung durchführen

Warum:
Die PEG-Sonde wird gespült, um ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten und Verstopfungen zu vermeiden. Eine regelmäßige Spülung ist notwendig, um Eiweißgerinnungen zu verhindern, Rückstände von Medikamenten zu beseitigen und die Sonde vor den Einwirkungen der Magensäure zu schützen.

Wann:
Eine Spülung erfolgt immer vor und nach jeder Nahrungszufuhr und vor und nach jeder Medikamentengabe. Bei einer kontinuierlichen Ernährung sollte sie alle 2 Stunden durchgeführt werden. Sonden, die derzeit nicht zur Nahrungsaufnahme verwendet werden, sollten trotzdem mindestens 3 x täglich (alle 8 Stunden) gespült werden.

Spülung durchführen
20 bis 40 Milliliter lauwarmes, abgekochtes Wasser oder stilles Mineralwasser. KEINE TEES einsetzen – die ätherischen Öle im Tee greifen die Sonde an. Obstsäfte sind ebenso zu vermeiden (Säure). Außerdem können sie Ausflockungen verursachen.

Bei verstopften Sonden können Cola light, stilles Mineralwasser, Zitronensaft (verdünnt!), Pepsinwein helfen. Ablagerungen können durch vorsichtiges Kneten des Sondenschlauchs gelöst werden.

Hygienemaßnahmen im Umgang mit einer PEG-Sonde

  • Sondennahrung vor Wärme und Sonne schützen
  • angebrochene Flasche im Kühlschrank aufbewahren (Kontrolle der Haltbarkeit vor der Verabreichung) und in Raumtemperatur verabreichen
  • Händedesinfektion / Handschuhe
  • Sondennahrung in Raumtemperatur muss innerhalb von 8 h einlaufen (bei Ernährungspumpe Nahrung aus dem Kühlschrank nehmen)
  • abgekochtes Wasser oder stilles Mineralwasser zum Durchspülen
  • Spritze täglich wechseln (sowohl Alexanderspritze für Bolusabgabe als auch Spritze für Medikamente)
  • Überleitungssystem täglich wechseln
  • Sondenansatz mit Wasser und Bürste reinigen

PEG-Sonde: Medikamentengabe

• prüfen, ob Medikament mörserbar (Retardmedikamente NICHT!)
• Besondere Vorsicht bei Präparaten mit Eisen, Magnesium oder Kalziumsalzen: Wechselwirkungen
• Pulverpräparate verdünnen (reizen die Schleimhäute)
• Hartgelatinekapseln öffnen und Inhalt in 10 bis 15 ml Flüssigkeit aufschwemmen. Direkt nach der Auflösung mit einer kleinen Spritze verabreichen.
• Weichgelatinekapseln anstechen und mit einer Spritze portionieren, alternativ in warmem Wasser auflösen. Reste entfernen.
• Flüssige Arzneiformen (Säfte, Sirupe, Tropfen, Suspensionen) immer verdünnen, reizen die Schleimhäute
• Medikamente niemals zusammen mit der Nahrung verabreichen (Wechselwirkungen)
• Medikamente einzeln verabreichen, jeweils dazwischen mit etwa 5 ml Wasser spülen
• vor und nach jeder Medikamentengabe mit ca. 20 ml Wasser spülen

Die parenterale Ernährung erfolgt über das Venensystem, der Magen-Darm-Trakt wird dabei umgangen.

Von parenteraler Ernährung spricht man bei:
– zentral-venöser parenteraler Ernährung (über große Venen)
– peripher-venöse parenterale Ernährung (über kleinere Venen, meist am Arm, für kürzere Zeiträume)



Bildquellennachweis: KI