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Pathologie: Neurologische Krankheitsbilder

Aufbereiteter Lehrinhalt, Unterrichtsfach: Pathologie fĂĽr die Pflegeassistenz


03.05.2026


Demenz (Demenzielles Syndrom)

Definition

• chronisch-progredienter Symptomkomplex: Symptome betreffen die kognitiven Fähigkeiten (Gedächtnis, Denk- und Urteilsvermögen, Affektkontrolle, Sprache)
• meist neurodegenerativ (Verschlechterung bis zum vollständigen Verlust der kognitiven Leistungsfähigkeit)
• „meist“ deshalb, weil Demenz verschiedene Ursachen haben kann. Nicht bei jeder Demenzform sterben die Gehirnzellen direkt durch die Erkrankung ab.

Man unterscheidet:

• primäre Demenzformen
• sekundäre Demenzformen

Die primären Demenztypen sind gekennzeichnet durch eine direkte krankhafte Veränderung des Gehirns, dazu gehören alle neurodegenerativen Demenzen wie Alzheimer, frontotemporale Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz.

Sekundäre demenzielle Syndrome entstehen als Folge einer anderen Erkrankung, Störung, Vergiftung oder eines Mangels. Die Ursache liegt dabei nicht in einer neurodegenerativen Erkrankung des Gehirns. Solche sekundären Demenzen sind teilweise behandelbar oder rĂĽckbildungsfähig, wenn die Ursache frĂĽh erkannt und behandelt wird. Beispiel: Pseudodemenz bei Depression – schwere Depressionen im Alter imitierten oft eine Demenz. Nach einer Behandlung mit Antidepressiva oder Psychotherapie erholt sich die geistige Leistungsfähigkeit komplett.

Pathologie, Pathogenese

• Kommunikation zwischen den Neuronen gestört
• es kommt zum Untergang von Nervenzellen und zum fortschreitendem Verlust geistiger Funktionen wie Denken, Orientierung und Lernfähigkeit
• kognitive und soziale Fähigkeiten nehmen ab
• je nach Form kann das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache, die Persönlichkeit sowie die Motorik betroffen sein
• genauen Ursachen bis heute noch nicht zur Gänze geklärt
• häufigste Form der Demenz: Alzheimer-Demenz; Ursache idiopathisch, aber mutmaĂźlich sind EiweiĂźablagerungen im Gehirn daran beteiligt

Demenz Formen

Man unterscheidet zwischen:
• neurodegenerativen und vaskulären Demenzen (Nervenzellabbau vs. Durchblutungsstörung)
• primären und sekundären Demenzen (direkte Schädigung vs. Folge einer anderen Erkrankung)

Gängiste Formen:
• Alzheimer-Demenz (60-70%): primäre Demenzform, die Nervenzellen sterben aufgrund dieser Primärerkrankung ab
• vaskuläre Demenz (20%): Gefäßschäden, Durchblutungsstörungen, z.B. ausgelöst durch einen Schlaganfall
• Frontotemporale Demenz: Stirn- und Schläfenlappen betroffen
• Lewy-Körperchen-Demenz: Leitsymptom Halluzinationen
• Parkinson-Demenz: Folge- oder Sekundärerkrankung von Morbus Parkinson
• Metabolische Demenz: Leberfunktionsstörungen
• Korsakow-Syndrom: Alkoholdemenz

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was ist der Unterschied zwischen Demenz und Delir?💡🧩 🪢

Demenz: Schweregrade

• leichte Demenz 
• mittelschwere Demenz
• schwere Demenz

Leichte Demenz

• Kognitive Beeinträchtigungen: komplexe tägliche Aufgaben können nicht mehr ausgeführt werden
• LebensfĂĽhrung: Die selbstständige LebensfĂĽhrung (Alltag) wird zwar beeinflusst, ein unabhängiges Leben ist dennoch möglich.
• affektive Störungen: Depression, Antriebsmangel, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
• benötigte Hilfe: fallweise

Mittelschwere Demenz

• Kognitive Beeinträchtigungen: einfache Aufgaben können nur noch teilweise selbstständig ausgefĂĽhrt werden
• LebensfĂĽhrung: Ein unabhängiges Leben ist nicht mehr möglich. PatientInnen sind auf fremde Hilfe angewiesen, eine selbstständige LebensfĂĽhrung ist nur noch teilweise möglich
• affektive Störungen: Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln (nervöse und ungeschickte Bewegungen der Hände, die etwas tasten und/oder suchen)
• Benötigte Hilfe: notwendig, jedoch keine ununterbrochene Beaufsichtigung

Schwere Demenz

• Kognitive Beeinträchtigungen: Gedankengänge können nicht mehr nachvollziehbar kommuniziert werden
• Lebensführung: Es ist keine unabhängige, selbstständige Lebensführung möglich
• häufige affektive Störungen: Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln
• benötigte Hilfe: dauerhafte Betreuung und Beaufsichtigung notwendig

Einzelne Stadien können sich in ihrer Symptomatik ĂĽberschneiden. In der Endphase der Erkrankung sind die Betroffenen im sogenannten embryonalen Stadium. Sie sind bettlägerig und benötigen palliative Versorgung.

Symptome

Anfangssymptome:
• Gedächtnisverlust ​
• Orientierungsprobleme​ zeitlich, örtlich
• Verlegen von Gegenständen​
• vermindertes Urteilsvermögen (Geld, Sauberkeit)
• Vergesslichkeit​
• Sprachstörungen​
• Wesensveränderungen​
• Reizbarkeit​
• Misstrauen
• Sozialer Rückzug
• Ängstlichkeit
• Depression

Symptome Alzheimer Demenz

• Morbus Alzheimer
• beginnt schleichend
• Ursache idiopathisch
• abnormale Proteinablagerungen​ im Gehirn (bestimmte EiweiĂźe werden nicht mehr richtig verarbeitet oder abgebaut) 
• Zelltod (Untergang von Nervenzellen im Gehirn)
• nach dem deutschen Nervenarzt Alois Alzheimer benannt

Frühstadium: Leichte Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten bei der Wortfindung und Orientierungsschwierigkeiten, wenig Hilfe notwendig
Mittleres Stadium: Deutliche Gedächtnisverluste, Verhaltensänderungen, Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben
Spätstadium: Schwere kognitive Beeinträchtigungen, Verlust der Sprachfähigkeit, vollständige Pflegebedürftigkeit

Der Unterschied zwischen Alzheimer-und vaskulärer Demenz:
vaskuläre Demenz beginnt plötzlich – Alzheimer-Demenz schleichend

Verlauf Alzheimer Demenz

• Beginn 10 Jahre vor ersten Symptomen
• von Beginn der Symptome über die Diagnose und bis zum Tod ca. 10 Jahre
• ca. 20 Jahre

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen der Alzheimer-Demenz sind noch nicht vollständig geklärt.

• Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, insbesondere ab 65 Jahren.
• Genetische Veranlagung: Bestimmte genetische Faktoren können das Risiko erhöhen.

Diagnose

• Neurologe
• Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder der Demenz-Detektions-Test (DemTect), Uhrentest
• MRT
• Differenzialdiagnosen (Depression, Blutabnahme, Liquor Untersuchung)

Therapie

• medikamentös
• nicht-medikamentös

medikamentös
• Antidementiva
• ggf. Antidepressiva
• ggf. Neuroleptika (antipsychotisch)
• ggf. Ginkgo biloba (pflanzlich, Krankheitsstadium: Leicht bis mittelschwer, auch zur Therapie von vaskulärer Demenz geeignet)

nicht medikamentös
• Validation
• Physiotherapie
• Logopädie
• Ergotherapie

Schlaganfall

Definition 

Ein Schlaganfall (Hirnschlag, Apoplex, Insult, Stroke) ist eine plötzlich auftretende Minderdurchblutung des Gehirns durch den Verschluss (ischämischer Stroke) oder das Platzen einer gehirnversorgenden Arterie (hämorrhagischer Stroke). Daher unblutig oder blutig. Es kommt zu einer plötzlichen Sauerstoffunterversorgung und dem Absterben von Nervengewebe. Ein Schlaganfall ist IMMER ein akuter Notfall! 

Jede Minute zählt, da bei einem akuten Schlaganfall pro Minute bis zu 2 Millionen Nervenzellen absterben. Die Zeitspanne zwischen dem Auftreten eines Schlaganfalls und dem Beginn der Behandlung spielt eine entscheidende Rolle dafĂĽr, wie gut sich die PatientIn anschlieĂźend regeneriert.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Nice to know: Wie viele Nervenzellen besitzt ein menschliches Gehirn in etwa?💡🧩 🪢

Man unterscheidet zwei Hauptformen des Schlaganfalls: 
• ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt, Verschluss einer Arterie im Gehirn, ca. 80-85% der Fälle) 
• hämorrhagischer Schlaganfall (Hirnblutung, Platzen einer gehirnversorgenden Arterie, ca. 15-20% der Fälle) 

Die Vorstufe zum Schlaganfall: Mini Stroke:
TIA steht für Transitorische Ischämische Attacke. Der Unterschied zum Stroke ist, dass die Gefäße nicht komplett zugehen, sondern eine zeitbegrenzte Durchblutungsstörung darstellt. Daher Symptome, jedoch keine Schädigung der Nervenzellen.

• eine kurze, meist nur Minuten andauernde Durchblutungsstörung im Gehirn mit den Symptomen eines Strokes
• Die Symptome einer TIA bilden sich immer vollständig zurück, meist nach wenigen Minuten (kann aber auch bis zu 24 h dauern)
• es handelt sich immer um einen medizinischen Notfall → Stroke Unit untersucht werden – kann der Vorbote eines Schlaganfalls sein
• wird als Ursache eine Verengung der Halsschlagader (Karotisstenose) gefunden → OP

Ursachen und Risikofaktoren: 
Ischämischer Insult: Durch diese Faktoren kann es zur Arteriosklerose kommen
• Bluthochdruck
• Diabetes mellitus
• erhöhte Blutfette, besonders erhöhtes LDL-Cholesterin
• Rauchen
• Bewegungsmangel
• ungesunde Ernährung
• höheres Alter
• Hypertonie
• Adipositas
Hämorrhagischer Insult: Durch diese Faktoren kann es zu Thrombosen und Embolien kommen
• Arrythmien
• Herzklappenfehler und Vorhofflimmern
• Gerinnungsstörungen
• Antikoagulanzien
• Drogenkonsum

Auch das Geschlecht ist ein Risikofaktor – Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Ebenso spielt die familiäre/genetische Veranlagung eine Rolle.
Die Transitorische ischämische Attacke (Mini-Schlaganfall) kann eine Vorstufe eines Schlaganfalls sein.

Pathophysiologie Ischämischer Schlaganfall

Gefäßverschluss im Gehirn → plötzliche Minderdurchblutung der betroffenen Hirnareale (Ischämie) → Sauerstoffmangel (Hypoxie) → Hirnzellen können bereits nach wenigen Minuten absterben (Nekrose)

Hauptursachen Ischämischer Schlaganfall
• Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) – ist die häufigste Ursache
• Blutgerinnsel (Thrombose) – auch hier ist die primäre Ursache eine Arteriosklerose, der Thrombus bildet sich an einer verengten Stelle

Pathophysiologie Hämorrhagischer Schlaganfall

gehirnversorgende Arterie platzt → Blut tritt in das Hirngewebe aus → sammelt sich an → Druck auf gesundes Hirngewebe und Blutgefäße → unterbricht neuronale Verbindungen → zerstört Nervenzellen im Gehirn und (iwF kann es zu Hirnödemen kommen, welche den Druck weiter steigern)

Hauptursachen Hämorrhagischer Schlaganfall
• Antikoagulanzien in Kombination mit bestehendem Bluthochdruck
• Bluthochdruckkrise
• Aneurysma
• Schädel-Hirn-Trauma

Symptome

• Hemiparese, Hemiplegie: Plötzliche Schwäche oder Lähmung, häufig auf einer Körperseite, z. B. Arm, Bein oder Gesicht
• Fazialparese: einseitig gelähmte Gesichtsmuskulatur, hängendes Augenlid, auffällige Augenstellung, herabhängender Mundwinkel
• Apraxie: Handlungsstörung, z.B. Person hat den Ablauf des Telefonierens vergessen
• Vertigo: plötzlicher Schwindel
• Cephalea: vernichtender Kopfschmerz, kann auf eine akute Hirnblutung hindeuten
• Vigilanz: verminderte Wachheit, Bewusstseinsstörungen, Orientierungsstörungen
• Ataxie: Gangstörung, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörung
• Agnosie: Störung des Erkennens, z.B. Person sieht Schlüssel vor sich, kann ihn aber nicht als Schlüssel erkennen oder benennen
• Aphasie: akute Sprach- oder Verständnisschwierigkeiten, lallen, Finden richtiger Worte, Verständnisprobleme
• Broca-Aphasie: gestörte Sprachproduktion, Sprachverständnis meist relativ gut erhalten
• Wernicke-Aphasie: Sprachproduktion oft schnell und flüssig, aber inhaltlich unverständlich ist, Sprachverständnis gestört, oft fehlendes Problembewusstsein
• Globale-Aphasie: Sprachproduktion und Sprachverständnis stark gestört
• Nausea, Emesis
• epileptischer Anfall
• visuelle Störungen: Sehstörungen. Doppelbilder, verschwommenes Sehen, plötzlicher einseitiger Sehverlust, einseitige Pupillenerweiterung
• Apraxie: Handlungsstörung

🫏 Eselsbrücke:

„A-TAXI fährt gerade nicht.“
Ein Taxi, das schlingert, wackelt und nicht sauber in der Spur bleibt.
➡️ Ataxie = Koordinationsstörung der Bewegung.

„A-PRAXIS: Die praktische Handlung klappt nicht.“
Die geplante Handlung gelingt nicht richtig.
➡️ Apraxie = Handlungsstörung.

„A-GNOSIE = ich erkenne es nicht.“
Gnosis bedeutet Erkennen / Wissen. Mit A- davor heiĂźt es: Nicht-Erkennen.
➡️ Agnosie = Erkennungsstörung.

Symptome nach einem Schlaganfall (relevant fĂĽr die Pflege):
• Hemiparese
• Hemiplegie
• Pusher-Symptomatik
• Neglect
• Dysphagie

Diagnostik 

• CT / CT- A
• MRT / MR-A
• Dopplersonographie der Halsgefäße (Carotis Arterien)

(CT-Angiographie / MR-Angiografie: Kontrastmittel-US der Gehirnarterien)

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was ist der Unterschied des CTs im Vergleich zum herkömmlichen Röntgenbild? Mit welchem Medium arbeitet das MRT und geht damit eine Strahlenbelastung einher? 💡🧩 🪢

Akutdiagnostik:
• FAST-Schema
• keine Zeit verlieren (time is brain!)
• eine Blutzuckermessung zum Ausschluss einer Hypo- oder Hyperglykämie ist empfehlenswert 

Der Nutzen der darauf folgenden Therapie (Thrombolyse) ist umso größer, je rascher die Therapie zur Anwendung kommt. Der optimale Zeitraum für eine Lysetherapie liegt innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome (ist nur bei einem Verschluss möglich, nicht beim hämorrhagischen Stroke)

Präventiv:
EKG (Vorhofflimmern)

Laborwerte:  
Blutzucker: sowohl Hypoglykämie (Unterzuckerung) als auch Hyperglykämie (Überzuckerung) können Symptome hervorrufen, die einem Schlaganfall ähneln

Therapie

Die Therapie beim ischämischen Schlaganfall unterscheidet sich von der Therapie beim hämmorhagischen Schlaganfall.

akut, ischämisch:
in spezialisierten Einrichtungen, z.B. Stroke Units oder neurologischen Intensivstationen
Thrombolyse: medikamentöse Auflösung eines Thrombus (intravenös-systemisch, antraarteriell-lokal) = Goldstandard (Risiko: hoher Blutverlust)
Thrombektomie: mechanische Entfernung eines Thrombus aus einem Blutgefäß (über die Leiste) bei großen Verschlüssen (Time is Brain!), dg. v. RadiologInnen

akut, hämorrhagisch:
Operation, wenn die Gefahr einer zu großen Druckentwicklung im Gehirn besteht (oft mit Öffnung des Schädels)

Rehabilitation 
• Physiotherapie
• Ergotherapie
• Logopädie

Ziel: Verbesserung der Symptome und Vermeidung von Folgeschäden

Wichtig für Ersthelfer: Die erste Zeit nach einem Schlaganfall entscheidet über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. Daher ist es besonders wichtig, einen Schlaganfall und die Symptome zu erkennen. Jede Minute zählt! Time is brain! Notieren sie die Zeit und geben Sie diese der Rettung weiter.

Prävention

• Primärprävention
• Sekundärprävention

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was ist der Unterschied zwischen Primärprävention und Sekundärprävention? 💡🧩 🪢

Primärprävention 
• Nikotinverzicht und reduzierten Alkoholkonsum
• Gesunde Ernährung und Gewichtsnormalisierung  
• Regelmäßige körperliche Aktivität  
• Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin  

Sekundärprävention 
• Gerinnungshemmung (Thrombozytenaggregationshemmer [ASS] oder Antikoagulation [oral, s.c.])
• Therapie bei erhöhtem LDL-Cholesterin (Statine)
• Blutdrucksenkung (ACE-Hemmer, Calciumantagonisten)

Relevant fĂĽr die Pflege

Schlaganfallpatienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko fĂĽr eine Pneumonie. HauptgrĂĽnde dafĂĽr sind Dysphagien, Aspiration, ein geschwächtes Immunsystem, Bettlägerigkeit und Bewegungsmangel. Zu den Prophylaxen fĂĽr Schlaganfallpatienten gehört daher auch die Pneumonieprophylaxe.

Erste Hilfe MaĂźnahmen

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Welche Erste Hilfe Maßnahmen setzt du bei einem Schlaganfall?💡🧩 🪢

Multiple Sklerose (MS)

Definition

Encephalomyelitis disseminata. Chronisch-entzĂĽndliche, neuodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, die progredient oder rezidivierend verlaufen kann. „Die Krankheit mit den tausend Gesichtern“. Die Erkrankung kann kaum bemerkbar erscheinen oder deutlich lebenseinschränkend sein. Multiple Sklerose gilt derzeit als unheilbar, aber gut behandelbar.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Anatomie: Was gehört zum Zentralnervensystem? 💡🧩 🪢

Pathogenese, Pathophysiologie

• Ursache ist noch nicht endgültig geklärt
• sowohl erbliche Faktoren als auch äußere Einflüsse spielen eine Rolle
• diskutiert werden u. a. virale Infektionen (z.B. Masern, Herpes oder Epstein-Barr)
• auch ein Zusammenhang mit Vitamin-D wird diskutiert (Sonnenlichtexposition) oder Rauchen (Nikotin)

MS ist eine Autoimmunerkrankung: das körpereigene Immunsystem ist fehlgesteuert und richtet sich gegen gesunde, körpereigene Strukturen.
Durch entzündliche Prozesse werden die Myelinscheiden, also die schützenden Hüllen der Nervenfasern (Axonen), geschädigt oder zerstört. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervenimpulsen verlangsamt oder gestört. An den betroffenen Stellen im Gehirn und Rückenmark entstehen Entzündungsherde, sogenannte Plaques (weiße Punkte im CT), die im Verlauf vernarben können (Sklerosen). Die verlangsamte Nervenleitungsfunktion führt zu einer Funktionsbeeinträchtigung der Körperfunktionen, die sich nach dem Schub zurückbilden kann. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kann es zu einer deutlichen Einschränkung der Mobilität kommen. Dank der heutigen Therapiemöglichkeiten ist die Prognose jedoch insgesamt deutlich besser als früher.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Welche Funktion haben die Myelinscheiden?💡🧩 🪢

„Die Krankheit mit den 1000 Gesichern“: Diesen Beinahmen erhielt die Krankheit, weil ihre Symptomatik von Patient zu Patient sehr stark abweichen kann. Das liegt daran, da man nie weiĂź, wo im Gehirn und RĂĽckenmark EntzĂĽndungen entstehen.

Definition „Schub“:
akute EntzĂĽndung der nerven mit produktiven Symtomen die sich jedoch wieder kompett zurĂĽckbilden

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Immunsystem: Was ist eine akute und was eine chronische Entzündung?💡🧩 🪢

Symptome

FrĂĽhsymptome:
unregelmäßige SchĂĽbe mit Sehstörungen (SehnerventzĂĽndung) und Sensibilitätsstörungen wie „Ameisenlaufen“.
Schübe: = akuter Entzündungsprozess der Nervenfasern mit Symptomen, die sich komplett zurückbilden oder Narben hinterlassen können

Im weiteren Verlauf der Erkrankungen können alle Gehirn- und Rückenmarksfunktionen betroffen sein:
• Sehstörungen (getrübt, wie durch eine Milchglasscheibe)
• Motorik, Koordination
• Sensibilitätsstörungen, Kribbeln, „Ameisenlaufen“
• Muskelschwäche, Muskelverspannung, Muskelspastiken
• Lähmung (Parese)
• Steifigkeit (Spastizität)
• Blasen- und Darmstörung
• Kognitive Probleme (Konzentrationsstörungen)
• Depression
• Gangunsicherheit
• Schmerzen
• Fatigue

Diagnostik

• Anamnese beim Neurologen
• Lumbalpunktion (Liquor Untersuchung)
• MRT (macht Plaques und Narben sichtbar)
• Nervenleitgeschwindigkeit

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was ist eine Lumbalpunktion?💡🧩 🪢

Therapie

• akute Schubtherapie: Cortison (reduziert die Entzündungsreaktionen, und dadurch die funktionellen Einschränkungen)
• Basistherapie: Medikamente zur Verlangsamung des Krankheitsverlauf und Verhindern von Schüben
1. Immunmodulation (z.B. Interferon-beta, verringert EntzĂĽndungsreaktionen)
2. Immunsuppression (unterdrückt das Immunsystem, hemmt das körpereigene Immunsystem)
3. Immunrekonstitution (Immunsystem wird „heruntergefahren“ und „neu gestartet“)
• Symptomatische Therapie: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Medikamente gegen einzelne Beschwerden
• Lebensstil: Bewegung, Stressreduktion, gesunde Ernährung

Epilepsie

Definition

ist eine neurologische Erkrankung, bei der es zu unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn (epileptischer Anfall, Krampfanfall) kommt, die vorübergehend die normalen Funktionen des Gehirns stört. Ein Anfall reicht von kurzen Phänomenen ohne Bewusstseinsverlust über Absencen und Zuckungen bis zum klassischen Grand Mal. Zwischen den Anfällen ist die PatientIn meist beschwerdefrei.

Von einer Epilepsie wird gesprochen, wenn mindestens zwei nicht provozierte epileptische Anfälle aufgetreten sind.

Pathogenese, Pathophysiologie

Risikofaktoren

Es gibt Erkrankungen, bei denen bereits nach einem ersten epileptischen Anfall ein deutlich erhöhtes Risiko besteht, dass weitere Anfälle auftreten:
• Hirntumor
• Hirnschädigungen rund um Geburt und Schwangerschaft
• Schlaganfall
• Schädel/Hirn-Trauma
In solchen Fällen kann schon nach dem ersten Anfall von einer erhöhten Anfallsneigung ausgegangen werden – man spricht hier von symptomatischen Epilepsien.

Ursachen

• idiopathisch
• symptomatisch
• kryptogen

idiopathisch
• Ursache unbekannt
• genetisch bedingt
• treten vor allem in der Kindheit und Jugend auf

symptomatisch
• als Begleiterscheinung einer/s:
• Hirntumors
• Hirnschädigung rund um Geburt und Schwangerschaft
• Schlaganfalls
• Schädel/Hirn-Traumas

kryptogen
• mutmaßlich symptomatisch
• es wird eine erworbene Schädigung vermutet, aber diese lässt sich (noch) nicht nachweisen

Arten von Anfällen

Epileptische Anfälle werden nach der Form ihrer Ausbreitung unterteilt in:
• fokale
• generalisierte

Fokale Anfälle:
Entladungen bleiben auf bestimmte Hirnbereiche beschränkt

Generalisierte Anfälle:
beide Hirnhälften sind betroffen

Die 4 häufigsten Anfallsformen

fokale Anfällekomplex fokale Anfälleprimär generalisierte Anfällesekundär generatlisierte Anfälle
Entladungen bleiben auf bestimmte Hirnbereiche beschränktEntladungen bleiben auf bestimmte Hirnbereiche beschränktbetrifft von Beginn an beide Gehirnhälften gleichzeitigentwickelt sich aus einem fokalen Anfall heraus, der auf beide Hirnhälften ĂĽbergreift
Bewusstsein bleibt voll erhaltenBewusstseinsstörungBewusstseinsstörungBewusstseinsverlust (Aphasie)
Betroffene reagieren nicht angemessen auf äußere Reize, „komplexes“ Verhalten der Person, z.B. Nesteln, Kauen, Schmatzen
meistens psychische und motorische Auffälligkeiten: Desorientierung, Verwirrtheit, automatisierte Bewegungsabläufe
keine Reaktion auf äußere Reize, keine Erinnerungen an den Anfalleine gerade ausgeübte Tätigkeit wird plötzlich unterbrochen und hinterher fortgeführt, als wäre nichts passiert„Aussetzer oder Abwesenheiten“ ohne Verkrampfen oder Sturz, beginnen und enden plötzlichkeine Reaktion auf äußere Reize, keine Erinnerung an den Anfall

bei Erwachsenen der häufigste Anfallstyp
Absencen: treten gehäuft im Kindesalter aufkommt bei mehr als der Hälfte aller Epilepsien vor

ca. 5% aller Menschen haben einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall, ohne dass diesem weitere folgen – sie haben keine Epilepsie.

Symptome

Ein epileptischer Anfall wird klinisch durch plötzlich auftretende Bewusstseinsveränderungen, motorische Auffälligkeiten wie Krämpfe oder Zuckungen, vegetative Zeichen wie Puls- und Blutdruckanstieg sowie durch die typische Nachphase mit Verwirrtheit, Müdigkeit und Erinnerungslücke erkannt.

Grand Mal – tonisch-klonischer Anfall / Ablauf (3 Phasen):

Tonisch: Muskeln verkrampfen sich stark
Klonisch: Muskeln zucken rhythmisch
1. Anspannungsphase
Bewusstseinsverlust (Amnesie) für die Dauer des Anfalls (teilweiser oder vollständiger Gedächtnisverlust)
Initialschrei
HinstĂĽrzen
Verkrampfen
2. Zuckungsphase
starre, meist leicht gebeugte Arme, Beine gestreckt
Röcheln, tiefe schwere Atmung, Apnoe
Speichelfluss (Schaum vor dem Mund)
rhythmische Zuckungen an Armen und Beinen (an Intensität zu- und im Verlauf abnehmend)
Zungenbiss und Zyanose möglich
3. Terminalphase
Erschlaffung der Muskulatur
Wiedererlangen v. Bewusstsein und Atmung
Erschöpfungszustand
tiefer, oft stundenlanger Schlaf direkt nach einem epileptischen Krampfanfall
Kopfschmerzen
SchwindelgefĂĽhle
Muskelkater (mehrere Tage)
Reorientierungsphase (Dauer bis zu einer Stunde)

weitere Anfallssymptome während und nach dem Anfall:

• Augen offen, verdreht
• Pupillen weit, keine Lichtreaktion
• initial Blässe, später Zyanose durch Apnoe
• signifikanter Anstieg von Blutdruck und Puls (durchschnittlich +30 Schläge pro Minute oder mehr[1] / Spitzenwerte 195/135 mmHg-208/128 mmHg[2])
• nach dem Anfall Verletzungen, Zungenbiss, seitlich (nicht gefährlich!), Harn/Stuhlabgang, Muskelschmerz, Kopfschmerz

Fokale Anfälle:

motorisch fokale Anfälle: Muskelzuckungen, Jackson-Anfälle, Sprachhemmung
sensible fokale Anfälle: Gefühlsstörungen wie Kribbel-, Taubheitsgefühl
sensorische fokale Anfälle: Seh-, Hör-, Geruchs-, Geschmacks-, und Gleichgewichtsstörungen
vegetative fokale Anfälle: aufsteigendes Übelkeitsgefühl, Veränderungen des Herzschlages, der Atmung, der Pupillen u. der Hautfarbe, Gänsehaut
psychische fokale Anfälle: Angstgefühl, Denkstörung, verändertes Zeit-, und Körpergefühl, Déjà-vu, Halluzinationen

Dauer eines Anfalls

⚠️🚑 In der Regel dauert ein epileptischer Anfall nicht länger als 2 Minuten. Hält das Anfallsgeschehen länger als 5 Minuten an, spricht man von Status epilepticus. Ein generalisierter konvulsiver Status epilepticus ist ein akuter Notfall und muss sofort behandelt werden! Akute Lebensgefahr! ⚠️🚑

Auslöser

Bei Menschen mit Epilepsie können folgende Faktoren einen Anfall auslösen:

• Blitzlicht oder Flackerlicht
• Alkohol
• hohes Fieber
• Drogenabusus
• hohe Koffeinmengen (z.B. Energydrinks)
• hormonelle Veränderungen
• Schlafmangel

Bei Menschen ohne Epilepsieerkrankung können folgende Faktoren einen Anfall auslösen:

• Schlafentzug
• Sauerstoffmangel
• Vergiftungen
• Alkoholabusus oder Alkoholentzug
• hohes Fieber
• Drogenabusus oder Entzug
• hormonelle Veränderungen
• schwere Stoffwechselentgleisungen, z.B. Hypoglykämie, Elektrolytstörungen oder Nieren-/Leberversagen

Der häufigste Grund für einen Anfall ist das Vergessen der Einnahme der Antiepileptika.

Diagnose

• Neurologie
• Anamnese
• Blutbild
• EEG
• MRT

Therapie

• Antikonvulsiva (Antiepileptika)

Erste Hilfe

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Welche Erste Hilfe Maßnahmen setzt du?💡🧩 🪢

Morbus Parkinson

Definition

ist eine chronisch progrediente, neurodegenerative Erkrankung, bei der vor allem die Motorik betroffen ist. Die Erkrankung gilt derzeit als nicht heilbar, aber gut therapierbar.

Pathogenese, Pathophysiologie

Ursache: idiopathisch

Verlust von Dopamin-produzierenden Neuronen in der Substantia nigra → Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaushalt (Dopaminmangel und Acetylcholinüberschuss) → motorische Beeinträchtigungen

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was ist die Substantia nigra?💡🧩 🪢

Symptome

Kardinalsymptome:
• Tremor
• Rigor (Zahnradphänomen)
• Bradykinese
• Hypokinese
• Akinese
• posturale Instabilität

Unterschied Bradykinese – Hypokinese:
Hypokinese = Bewegungsarmut (wenig Bewegung)
Bradykinese = Bewegungsverlangsamung (langsame Bewegung)

Weitere motorische Symptome:
• Störungen der Feinmotorik
• Gangunsicherheit
• eingeschränkte Gesichtsmimik (Maskengesicht)
• typisches Gangbild bzw. Körperhaltung (kleinschrittig, verlangsamt, nach vorne gebeugt)
• Pillendreh- und Münzzählphänomen
• Arme bewegen sich nicht mit
• Dysphagie → Speichelfluss
• Mikrographie

vegetative Symptome:
• Talgproduktion im Gesicht (gehört zu den vegetativen Symptomen, weil die Talgdrüsen vom vegetativen Nervensystem mitreguliert werden), Salbengesicht
• orthostatische Hypotonie
• Störungen der Temperaturregulation
• Störungen der Blasen- und Darmfunktion (z.B. Nykturie, Dranginkontinenz, Pollakisurie, Restharnbildung, Obstipation)
• gestörte sexuelle Funktion

Akinetische Krise
Zustand schwerer Bewegungsarmut, der durch eine plötzliche Verschlechterung der Parkinsonsymptome gekennzeichnet ist.

Freezing
Phänomen, bei dem Patienten plötzlich während des Gehens stecken bleiben und unfähig sind, vorwärtszugehen. Es fühlt sich an, als ob die Füße am Boden
festkleben.

Diagnose

• durch den Neurologen: Anamnese, körperliche Untersuchung
• L-Dopa-Test (Prüfung, ob sich Symptome nach der Gabe von L-Dopa bessern, oral eingenommen)
• L-Dopa-PET (nuklearmedizinischen Untersuchung, schwach radioaktive L-Dopa-ähnliche Substanz wird gespritzt, PrĂĽfung, wie diese Substanz im Gehirn aufgenommen wird, schlechte Aufnahme = Nachweis des Untergangs der substantia nigra)

Therapie

Die Therapie bei Morbus Parkinson ist vor allem symptomatisch, weil Parkinson derzeit nicht heilbar ist. Ziel ist, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Medikamentöse Therapie:
• Levodopa / L-Dopa: Wirksamstes Medikament bei Parkinson. Es wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt und gleicht den Dopaminmangel teilweise aus.
• Dopaminagonisten: Sie wirken ähnlich wie Dopamin und stimulieren Dopamin-Rezeptoren.
• MAO-B-Hemmer: Sie hemmen den Dopaminabbau im Gehirn.

Nicht-medikamentöse Therapie:
• Physiotherapie
• Ergotherapie
• Logopädie
• Bewegung
• Tiefe Gehirnstimulation als letzte Möglichkeit

Wichtig fĂĽr die Pflege: Umgang mit L-Dopa:
• Nach Möglichkeit eiweiĂźreiche Mahlzeiten (z. B. Fleisch, Fisch,…) auf den Abend verlegen. Vermindern des EiweiĂźanteils und Erhöhung des Kohlenhydratanteils der Gerichte. L-Dopa hat groĂźe Ă„hnlichkeit zu EiweiĂźbausteinen (es ist die Vorstufe zum Dopamin), die in der Nahrung vorkommen. Die Aufnahmekapazität von EiweiĂź im Körper ist jedoch begrenzt. Es kann passieren, dass das eingenommene L-Dopa nicht vollständig ins Blut gelangt, weil die Transporter durch NahrungseiweiĂź belegt sind. Dadurch kann der Wirkstoffspiegel im Blut abnehmen Wirkungsfluktuationen oder sogar zu einem Wirkungsverlust.
• L-Dopa mindestens eine ½ h vor oder 1 -1½ h nach dem Essen verabreichen
• nicht in Topfen, Joghurt oder andere eiweißreiche Speisen oder Getränke einrühren (z.B. Milch)

Unterschied Morbus Parkinson und Parkinson-Demenz:
Die Parkinson-Demenz ist eine Spätkomplikation von Parkinson. Parkinson-Demenz bedeutet, dass sich im Verlauf einer bestehenden Parkinson-Erkrankung zusätzlich eine Demenz entwickelt.

Sehr wichtig: fett markiert

FachbegriffBeschreibung
ACE-HemmerBlutdrucksenker 
AgnosieStörung des Erkennens, z.B. Person sieht Schlüssel vor sich, kann ihn aber nicht als Schlüssel erkennen oder benennen
Akinese keine Bewegung
Akinetische KriseZustand schwerer Bewegungsarmut
Amnesieteilweiser oder vollständiger Gedächtnisverlust
Aneurysmagefährliche, ballonartige Erweiterung einer geschwächten Arterienwand 
Antihypertensiva (= ACE-Hemmer)Blutdrucksenker
Antikoagulantien Blutgerinnungshemmer (z.B. Heparin)
AphasieSprach- oder Verständnisschwierigkeiten, lallen, Finden richtiger Worte, Verständnisprobleme
ApraxieHandlungsstörung, z.B. Person hat den Ablauf des Telefonierens vergessen
AtaxieGangstörung, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörung
ArterioskleroseAblagerung von Cholesterin und Fetten in den Arterienwänden, fĂĽhrt zu Verhärtung und Verengung 
ASS – AcetylsalicylsäureThrombozytenaggregationshemmer (verhindert die Verklumpung von Blutplättchen)
nicht steroidales Antirheumatika (NSAR, schmerzlindernd, entzĂĽndungshemmend, fiebersenkend)
Bradykinese Bewegungsverlangsamung
Carotis / KarotisHalsschlagader
CephaleaKopfschmerz
D-DimereAbbauprodukte von Blutgerinnseln 
EmesisErbrechen
Fatiguestarke, krankhafte MĂĽdigkeit
Fazialpareseeinseitig gelähmte Gesichtsmuskulatur, hängendes Augenlid, auffällige Augenstellung, herabhängender Mundwinkel
Freezing„Steckenbleiben“ während des Gehens
Grand MalAnfall mit Bewusstseinsverlust, Verkrampfung und rhythmischen Zuckungen
Hämorrhagischer Stroke Hirnblutung 
hämorrhagisch zu Blutungen fĂĽhrend 
Hemiparese, HemiplegieSchwäche oder Lähmung, halbseitig
Hypokinese Bewegungsarmut
idiopathischUrsache unbekannt
IschämieMinderdurchblutung eines Organs infolge mangelnder arterieller Zufuhr von Blut (fĂĽhrt zu Sauerstoffmangel – Hypoxie)
Ischämisch schlecht bzw. nicht durchblutet 
Ischämischer Stroke Durchblutungsstörung durch Thrombus 
kryptogenUrsache vermutet
Levodopa (L-Dopa)Antiparkinsonmedikament, Vorstufe zum Dopamin
LiquorGehirn-RĂĽckenmarks-FlĂĽssigkeit
Lyse / ThrombolyseMedikamentöse Gerinnselauflösung
NauseaĂśbelkeit
neurodegenerativschrittweiser Verfall
Nykturieoftmalig nächtliches Wasserlassen
ObstipationVerstopfung
orthostatische HypotonieBlutdruckabfall beim Aufstehen
Plaquesfleckförmige, plattenartige oder herdförmige Veränderungen, Entzündungsherd im zentralen Nervensystem
Pollakisurievermehrtes Wasserlassen, kleine Harnmengen
posturale InstabilitätProbleme beim Halten einer aufrechten Haltung
Restharnbildungnach dem Toilettengang bleibt ein Restharn in der Blase
RigorMuskelsteifigkeit
Thrombektomie Mechanische Entfernung eines Thrombus 
Thrombolyse Medikamentöse Auflösung eines Thrombus 
Thrombozytenaggregationshemmerverhindert das Verklumpen von Blutblättchen (ASS)
ThrombusBlutgerinnsel 
tonisch-klonischer AnfallGrand Mal, Anfall mit Bewusstseinsverlust, Verkrampfung und rhythmischen Zuckungen
TremorZittern
Substantia nigraDopamin-produzierende Gewebestruktur im Gehirn
VertigoSchwindel
VigilanzWachheit

Quellen:
[1] Frontiersin (schweizerischer, wissenschaftlicher Open-Access-Verlag, peer-reviewt), Ictal and Interictal Cardiac Manifestations in Epilepsy, Mazzola, Rheims, 2021, Zugriff am 23.05.2026
[2] ScienceDirect.com (Online-Plattform des niederländischen Verlags Elsevier), Seizure: Multimodality peak lctal vital signs during video-EEG monitoring, Tatum et al., 2016, Zugriff am 23.05.2026


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