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Erste Hilfe für die Pflegeassistenz

Aufbereiteter Lehrinhalt


Erstellt am: 15.09.2024
Aktualisiert am: 06.07.2026


Das Berufsbild der Fachsozialbetreuung (FSB) Behindertenarbeit (BA), Familienarbeit (FA) und Altenarbeit (AA) vereint zwei Berufsfelder: jenes der Pflegeassistenz (PA) und jenes der Sozialbetreuung. Dadurch verfügt die FSB über umfassende Kenntnisse in der professionellen Ersten Hilfe.

Die Erste Hilfe Ausbildung setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  1. Theoretischer Teil
  2. Praktischer Teil

Im theoretischen Teil der Ausbildung liegt der Fokus darauf, die Geräte und Techniken kennenzulernen, die in der professionellen Ersten Hilfe Anwendung finden. Im praktischen Teil geht es darum, dieses theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen. Das Ziel besteht darin, am Ende der Ausbildung Theorie und Praxis effektiv miteinander verknüpfen zu können. Auf dieser Seite werden beide Bereiche – sowohl der theoretische als auch der praktische Teil – abgebildet.

INHALT

1. Als Pflegeassistenz bist du zur Hilfe verpflichtet!
2. Die Kompetenzen der Pflegeassistenz im Notfall

3. Rettung aus akuter Gefahr
4. Das Bewusstsein aus medizinischer Sicht
5. Notfall-Positionierungen bei vorhandenem Bewusstsein
6. Bewusstlosigkeit: Definition
7. Notfall-Positionierungen bei Bewusstlosigkeit
8. Der Notfallcheck zur Feststellung von Bewusstsein und Atmung
9. Die Reanimation
10. Die Reanimation startet immer nach Absetzen des Notrufs
11. Reanimation: Der Ablauf
12. Künstlich herbeigeführte Hypothermie bei der Reanimation
13. Fehlerquellen bei der Beatmung

14. Der Defibrillator
15. Einfache Beatmungshilfen
16. Der C-Griff beim Ambu-Beutel
17. Verbrennungsgrade

Als Pflegeassistenz bist du zur Hilfe verpflichtet!

Als Pflegeassistenz bist du nicht nur auf der Straße zur Ersten Hilfe verpflichtet (wie jeder andere auch), sondern auch in Einrichtungen wie etwa Altenheimen oder Wohngruppen. Die Hilfeleistungspflicht gehört zu deinen gesetzlichen Berufspflichten. Dazu zählen das Erkennen und Einschätzen von Notfällen, das Setzen entsprechender Maßnahmen und die eigenverantwortliche Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen, solange und soweit kein Arzt zur Verfügung steht. Ein Arzt muss unverzüglich verständigt werden. Mehr dazu findest du auf der Seite Recht für die Pflegeassistenz.

Die Kompetenzen der Pflegeassistenz im Notfall

Laut §83 GuKG ist die Pflegeassistenz nach ihrer Ausbildung befähigt, im Notfall folgende Maßnahmen durchzuführen:

• Herzdruckmassage
• Beatmung mit einfachen Beatmungshilfen (Ambu-Beutel, Oropharyngeal-Tubus, Nasopharyngeal-Tubus, Larynx-Tubus)
• Defibrillation mit halbautomatischen Geräten
• Verabreichung von Sauerstoff (bis zu 8L)

Rettung aus akuter Gefahr

In Notfällen kann es erforderlich sein, eine verletzte oder bewusstlose Person schnell aus einem Gefahrenbereich zu bringen. Dies kann beispielsweise bei einem Verkehrsunfall oder einem Brand der Fall sein. Um die Person sicher zu bewegen, kommen spezielle Rettungsgriffe zum Einsatz. Zwei bewährte Techniken sind:

• Rautekgriff
• Wegziehen

Eine Person wird nur dann aus einer Gefahrenzone weggezogen, wenn eine akute Gefahr besteht und dein Selbstschutz gewährleistet ist.

Der Rautekgriff

Der Rautekgriff ist eine Rettungstechnik, mit der eine Person rasch und schonend aus einem Fahrzeug gezogen werden kann, wenn sie nicht mehr selbstständig aussteigen kann. Er kann auch verwendet werden, um eine Person beispielsweise von einem Sofa, einem Bett oder aus einer Badewanne zu ziehen.

Vorgehensweise:

  • Motor ausschalten und den Schlüssel stecken lassen.
  • Neben die sitzende Person stellen.
  • Sicherstellen, dass die Beine der Person nicht eingeklemmt sind.
  • Beine, wenn möglich, etwas auf die Seite bewegen, damit man die Person besser fassen und bewegen kann.
  • Sicherheitsgurt lösen.
  • Eine Hand geht unter der Achsel der betroffenen Person hindurch und greift den Unterarm der verletzten Person – Arm anwinkeln.
  • Zweite Hand geht unter der anderen Achsel hindurch und greift denselben Unterarm. Der zweite Arm der Person bleibt nach unten hängend – nur ein Arm wird mit beiden Händen gefasst.
  • Daumen nach vorne drehen.
  • Person anheben und wegziehen.

🎬 Video: „Der Rautekgriff“, ÖRK, youtube 🎬

Wegziehen

Das Wegziehen ist eine Methode, die dann eingesetzt wird, wenn eine bewusstlose Person am Boden liegt. Es ermöglicht dem Helfer, eine Person über den Boden zu ziehen. Personen mit Bewusstsein werden nur selten weggezogen, da dies nicht besonders angenehm ist. In extremen Gefahrensituationen ist das Wegziehen jedoch sinnvoll.

Vorgehensweise:

  • Die Person liegt auf dem Rücken oder am Bauch. Du kniest hinter dem Kopf der Person.
  • Prüfe, ob die Beine frei sind und beim Herausziehen nicht hängen bleiben können.
  • Strecke die Arme über dem Kopf der Person.
  • Umfasse die Handgelenke der Person, überkreuze sie. Stabilisiere den Kopf der Person durch die Spannung der ausgestreckten Arme: Der Kopf wird sozusagen „zwischen den Armen eingeklemmt“. Dies schützt den Kopf vor Verletzungen während des Wegziehens.
  • Ziehe die Person über den Boden, um sie aus der Gefahrenzone zu bringen.
  • Falls die Person auf dem Bauch liegt, drehe sie um.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Rettungsgriffen
Eigenschutz vor Fremdschutz! Bevor du eine Rettungsaktion startest, prüfe immer, ob es für dich selbst sicher ist, in den Gefahrenbereich zu gehen.
• Versuche, die Person so schonend wie möglich zu bewegen, um zusätzliche Verletzungen zu vermeiden.

🎬 Video: „Wegziehen“, ÖRK, youtube 🎬

Das Bewusstsein aus medizinischer Sicht

Das Bewusstsein ist in der Medizin ein wesentlicher Indikator für den Gesundheitszustand einer Person. Die Pflegeassistenz muss in der Lage sein, Bewusstseinsstörungen zu erkennen, um in Notfällen handlungssicher zu reagieren.

Das Bewusstsein beschreibt die Wachheit und die bewusste Wahrnehmung. Es beschreibt die Fähigkeit des Menschen, sich persönlich, räumlich und zeitlich zu orientieren und auf äußere Reize zu reagieren.

  • Persönliche Orientierung: Die Person ist in der Lage, ihren Namen zu nennen.
  • Räumliche Orientierung: Die Person kann den aktuellen Aufenthaltsort nennen.
  • Zeitliche Orientierung: Die Person kann das aktuelle Datum, den Tag oder die Uhrzeit nennen.

Darüber hinaus gehört zum Bewusstsein auch die Fähigkeit, auf äußere Reize (z.B. akustisch, visuell, körperlich) zu reagieren. Dies wird durch Ansprechen und Berührung getestet.

Eine gestörte Bewusstseinslage kann auf verschiedene medizinische Probleme hinweisen, z.B. Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Hypo- oder Hyperglykämie (Diabetes), Infektionen oder Vergiftungen. Der Notfallcheck (Bewusstseinsprüfung) ist eine der ersten Maßnahmen im Rahmen der Erstversorgung.

Der Notfallcheck

Beim Notfallcheck prüfst du, inwieweit eine Person auf verbale oder körperliche Reize reagiert und wie gut sie sich orientieren kann. Auch der FAST-Test beim Schlaganfall enthält Elemente, um das Bewusstsein der Person zu überprüfen. Die Überprüfung des Bewusstseins wendest du immer dann an, wenn die Person noch ansprechbar ist. Ist sie nicht mehr ansprechbar und reagiert sie nicht auf äußere Reize (anstupsen), kontrollierst du die Atmung. Ist auch diese nicht vorhanden, beginnst du sofort mit der Reanimation.

Notfall-Positionierungen bei vollem Bewusstsein

In Notsituationen kann eine situationsgerechte Positionierung von Patienten dazu beitragen, Atmung, Kreislauf oder den allgemeinen Zustand einer Person zu stabilisieren. Bestimmte Positionierungen können lebensrettend sein. Hier sind drei bewährte Notfall-Positionierungen:

• Knierolle
• Oberkörper hoch
• Beine hoch

Knierolle

bei Bauchverletzungen, entlastet die Bauchmuskulatur und vermindert den Druck auf den Bauchraum

Die betroffene Person wird auf den Rücken gelegt, die Beine sind leicht angewinkelt. Unter die Kniekehlen wird eine zusammengerollte Decke oder ein Kissen geschoben.

Oberkörper hoch

Die Oberkörperhochpositionierung wird in Fällen angewandt, in denen Dyspnoe (Atemnot) auftritt. Dyspnoe kann z.B. bei Allergien, Herzinfarkt und Asthma auftreten. Auch bei Kopfverletzungen wird der Oberkörper hoch positioniert, sofern die Person nicht erbricht (bei Erbrechen stabile Seitenlage).

Die Person sitzt, der Oberkörper ist erhöht, die Beine sind nicht oder leicht angewinkelt.

🎬 Video: „Erste Hilfe Herzinfarkt“, ÖRK, youtube 🎬

Beine hoch

Die Beinehochpositionierung unterstützt die Blutzirkulation bei Kreislaufkollaps, Schockzuständen, Blutungen, Hypoglykämie (Unterzuckerung), Kollaps.

Die Person liegt auf dem Rücken, die Beine sind leicht erhöht (ca. 30°), um den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu unterstützen. Dies hilft, den Kreislauf zu stabilisieren. 

🎬 Video: „Eine Person, die einen Kreislaufkollaps hat“, ÖRK, youtube 🎬

Bewusstlosigkeit: Definition

Bewusstlosigkeit beschreibt einen Zustand, in dem eine Person nicht mehr in der Lage ist, auf äußere Reize zu reagieren. Dabei gehen auch wichtige Schutzreflexe verloren, die den Körper normalerweise vor Gefahren schützen.

Verlust der Schutzreflexe

Bei bewusstlosen Menschen können natürliche Schutzreflexe wie der Husten- und Schluckreflex fehlen. Dadurch können Speichel, Erbrochenes, Blut oder andere Flüssigkeiten in die Trachea (Luftröhre) gelangen, anstatt geschluckt zu werden. Dies wird als Aspiration bezeichnet.

Gefahr der Aspiration: Erstickungsgefahr

Die Aspiration stellt ein erhebliches Erstickungsrisiko dar.

Atemwegsblockade

Um eine Atemwegsblockade zu verhindern, müssen Ersthelfende die Atemwege einer bewusstlosen Person freihalten:

  • Überstrecken des Kopfes
  • Oropharyngeal-Tubus (Guedel-Tubus)
  • Nasopharyngeal-Tubus (Wendl-Tubus)
  • Larynx-Tubus

Tuben kommen nur in Ausnahmefällen zur Anwendung.

Eine der häufigsten und einfachsten Maßnahmen in solchen Fällen ist die stabile Seitenlage, bei der die Person so gelagert wird, dass Speichel und Flüssigkeiten aus dem Mund abfließen können, anstatt in die Trachea (Luftröhre) zu gelangen. Die stabile Seitenlage kommt jedoch nur dann zum Einsatz, wenn die Person bewusstlos ist, aber noch atmet. Kann beim Notfallcheck bei der bewusstlosen Person keine Atmung mehr festgestellt werden, muss sofort mit der Reanimation begonnen werden.

🚑 Bewusstlos mit Atmung = stabile Seitenlage
🚑 Bewusstlos ohne Atmung = Reanimation

Notfall-Positionierungen bei Bewusstlosigkeit

Stabile Seitenlage

bei Gefahr des Erbrechens, Bewusstlosigkeit

Eine erhöhte Gefahr des Erbrechens besteht z.B. bei einem Schlaganfall.

Bei Bewusstlosigkeit mit vorhandener Atmung wird die Person in die stabile Seitenlage gebracht. Der Kopf ist in dieser Position leicht nach hinten überstreckt, um die Atemwege freizuhalten und Erbrochenes aus dem Mund abfließen zu lassen, wodurch Erstickungsgefahr verringert wird.

  • stabil neben die Person hinknien und Arm, der dir am nächsten ist, seitlich 90° wegstrecken.
  • unter die Kniekehle des Beins greifen, das von dir weiter entfernt ist, und anwinkeln.
  • Arm greifen, der von dir weiter entfernt ist, und Hand auf das Knie der Person legen.
  • Person auf deine Seite drehen.
  • Auf den Kopf achten!
  • Befindet sich die Person in der stabilen Seitenlage (nochmals kontrollieren: Ist sie wirklich stabil?), überstreckst du den Kopf leicht und öffnest den Mund, damit Erbrochenes leicht herauslaufen kann.

🎬 Video: „Erste Hilfe – Stabile Seitenlage“, ÖRK, youtube

🚑 Bei Bewusstlosigkeit ohne Atmung = Atem-Kreislaufstillstand! Reanimation starten!

Der Notfallcheck zur Feststellung von Bewusstsein und Atmung

Mit dem Notfallcheck lässt sich feststellen, ob es sich um eine bewusstlose Person oder eine Person mit Herz-Kreislaufstillstand handelt. Dabei kommt das BA-Schema (Bewusstsein-Atem-Kreislaufzeichen) zum Einsatz.

BHFA:
Bewusstseinskontrolle: ansehen, ansprechen, anstupsen
Hilferuf: andere Personen aufmerksam machen („Hilfe! Bitte Notruf wählen, Verbandkasten bringen, Defibrillator holen!“)
Freimachen der Atemwege: Kopf überstrecken: eine Hand auf die Stirn, mit der anderen Hand Unterkiefer halten, Kopf überstrecken und Kinn nach unten ziehen.
Atemkontrolle: bei überstrecktem Kopf über die Person beugen, Blick Richtung Brustkorb. Für die Kontrolle der Atem-Kreislaufzeichen hast du 10 Sekunden Zeit!

Festgestellte Atmung: Stabile Seitenlage
Bewusstlosigkeit ohne Atmung: Notdiagnose Atem-Kreislaufstillstand – sofort mit der Reanimation beginnen

Die Reanimation startet immer nach der Rettung aus der Gefahrenzone und nach Absetzen des Notrufs.

Als Pflegeassistenz gibt es eine einzige Diagnose, die du selbständig stellen darfst: Atem-Kreislaufstillstand ist eine Notfalldiagnose.

🎬 Video: „Der Notfallcheck“, ÖRK, youtube

Die Reanimation

Bei der Reanimation werden Körperfunktionen, die ausgefallen sind, von außen ersetzt.

Reanimation (auch: „Wiederbelebung“) ist eine Notfallmaßnahme. Sie wird bei Personen angewendet, die einen Atem-Kreislaufstillstand (kein Bewusstsein, keine Atmung) erlitten haben (Herzstillstand, Asystolie). Das Ziel der Reanimation ist es, den Blutkreislauf und die Sauerstoffversorgung der Organe, insbesondere des Gehirns, aufrechtzuerhalten.

Re = Wieder
Anima = Seele
Reanimation = Wiederbeseelen 

Laien-Reanimation vs. Profi-Reanimation

Während Ersthelfer nur die Laien-Reanimation durchführen, bist du als Pflegeassistenz mit der Profi-Reanimation vertraut. Der Laie reanimiert alleine und führt die herkömmliche Mund-zu-Mund-Beatmung durch (sofern zumutbar). Der Profi reanimiert zu zweit und wechselt alle 2 Minuten seine Stellung mit der Stellung des zweiten Helfers. Zudem arbeitet der Profi mit einfachen Beatmungshilfen (Ambu-Beutel, Tubus). 

Die Reanimation startet immer nach Absetzen des Notrufs

Feuerwehr 122  Polizei 133  Rettung 144  Euro-Notruf 112

In Notfallsituationen ist schnelles Handeln entscheidend, um das Leben einer Person zu retten. Bevor jedoch eine Reanimation durchgeführt wird, gibt es eine Reihe von Schritten, die sicherstellen sollen, dass HelferInnen sich nicht selbst gefährden und die notwendige Hilfe optimal koordiniert wird. Hier ist die richtige Reihenfolge, die in jeder Notfallsituation zu beachten ist:

1. Gefahr abschätzen
Risiken identifizieren.
2. Person retten (Eigenschutz vor Fremdschutz!)
Person aus der Gefahrenzone bringen, Eigenschutz beachten.
3. Notfallcheck (BA-Schema)
Bewusstsein-Atem-Kreislaufzeichen
4. Notruf
Sofort professionelle Hilfe alarmieren. (WER: Dein Name – WAS: Was ist passiert? – WO: Wo ist es passiert? – WIE VIELE: Wie viele Personen sind betroffen?)
5. Reanimation
Brustbereich freimachen. Mit der Thoraxkompression beginnen (außer bei Kindern und bei Ertrunkenen)

Reanimation: Der Ablauf

Der Algorithmus, in welchem die Herzdruckmassage und die Beatmung durchgeführt werden , ist 30:2. 30 x Kompression, 2 x Ventilation (Beatmung).

Kompression (Herzdruckmassage)

30 x Kompression (Herzdruckmassage): Im Normalfall wird bei der Reanimation mit der Thoraxkompression (Herzdruckmassage) begonnen (außer bei Ertrunkenen und bei Kindern). Erst danach folgt die Ventilation (Beatmung).

Der Druckpunkt für die Herzdruckmassage befindet sich am Sternum (Brustbein); das ist beim Mann fast in einer Linie mit den Brustwarzen (ca. 2 Fingerbreit darunter).

📸 Bild: „Druckpunkt für die Herzdruckmassage finden“, Website des Deutschen Roten Kreuzes 📸

Bei der Kompression wird der Brustkorb von erwachsenen Personen ca. 100-120 Mal pro Minute 5-6 cm eingedrückt.

Das Herz eines erwachsenen Menschen schlägt in Ruhe etwa 60 bis 80 Mal pro Minute. Bei einer Herzdruckmassage muss die ErsthelferIn deutlich schneller komprimieren als das Herz normalerweise schlägt. Der Grund dafür ist, dass die Herzdruckmassage das Blut weniger effizient durch den Körper pumpt als ein selbstständig schlagendes Herz.

Ventilation (Beatmung)

Nach der Kompression folgt 2 x die Ventilation (Beatmung).

Bevor du mit der Beatmung startest, wird der Kopf überstreckt, um die Atemwege freizumachen!

Da der bewusstlose Patient keine Schutzreflexe mehr hat, könnte die Zunge in den Pharynx (Rachen) zurückfallen und die Atemwege blockieren. Durch das Überstrecken des Kopfes wird dies verhindert. Der Luftweg bleibt frei. Schon im Zuge der Atemkontrolle wird der Kopf überstreckt, um die Atemwege freizumachen. Bei der Ventilation muss der Kopf überstreckt bleiben.

🎬 Video: „Profi-Reanimation mit einfachen Beatmungshilfen und Defibrillator“, DRK, youtube

Die Mund-zu-Mund-Beatmung, wie sie von Laien ausgeführt wird (und wenn du alleine reanimierst), führst du am besten mit einem Mundschutz aus. Ist die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht zumutbar (z.B. bei Erbrechen oder Blutungen), wird nur die Thoraxkompression (ohne Unterbrechung) durchgeführt.

🎬 Video: „Laien-Reanimation, Einzelperson ohne Defibrillator“, Deutsches Rotes Kreuz, youtube

Die Atemfrequenz eines Erwachsenen beträgt 15 Atemzüge pro Minute.

Das Überstrecken des Kopfes wird durchgeführt:
– bei der Atemkontrolle (BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks)
– bei der Ventilation

Die Reanimation wird fortgeführt, bis die Spezialkräfte eintreffen oder die PatientIn wieder eigenständig atmet.

Künstlich herbeigeführte Hypothermie bei der Reanimation

Die künstlich herbeigeführte Hypothermie (Unterkühlung unter 35°C) ist eine spezielle medizinische Maßnahme, die während oder nach einer Reanimation eingesetzt wird, um die Überlebenschancen zu verbessern und das Risiko bleibender Hirnschäden zu reduzieren. Der Patient soll daher bei der Reanimation nicht zugedeckt werden!

Fehlerquellen bei der Beatmung

Folgende Fehler bei der Beatmung führen zu einer schlechten Reanimationsprognose:

Kopf nicht überstreckt – Zunge versperrt den Atemweg
zu viel Luft mit zu hohem Druck in den Mund eingeblasen – Beatmung in den Magen
Mund zu stark geöffnet – Beatmung in den Magen
Fremdkörper, Erbrochenes nicht aus dem Mundraum entfernt – Atemwegsblockade, Aspiration
Tubus nicht korrekt gesetzt – Beatmung in den Magen, Aspiration, Atemwegsblockade
Mund und Nase nicht ganz verschlossen – unzureichende Ventilation
zu lange Unterbrechung der Thoraxkompression – Abfall des Blutdrucks und der Durchblutung
Falsche Kompressions- und Atemfrequenz (30:2) – starke Beeinträchtigung der Effektivität der Reanimation

Ob die Ventilation funktioniert, sieht man am Heben und Senken des Brustkorbs während der Beatmung.

Der Defibrillator

Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das elektrische Schocks an das Herz abgibt, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Er wird verwendet, wenn das Herz nicht mehr richtig schlägt (Kammerflimmern – akut lebensbedrohlich, zwingend reanimationspflichtig), oder wenn das Herz komplett aufgehört hat zu schlagen (Asystolie).

🫏 Eselsbrücke🫏
Flimmern im Vorhof: noch Sauerstoff – Flimmern in der Kammer: großer Jammer.

Unterschied Vorhofflimmern / Kammerflimmern:
Vorhofflimmern = Herz arbeitet unregelmäßig, pumpt noch Blut
Kammerflimmern = Herz zuckt nur noch, pumpt kein Blut mehr 🚨

Ein Defibrillator wird eingesetzt, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht atmet.

Der Defibrillator arbeitet, indem er das Herz mit einem kontrollierten Stromstoß stimuliert, um die elektrische Aktivität des Herzens zu „resetten“, sodass das Herz wieder im normalen Rhythmus pumpen kann. Moderne halbautomatische Defibrillatoren (AED) sind so konzipiert, dass sie sowohl von medizinischem Personal als auch von Laien einfach und sicher verwendet werden können.

Halbautomatische Defibrillatoren

Laut §83a, Abs. 3, GuKG ist die Pflegeassistenz nach ihrer Ausbildung dazu befähigt, in Notfällen eine Defibrillation mit „halbautomatischen Geräten“ durchzuführen. Das sind Geräte, die den Herzrhythmus automatisch analysieren und jeden Schritt während der Reanimation anleiten. Lediglich das Anlegen der Elektroden sowie die Abgabe des elektrischen Schock erfolgen manuell. Der Defibrillator erkennt, ob es sich um eine erwachsene Person oder um ein Kind handelt und ob ein Kammerflimmern vorliegt.

Anwendung Defibrillator:

1. Defibrillator einschalten
2. Gerät beginnt mit den Anweisungen – diesen ist Folge zu leisten
2. Elektroden wie abgebildet (auf den Elektroden oder auf dem Gerät) kleben: eine Elektrode oberhalb der Brust, beim Erwachsenen eine Elektrode unterhalb der Brust
3. Gerät analysiert den Herzrhythmus
4. Gerät stellt fest, dass eine Schockabgabe erforderlich ist und gibt Anweisung, den Schockknopf zu drücken
5. Helfer weist andere Helfende an: „Achtung! Hände weg vom Patienten! Schockabgabe!“
6. Helfer setzen die Kompression und Ventilation fort, bis die Spezialkräfte ankommen
7. Wenn der Patient wieder eigenständig atmet und sich bewegt, kann die Reanimation beendet werden.

Typische Notfälle, bei denen ein AED benötigt wird, sind:

  • Atem-Kreislaufstillstand (kein Bewusstsein, keine Atmung)
  • Herzinfarkt, der zu einem Herzstillstand führt (kein Bewusstsein, keine Atmung)
  • plötzlicher Herzstillstand (kein Bewusstsein, keine Atmung – Asystolie)

Vollautomatische Defibrillatoren

Im Gegensatz zum halbautomatischen gibt der vollautomatische Defibrillator den Schock selbstständig ab, sobald ein defibrillierbarer Rhythmus erkannt wird. Die HelferIn wird nicht dazu aufgefordert, den Schockknopf zu drücken.

Folgende Rahmenbedingungen sind vor der Anwendung sicherzustellen

keine nasse Umgebung: Wasser leitet Elektrizität, was die Sicherheit des Helfers gefährdet
Brustkorb soll trocken sein: Die Elektroden des Defibrillators müssen direkten Hautkontakt haben, um den elektrischen Strom effizient an das Herz zu leiten
Für Kinder (bis 30 kg) kleinere Elektroden: Wenn nicht vorhanden, dann eine Elektrode am Brustkorb und eine am Rücken platzieren
evt. Rasur: starkes Brusthaar kann verhindern, dass die Elektroden ordnungsgemäß an der Haut haften, was den Stromfluss behindern könnte
Elektroden NICHT über die Brustwarzen kleben!
den Anleitungen des Geräts ist Folge zu leisten 
Sicherheit geht vor: Achte darauf, dass niemand die PatientIn berührt, wenn der Schock abgegeben wird!
Fortsetzung der Reanimation: Nach dem Schock wird die Kompression fortgesetzt, bis das Herz wieder eigenständig zu schlagen beginnt.
Überwachung durch das Gerät: Der Defibrillator überwacht den Zustand der PatientIn und fordert bei Bedarf weitere Maßnahmen an. Wenn sich der Herzrhythmus stabilisiert, wird das Gerät dies erkennen.

Defibrillatoren, die nur von medizinischem Personal angewendet werden dürfen

Neben den automatischen Defibrillatoren (AEDs), die hauptsächlich von Laien und Ersthelfern verwendet werden, gibt es noch weitere Defibrillatoren, die jedoch nur von medizinischem Fachpersonal in Krankenhäusern oder Notärzten verwendet werden dürfen. Bei manuellen Defibrillatoren muss der Herzrhythmus eigenständig analysiert und auf dieser Basis entschieden werden, ob ein Schock erforderlich ist. Diese Kompetenz besitzen ausschließlich NotfallärztInnen sowie speziell ausgebildete NotfallsanitäterInnen mit entsprechender Notfallkompetenz. Diese Geräte sind in der Notfallmedizin oder auf Intensivstationen im Einsatz.

Einfache Beatmungshilfen

Die Pflegeassistenz darf in Notfällen laut §83 GuKG einfache Beatmungshilfen verwenden. Dazu gehören:

Beatmungsbeutel (z.B. Ambu-Beutel)

Der Beatmungsbeutel kann entweder an eine Beatmungsmaske oder an einen Tubus angeschlossen werden. Bei der Anwendung ist die Beutel-Masken-Beatmung und die Zweihelfer-Technik immer vorzuziehen.

Oropharyngeal-Tubus (z.B. Guedel-Tubus)

Der Oropharyngeal-Tubus verhindert das Zurückfallen der Zunge, bietet jedoch keinen Aspirationsschutz. Er fungiert auch als Beißschutz bei der oralen Beatmung. Die richtige Länge des Tubus ergibt sich aus dem Abstand zwischen den Schneidezähnen und dem Kieferwinkel (Ohrläppchen). Der Tubus wird mit dem distalen Ende nach oben in den Mund eingeführt und während des Einführens auf halbem Weg um 180° gedreht.

🎬 Video: Beatmung mit Beatmungsbeutel und Guedel-Tubus (ab 2:03), medkiss.net, youtube

Nasopharyngeal-Tubus (z.B. Wendl-Tubus)

Dieser Tubus wird oft besser von PatientInnen toleriert, die nicht vollständig bewusstlos sind. Der Nasopharyngeal-Tubus wird verwendet, um die Atemwege offenzuhalten. Die Länge des Tubus ergibt sich aus dem Abstand zwischen der Nasenspitze und dem Ohrläppchen, der Durchmesser wird anhand des größeren Nasenlochs gewählt.

🎬 Video: Wendl Tubus in der Anwendung, MOORE PROTECTION, youtube

Larynx-Tubus

Der Larynx-Tubus wird bei Bewusstlosigkeit eingesetzt und ermöglicht eine Beatmung ohne Unterbrechung der Thoraxkompression mithilfe des Beatmungsbeutels. Er bietet jedoch keinen vollständigen Aspirationsschutz. Die sicherste Atemwegssicherung bietet der Endotracheal-Tubus, der ausschließlich von einem Arzt eingesetzt werden darf. Der Larynx-Tubus ist eine einfache Alternative zum Endotracheal-Tubus und wird verwendet, wenn eine Beatmung auf anderem Wege unmöglich ist. Achtung! Wenn Fehllage – Beatmung unmöglich! Der Tubus wird anhand des Gewichts (bei Kindern) oder der Körpergröße (bei Erwachsenen) ausgewählt.

🎬 Video: „Wiederbelebung mit Larynx-Tubus“, RK-Akademie Tirol, youtube

Der C-Griff beim Ambu-Beutel

Die C-Griff-Technik beim Ambu-Beutel (Beatmungsbeutel) wird verwendet, um eine sichere Maskenbeatmung zu gewährleisten. Damit erreicht man eine gute Abdichtung zwischen Maske und Gesicht der PatientIn.

Daumen und Zeigefinger bilden ein „C“: Der Daumen wird auf die Oberseite der Maske gelegt, während der Zeigefinger den unteren Teil der Maske fixiert. Die restlichen Finger positionieren sich am Unterkiefer. Der kleine Finger befindet sich im Kieferwinkel.

🎬 Video: Beatmung mit Beatmungsbeutel Deutsch (ab 03:00) / medkiss.net / youtube

Verbrennungsgrade

1. Grad – Epidermis betroffen: Rötung
2. Grad – Dermis betroffen: Blasenbildung
3. Grad – Subcutis betroffen: rotbraune oder weiße Haut, Schorfbildung
4. Grad – Muskeln, Sehnen oder Knochen betroffen: Verkohlung

Angaben laut MedUni Wien – Zentrum für Schwerbrandverletzte

INHALT

1. Person ohne Bewusstsein und ohne Atemkreislaufzeichen: Vorgehensweise
2. Person ohne Bewusstsein mit Atemkreislaufzeichen: Vorgehensweise
3. Ertrunkene Person: Vorgehensweise
4. Schnappatmung: Vorgehensweise

5. Herzinfarkt: Definition, Symptome und Vorgehensweise
6. Angina-Pectoris-Anfall: Definition, Symptome und Vorgehensweise
7. Schlaganfall: Definition, Symptome und Vorgehensweise
8. Krampfanfall: Definition, Symptome und Vorgehensweise
9. Hypoglykämie: Definition, Symptome und Vorgehensweise
10. Asthma: Definition, Symptome und Vorgehensweise
11. Synkope: Definition, Symptome und Vorgehensweise

12. Fremdkörperaspiration: Definition, Symptome und Vorgehensweise
13. Vergiftung: Definition, Symptome und Vorgehensweise
14. Allergie: Definition, Symptome und Vorgehensweise
15. Druckverband anlegen: Material und Technik
16. Kleine Verbrennung: Vorgehensweise
17. Schock: Definition, Symptome, Ursachen, Vorgehensweise
18. Spülung eines verletzten Auges: Vorgehensweise
19. Beatmung funktioniert nicht: Vorgehensweise
20. Hyperglykämie: Definition, Symptome und Vorgehensweise
21. Hitzenotfall
22. Psychiatrischer Notfall
23. Verkehrsunfall
24. Nasenbluten
25. Fremdkörper in der Wunde
26. Tierbiss

27. Bluthochdruckkrise

Person ohne Bewusstsein und ohne Atemkreislaufzeichen: Vorgehensweise

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du kein Bewusstsein und keine Atmung festgestellt
2. Notfalldiagnose Atem-Kreislaufstillstand
3. Notruf
4. Reanimation und Beatmung bis die Spezialkräfte eintreffen
5. Wenn die PatientIn wieder eigenständig atmet, kann die Reanimation beendet werden

🎬 Video: „Erste Hilfe Atem-Kreislauf-Stillstand“, Österreichisches Rotes Kreuz, youtube

Person ohne Bewusstsein mit Atemkreislaufzeichen: Vorgehensweise

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du kein Bewusstsein, aber Atmung festgestellt
3. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
4. Stabile Seitenlage
5. Basismaßnahmen bis zum Eintreffen der Spezialkräfte

Basismaßnahmen

  • Lagerung
  • Frischluftzufuhr
  • Wärmeerhaltung
  • psychische Betreuung

Ertrunkene Person: Vorgehensweise

Bei Ertrunkenen beginnt die Reanimation mit der Ventilation (Beatmung) anstatt mit der Thoraxkompression, da der Sauerstoffmangel – und nicht der Herzstillstand – das Hauptproblem ist.

1. BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. Zuerst 5 Beatmungen – dann Thoraxkompression 30 x
4. danach folgt die klassische Reanimation im Verhältnis 30:2 bis zum Eintreffen der Spezialkräfte
5. Wenn die PatientIn wieder eigenständig atmet, kann die Reanimation beendet werden.

🎬 Video: „Ertrinken“, Samariterbund, youtube

Schnappatmung: Definition, Anzeichen und Vorgehensweise

Bei Schnappatmung handelt es sich um abnormale, vereinzelte und unregelmäßige Atemzüge. Sie tritt in lebensbedrohlichen Situationen auf (Herzstillstand oder kurz vor dem Tod). Schnappatmung ist reanimationspflichtig!

1. BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. Thoraxkompression und Beatmung im Algorithmus 30:2 bis zum Eintreffen der Spezialkräfte
4. Wenn die PatientIn wieder eigenständig atmet und sich bewegt, kann die Reanimation beendet werden.

🎬 Video: „Schnappatmung oder die nicht normale Atmung“, AsklepiosKliniken, youtube

Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Definition, Symptome und Vorgehensweise

Beim Herzinfarkt (Myokardinfarkt) kommt es zu einem akuten Verschluss einer Arterie im Herzen. Wird nicht schnell gehandelt, führt dies zum Absterben des betroffenen Herzmuskelgewebes. Die Beschwerden setzen plötzlich ein, dauern mehr als fünf Minuten an und bessern sich nicht, wenn man sich ausruht.

Symptome: Leitsymptom Brustschmerz oder Brustenge, oft brennend oder stechend (kann in Rücken, Kiefer, Hals, Arme ausstrahlen), Dyspnoe, Todesangst, Kaltschweißigkeit, blasse Haut

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. Oberkörper hoch positionieren
4. Basismaßnahmen
5. Bei Atem-Kreislaufstillstand Reanimation starten bis zum Eintreffen der Spezialkräfte
6. Wenn die PatientIn wieder eigenständig atmet, kann die Reanimation beendet werden.

🎬 Video: „Erste Hilfe Herzinfarkt“, Österreichisches Rotes Kreuz, youtube

Angina-Pectoris-Anfall: Definition, Symptome und Vorgehensweise

Beim Angina-pectoris-Anfall bekommt das Herz vorübergehend nicht genug Sauerstoff aufgrund einer Minderdurchblutung des Herzens. Das kann durch eine Verengung einer Arterie entstehen.

Die Symptome von Angina Pectoris ähneln jenen eines Herzinfarktes: Brustschmerz, Brustenge, Dyspnoe, Todesangst, Kaltschweißigkeit, blasse Haut

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. Oberkörper hoch positionieren
4. Basismaßnahmen
5. Bei Atem-Kreislaufstillstand Reanimation starten bis zum Eintreffen der Spezialkräfte
6. Wenn die PatientIn wieder eigenständig atmet und sich bewegt, kann die Reanimation beendet werden

Schlaganfall (Insult)

Ein Schlaganfall (Insult) entsteht durch den Verschluss eines Gefäßes im Gehirn.

Symptome: FAST (Face-Arms-Speech-Time)

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. FAST-Test: Face – Arms – Speech – Time
F: Hängt ein Teil des Gesichts (z.B. die Augen)?
A: Kann die Person die Arme synchron bewegen?
S: Ist die Sprachfähigkeit beeinträchtigt? (z.B. “Die Blumen blühen im Frühling.”)
T: Je schneller reagiert wird, desto besser sind die Überlebens- und Heilungschancen. Zeit des Geschehens aufschreiben und der Rettung mitteilen.

4. Oberkörper hoch
5. Basismaßnahmen


ohne Bewusstsein, mit Atmung
:
Stabile Seitenlage (wenn PatientIn ohne Bewusstsein aber mit Atmung)

ohne Bewusstsein, ohne Atmung
(Atem-Kreislaufstillstand)
Reanimation bis zum Eintreffen der Spezialkräfte. Wenn wieder eigenständige Atmung, kann die Reanimation beendet werden.

🎬 Video: Einer Person helfen, die einen Schlaganfall hat, ÖRK, youtube

Krampfanfall: Definition, Symptome und Vorgehensweise

Ein Krampfanfall ist eine plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladung im Gehirn, die vorübergehend das normale Funktionieren des Gehirns stört. Er kann zum Beispiel durch Epilepsie ausgelöst werden. Es kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Hypoglykämie oder Schlaganfall.

1. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
2. gefährliche Gegenstände rund um die PatientIn entfernen
3. auskrampfen lassen, nicht festhalten (evtl. in dieser Zeit Handschuhe – Person kann Exkrete und Sekrete verlieren, auf die Uhr schauen – 2 min-Regel!)
4. nach dem Krampfanfall BA-Schema
(Atmung kontrollieren! Atem-Kreislauf-Stillstand kann wie ein „gewöhnlicher“ Krampfanfall aussehen.)
5. stabile Seitenlage nach dem Anfall (auch, wenn Person bei Bewusstsein)
7. Basismaßnahmen durchführen


Person ohne Bewusstsein, ohne Atmung – Reanimation.

🎬 Video: Erste Hilfe: Krampfanfall, ÖRK, youtube

Hypoglykämie (Unterzucker): Definition, Symptome und Vorgehensweise

Wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig wird, kann das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt werden, was zu einer Vielzahl von neurologischen Symptomen und schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Die Ursache kann zum Beispiel Diabetes, übermäßiger Alkoholkonsum oder hormonelle Störungen sein.

Hypoglykämie = Unterzuckerung. Der Blutzuckerspiegel sinkt unter den normalen Bereich.

Grenzwerte

Für den Notfall gibt es klare Grenzwerte, ab denen eine Hypoglykämie als gefährlich eingestuft wird und Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich sind:

Blutzuckerwert: < 54 mg/dl (akut!)[1] bei bekanntem Diabetes mellitus

akute Symptome: Tachykardie (hohe Herzfrequenz) (>100 bpm), Zittern, Herzrasen, Herzklopfen, Bluthochdruck (>140 Systole), Verhaltensänderungen (eher hyperaktive Symptome, z.B. Gereiztheit, Aggressivität), Kaltschweißigkeit, Blässe, Sprechstörungen. Den akuten Symptomen ging Heißhunger voraus.
Risiko: Bewusstseinsstörungen, Bewusstseinsverlust

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. wenn Blutzuckermessgerät vorhanden, Blutzuckerspiegel messen
3. Zucker geben (z.B. Traubenzucker, Fruchtsaft, Honig) – i.d.R. kann sich eine Hypoglykämie nach der Gabe schnell erholen
4. Beine hoch
positionieren, wenn bei Bewusstsein
5. Stabile Seitenlage, wenn ohne Bewusstsein, mit Atmung
5. Basismaßnahmen

Hypoglykämie ist in der Regel akut gefährlicher als eine Hyperglykämie, da sie schneller zu Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen führen kann.

🎬 Video: Erste Hilfe Unterzuckerung, ÖRK, youtube

Asthmaanfall: Definition, Symptome und Vorgehensweise

Definition: Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die zu wiederkehrenden Atembeschwerden führt. Bei Menschen mit Asthma reagieren die Atemwege überempfindlich auf bestimmte Trigger (Auslöser), was zu einer Verengung der Bronchien und damit zu Schwierigkeiten beim Atmen führt.

Symptome: Dyspnoe, pfeifende Atemgeräusche, stark erschwertes Ausatmen, Angstgefühl, Zyanose (= bläuliche Verfärbung der Haut, Schleimhäute, Lippen oder Fingernägel, = Zeichen für Sauerstoffmangel)

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. Person hinsetzen lassen und zu langsamer, tiefer Ausatmung anregen
4. Falls die PatientIn Notfallmedikamente besitzt (Asthmaspray), ihr diesen bringen
5. Basismaßnahmen

🎬 Video: Einer Person helfen, die einen Asthmaanfall hat, ÖRK, youtube

Kollaps (Synkope): Definition, Symptome und Vorgehensweise

Synkope = Kollaps, Ohnmacht, Bewusstseinsverlust

Es handelt sich um einen kurzfristigen Bewusstseinsverlust aufgrund einer vorübergehenden Unterbrechung der Gehirndurchblutung. In vielen Fällen ist eine Synkope harmlos. Eine Ursache kann zum Beispiel ein plötzlicher Blutdruckabfall aufgrund von Angst sein. Der plötzliche Blutdruckabfall ist spürbar an einer weichen Pulsqualität – der Puls ist fast nicht spürbar. Ebenso kann es bei Dehydration (z.B. bei Fieber) zu einem Kollaps kommen. Es kann sich aber auch um eine Herzerkrankung handeln, deshalb sollte eine Synkope immer ärztlich abgeklärt werden. Auch bei Schlaganfällen treten Synkopen auf.

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (zur Sicherheit, denn wenn du die Person nicht kennst, kannst du nicht abschätzen, ob es sich wirklich „nur“ um eine harmlose Synkope handelt)
2. Person ansprechen und nach Schmerzen fragen
3. Beine hoch
4. Basismaßnahmen
5. Arzt aufsuchen, auch wenn sich der Zustand verbessert

🎬 Video: Einer Person helfen, die einen Kreislaufkollaps hat, ÖRK, youtube

Verschlucken (Fremdkörperaspiration): Definition, Symptome und Vorgehensweise

Nahrung oder Fremdkörper bleiben in der Luftröhre stecken (Atemwegsverlegung).

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. mit flacher Hand ca. 5 x zwischen die Schulterblätter schlagen
4. falls keine Besserung eintritt: Heimlich-Manöver: Hände auf den Bauch, 5 x nach hinten und nach oben ziehen, um den Druck im Brustkorb zu erhöhen und so einen kräftigen Luftstoß aus der Lunge durch die Atemwege zu erzeugen
5. Basismaßnahmen

🎬 Video: Erste Hilfe – Atemwegsverlegung, ÖRK, youtube

Vergiftung: Definition, Symptome und Vorgehensweise

Eine Vergiftung tritt auf, wenn der Körper durch die Aufnahme von Toxinen beeinträchtigt wird.

Vergiftungsinformationszentrale 01/406 43 43

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Wenn ansprechbar, Person fragen, was sie zu sich genommen hat
3. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen? Der Notruf soll gleich die Vergiftungszentrale verständigen.)
4. Stabile Seitenlage
5. evtl. im Mund befindliche Reste ausspucken lassen
6. Person soll nicht erbrechen (ätzende Stoffe)
7. Basismaßnahmen

🎬 Video: Erste Hilfe: Vergiftung, ÖRK, youtube

Allergie: Definition, Symptome und Vorgehensweise

Bei einer Allergie kann es zu Dyspnoe und im schlimmsten Fall zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Symptome anaphylaktischer Schock: Dyspnoe, Keuchen, pfeifendes Atemgeräusch, Schwindel, Schwäche, Schweißausbrüche, Blässe, Bewusstlosigkeit, fadenförmiger + schneller Puls: kaum spürbar

1. Fragen, ob eine Allergie vorliegt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. bei Atemnot Oberkörper hoch und zu langsamer, tiefer Atmung anregen
5. bei Schwellung Kühlung mit Eis veranlassen
6. bei Bewusstlosigkeit BA-Schema: nach Notfalldiagnose Atem-Kreislaufstillstand Reanimation starten, bis die Rettungskräfte eintreffen oder die Person das Bewusstsein wiedererlangt und atmet

Druckverband anlegen: Material und Technik

  1. Wundauflage (verhindert das Eindringen von Keimen)
  2. Druckpolster (zum Stoppen der Blutung)
  3. Mullbinde

1. wenn eine zweite Person in der Nähe: Blutung mit der Hand auf der Arterie stoppen (Handschuhe anziehen)
2. Beine hoch
3. Wundauflage auflegen
4. Druckpolster anlegen
5. Mullbinde mit genügend Druck befestigen – die Rolle der Mullbinde muss beim Anlegen nach oben zeigen

🎬 Video: Erste Hilfe: Druckverband anlegen, ÖRK, youtube

Kleine Verbrennung: Vorgehensweise

1. Handschuhe anziehen
2. Wunde mit handwarmem Wasser spülen (größere Verbrennungen werden nicht mehr gekühlt)
3. Kühlung stoppen, wenn dem Verletzten kalt wird
4. keimfreien Verband locker anlegen
5. Basismaßnahmen durchführen

Schock: Definition, Symptome, Ursachen, Vorgehensweise

Ist eine schwere Kreislaufveränderung, bei der es zu einer Minderdurchblutung lebenswichtiger Organe kommt. Ohne rechtzeitige Behandlung kann dies im schlimmsten Fall tödlich enden. 

Symptome: blasse, feucht-kalte Haut, schneller, aber kaum tastbarer, fadenförmiger Puls, schnelle, flache Atmung, Kältegefühl, zittern, abnormes Verhalten (sehr ruhig bis sehr aktiv), langsame Bewegungen, Delir

Ursachen: z.B. Blutverlust, Allergie, Infektionen, Herzerkrankung, Schädigung von Hirnregionen 

Es gibt verschiedene Schock-Arten:
hypovolämischer Schock: Blutverlust, Flüssigkeitsmangel, Blutstillung hat oberste Priorität
anaphylaktischer Schock: Allergie, Gefäßerweiterung und Flüssigkeitsmangel, Entfernen des Auslösers der Allergie hat oberste Priorität (z.B. Bienenstachel), Arzt verabreicht ggf. Adrenalin
septischer Schock: Infektion, erweiterte Gefäße, Positionierung hat oberste Priorität, Arzt verabreicht ggf. Antibiotika
kardiogener Schock: z.B. Myokardinfarkt, verminderte oder keine Pumpleistung, Positionierung hat oberste Priorität (Atemnot!), ggf. Reanimation
neurogener Schock: Nervenschädigung, fehlende Gefäßspannung, Positionierung hat Priorität
hämolytischer Schock: lebensbedrohliche Kreislaufreaktion, die durch eine massive intravasale Hämolyse, meist infolge einer inkompatiblen Bluttransfusion, ausgelöst wird und zu schwerer Hypotonie, Multiorganversagen und akutem Nierenversagen führen kann

1. BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks
2. ggf. Wundversorgung und rasche Blutstillung (Handschuhe anziehen)
3. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
4. Beine hoch, außer bei Atembeschwerden
5. bei Atembeschwerden: Oberkörperhochlagerung und beengende Kleidungsstücke öffnen
6. Zudecken
7. Basismaßnahmen
8. Bei Atem-Kreislaufstillstand Reanimation starten bis zum Eintreffen der Spezialkräfte
9. Wenn der Patient wieder eigenständig atmet und sich bewegt, kann die Reanimation beendet werden.

Spülung eines verletzten Auges: Vorgehensweise

1. Notruf
2. Kopflage seitlich, damit das Wasser abfließen kann
3. Auge weit aufmachen, Person soll nicht zusammenkneifen
4. verletztes Auge mit klarem Wasser spülen (nach unten)
5. Auge soll nicht mit der Wasserflasche in Berührung kommen
6. richtige Fließrichtung beim Spülen (von innen nach außen bzw. nach unten, damit keine Fremdkörper ins Innere des Auges gelangen)
7. Fremdkörper nicht reiben
8. Dauer der Spülung (ca. 10 bis 15 Minuten)
9. Augenkompresse auf das verletzte Auge, Verband über beide Augen
10. Basismaßnahmen bis die Rettungskräfte eintreffen

🎬 Video: Notfallversorgung am Auge, Rienhöfer Augenoptik, youtube

Beatmung funktioniert nicht: Fehlerbehebung

• Sicherstellen, dass die Atemwege frei sind (Fremdkörper, Erbrochenes, Zunge)
• Überprüfen, ob Kopf überstreckt ist
• C-Griff beim Ambu-Beutel richtig ausgeführt
• Sicherstellen, dass Mund und Nase verschlossen sind
• Wenn die Erste-Hilfe-Maßnahme alleine durchgeführt wird und Beatmung nicht möglich, dann nur noch Thoraxkompression durchführen
• bei Bedarf Tubus setzen zum Öffnen der Atemwege (bei Profi-Reanimation)

Hyperglykämie (Überzuckerung): Definition, Symptome und Vorgehensweise

Hyperglykämie = Überzuckerung. Blutzuckerspiegel steigt über den normalen Bereich an.

Grenzwerte

akut: Blutzuckerwert ab 250 mg/dl

akute Symptome: Atmung Azetongeruch, tiefe Atmung (Kussmaulatmung) (beides Hinweise auf diabetische Ketoazidose), trockener Mund, trockene Haut, Bauchschmerzen, Polydipsie (starker Durst), Polyurie (starkes Wasserlassen), starke Müdigkeit, Delir bis zum Koma. Schon seit längerem langsam heilende Wunden.

Bei diabetischer Ketoazidose (lebensgefährlicher Zustand) ist rasches ärztliches Eingreifen notwendig.

1. laut BA-Schema im Rahmen des Notfallchecks hast du Bewusstsein und Atmung festgestellt
2. Notruf (Dein Name – Was ist passiert? – Wo ist es passiert? – Wie viele Personen sind betroffen?)
3. wenn Blutzuckermessgerät vorhanden, Blutzucker messen
3. viel Wasser geben
4. falls die Person Notfallmedikamente hat, ihm diese bringen

5. Insulin nur dann verabreichen, wenn die Person dies selbst sicher handhaben kann und klar instruiert ist (nicht selbstständig Insulin geben ohne Anweisung!)
6. Basismaßnahmen bis die Spezialkräfte eintreffen

Bei Unsicherheiten (z. B. ob es sich um Hypo- oder Hyperglykämie handelt) sollten Traubenzucker oder andere Kohlenhydrate gegeben werden, da diese bei Hypoglykämie Leben retten können und bei Hyperglykämie keinen großen Schaden anrichten. Spritzt man hingegen ohne Sicherheit Insulin, kann dies bei einer bereits bestehenden Hypoglykämie zu einer weiteren gefährlichen Senkung des Blutzuckerspiegels führen, was lebensbedrohlich sein kann.

🎬 Video: Hyperglykämie oder Hypoglykämie, Dr. Claudia Bignion / youtube

Hitzenotfall

Symptome:

Kopfweh
Übelkeit
hochroter Kopf
erhöhte Körpertemperatur
Schwindel
Schüttelfrost

in den Schatten bringen bzw. Schatten machen (z. B. Alu-Rettungsdecke, Regenschirm)
• Kopf/Nacken mit feuchten Tüchern kühlen
alkoholfreie Getränke ohne Koffein (z.B. Wasser, Tees, verdünnte Fruchtsäfte) zu trinken geben
angenehme Lagerung, z.B. Oberkörper hoch

Psychiatrischer Notfall

  • Auf das eigene Bauchgefühl hören
  • Intensität der Verhaltensänderung
  • Nachvollziehbarkeit der Reaktionen
  • Selbst- oder Fremdgefährdung

• aktives Zuhören
• offene Körperhaltung
• angemessene Distanz: Berührungen nur, wenn angebracht
• Nachfrage, Wiederholung, Bestärkung
• ev. auf Krisenhotlines aufmerksam machen
• bei Selbst- oder Fremdgefährdung: Notruf 144

Eigenschutz vor Fremdschutz!

Verkehrsunfall

1. Alarmblinkanlage, Warnweste
2. Warndreieck aufstellen
3. Notruf (Wer? Wo? Was? Wie viele?)
4. Retten
5. BA-Schema
6. weitere Maßnahmen je nach Anlassfall

Nasenbluten

• Kopf nach vorne beugen
• Nasenlöcher zusammendrücken (saugendes Tuch verwenden) und Mundatmung
• kaltes Tuch in den Nacken legen
• Basismaßnahmen

Fremdkörper in der Wunde

• Fremdkörper fixieren (Wundauflage, Mullbinde)
• Basismaßnahmen

Tierbiss

• Momentverband anlegen
• Arzt aufsuchen

Bluthochdruckkrise (Hypertensive Krise)

Bei einer Bluthochdruckkrise (ab 220 systolischer Wert) akut! Medizinischer Notfall!

1. Notruf
2. Oberkörperhochpositionierung
3. beengende Kleidung öffnen


Der Person wird ein blutdrucksenkendes Medikament gegeben (lt. Anordnung), danach Vitalzeichen überwachen.

BezeichnungDefinition
anaphylaktischer Schockallergischer Schock
Angina-pectoris-Anfallvorübergehende Minderdruchblutung aufgrund eines Sauerstoffmangels des Herzens
AspirationFlüssigkeit oder Fremdkörper gelangen in die Atemwege
Asthmachronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege
AsystolieHerzstillstand
DehydrationFlüssigkeitsmangel
Delirvorübergehende Verwirrtheit
Diabetische Ketoazidoselebensgefährliche Hyperglykämie
DyspnoeAtemnot
EpilepsieKrampfanfall
FremdkörperaspirationVerschlucken
HyperglykämieÜberzuckerung
HypoglykämieUnterzucker
HypothermieUnterkühlung
InsultSchlaganfall
Kammerflimmernakut lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, zwingend reanimationspflichtig
LarynxKehlkopf
Larynx-Tubus„Kehlkopfröhre“, wird über den Mund in den Rachen eingeführt, liegt oberhalb der Stimmritze, wird nicht nid in die Luftröhre vorgeschoben, zwei Cuffs dichten den Mund-Nasen-Rachen-Raum bzw. die Speiseröhre ab
Nasopharyngeal-Tubus „Wendl-Tubus“, „Röhre für Nase und Rachen“ Atemwegshilfe, wird durch ein Nasenloch in den Rachen eingeführt, hält einen Weg zwischen Nase und Rachen offen, verhindert, dass die erschlaffte Zunge oder der weiche Gaumen den oberen Atemweg verlegen, wird bei bewusstseinsgetrübten Personen eingesetzt, im Vergleich zum Guedel-Tubus wird er häufig besser toleriert, weil er nicht durch den Mund eingeführt wird
MyokardinfarktHerzinfarkt
Oropharyngeal-Tubus„Guedel-Tubus“, „Mund-Rachen-Röhre“, Atemwegshilfe, bei bewusstlosen, stark bewusstseinsgetrübten verwendet, verhindert, dass die Zunge nach hinten fällt und die oberen Atemwege verlegt, erleichtert die Maskenbeatmung
PharynxRachen
Polydipsie starker Durst
Polyurie starkes Wasserlassen
Systoleerster Wert bei der Blutdruckmessung
Sternum Brustbein
SynkopeKollaps, Ohnmacht, Bewusstseinsverlust
Tachykardiehohe Herzfrequenz
ThoraxkompressionHerzdruckmassage
TracheaLuftröhre
Ventilation Beatmung
Zyanosebläuliche Verfärbung der Haut, der Schleimhäute, Lippen oder Fingernägel, Zeichen für Sauerstoffmangel

Alles Gute bei der Prüfung! 🍀

Autoritäten zum Thema:

  1. Österreichisches Rotes Kreuz (ÖRK) – wichtigste österreichische Referenz für allgemeine Erste Hilfe. Die aktuelle ÖRK-Lehrmeinung ist für Lehrbeauftragte verbindlich und wird nach neuen ERC-Leitlinien bzw. wissenschaftlichen Erkenntnissen überarbeitet.
  2. Arbeitsinspektion Österreich – maßgeblich für gesetzliche Vorgaben zur Ersten Hilfe in Betrieben. Sie verlangt bei Arbeitsstätten ab fünf Beschäftigten mindestens 16 Stunden Ausbildung „nach den Richtlinien des Österreichischen Roten Kreuzes oder gleichwertig“.
  3. Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) – zentrale Stelle für betriebliche Erste Hilfe, Unfallverhütung und Erste-Hilfe-Material. Die AUVA arbeitet bei der Ausbildung betrieblicher Ersthelfer:innen mit Rettungsorganisationen zusammen.
  4. Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs – anerkannte Rettungsorganisation mit Erste-Hilfe-, Führerschein- und betrieblichen Ersthelferkursen.
  5. Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich – bietet anrechenbare Erste-Hilfe-Grundkurse für Führerschein und Betriebe sowie Fortbildungen für Lehrpersonal und Pflegekräfte an.
  6. Malteser Hospitaldienst Austria – anerkannte Rettungsorganisation; vermittelt Erste Hilfe, Reanimation und AED-Anwendung nach aktuellen ERC-Leitlinien. ()
  7. Sanitätsdienst des Österreichischen Bundesheeres – gesetzlich als Einrichtung genannt, in der Tätigkeiten von Sanitäter:innen ausgeübt werden dürfen; der Grundwehrdienst gilt arbeitsrechtlich ausdrücklich als mögliche gleichwertige Erste-Hilfe-Ausbildung. (RIS)
  8. Österreicher Rat für Wiederbelebung / Austrian Resuscitation Council (ARC) – österreichische Fachinstanz für Reanimationsausbildungen; seine Kurse beruhen auf den Leitlinien des ERC.
  9. European Resuscitation Council (ERC) – maßgebliche europäische Leitlinieninstanz für Reanimation, AED, Basic Life Support, Kindernotfälle und Erste Hilfe. Die ERC-Leitlinien 2025 enthalten ausdrücklich ein Kapitel „First Aid“.
  10. International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) – internationale wissenschaftliche Grundlage für Reanimations- und Erste-Hilfe-Empfehlungen; ILCOR bewertet Studien und veröffentlicht evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen. ()
  11. Österreichischer Bergrettungsdienst (ÖBRD) – besonders geeignet für Erste Hilfe im alpinen Gelände, Unterkühlung, Sicherung und Notfälle fernab regulärer Versorgung. Die Ausbildung umfasst erweiterte Erste Hilfe und Alpinmedizin.
  12. Österreichische Wasserrettung (ÖWR) – wichtige Spezialautorität für Ertrinkungsunfälle, Rettung am und im Wasser sowie wasserbezogene Notfälle.

Quellen:
1] Österreichische Diabetes Gesellschaft (2026) 10.53 – Hypoglykämie, S. 1. Verfügbar unter: https://www.oedg.at/diabetes-alles-klar/10-53-Hypoglykämie.pdf (Zugriff: 17. Mai 2026)


Bild: pixabay @JamesRein