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Anatomie für die Pflegeassistenz: Das Immunsystem

Aufbereiteter Lehrinhalt

25.01.2025

Nach dem Überblick über den menschlichen Körper in Teil 2, der vom kleinsten bis zum größten Bestandteil reichte, werden ab Teil 3 spezifische Themen detaillierter behandelt.

Die Abwehr

Definition:
Die wichtigste Aufgabe der Immunabwehr besteht darin, potenziell schädigende Krankheitserreger und Fremdkörper zu erkennen und diese abzuwehren. Zu diesen Bedrohungen gehören Viren, Bakterien, Pilze und andere fremde Substanzen, die in den Körper eindringen könnten.

Ein entscheidender Aspekt der Immunabwehr ist die Fähigkeit, zwischen fremden und körpereigenen Zellen zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist essenziell, um zu verhindern, dass das Immunsystem körpereigene Zellen angreift und so Autoimmunerkrankungen auslöst.

Zur Abwehr gehören verschiedene Gewebe und Organe, die auch als RES (Retikulo-endotheliales System) bezeichnet werden. Dazu zählen das Knochenmark, die Lymphknoten sowie der lymphatische Rachenring und das lymphatische Gewebe im Darm, auch Peyer-Plaques genannt. Weitere Bestandteile sind der Appendix, der Thymus und die Milz. Außerdem sind Lymphgefäße für den Transport von Gewebewasser (Lymphe) und Immunzellen sowie den Transport von Fetten aus dem Darm (Chylus) dar und ermöglichen den Abtransport von Krankheitserregern.

Die Lehre der Abwehr:
= Immunologie.

Zwei Mal zwei Ebenen der Abwehr: humorale/zelluläre & unspezifische/spezifische

Der Schutz des menschlichen Körpers vor dem Einfluss von Krankheitserregern erfolgt auf zwei Ebenen.

Die humorale Abwehr:
…wird durch physische Barrieren wie Haut und Schleimhäute gebildet. Diese dienen als natürliche Schutzschicht, die das Eindringen von Erregern verhindert. Zusätzlich wehren Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränen und Schleim Keime ab oder machen sie unschädlich.

Die zelluläre Abwehr:
…, bei der z.B. Leukozyten eine zentrale Rolle spielen. Innerhalb dieser Gruppe sind insbesondere die Makrophagen (Fresszellen, eine Gruppe der Phagozyten) entscheidend. Sie erkennen und beseitigen Krankheitserreger sowie fremde Substanzen.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Das Blut – Leukozyten💡🧩 🪢

Die unspezifische und die spezifische Abwehr

Es gibt zwei verschiedene Arten der Immunität:
die unspezifische (angeborene) Immunität und die spezifische (erworbene) Immunität.

Die unspezifische Abwehr

Die unspezifische Immunität ist bereits ab der Geburt vorhanden und ermöglicht es dem menschlichen Körper, sofort auf fremde Eindringlinge und Keime zu reagieren. Dieses angeborene Immunsystem funktioniert ohne vorherigen Kontakt mit Krankheitserregern.

Die unspezifische Immunität bildet die erste Verteidigungslinie des Körpers und schützt ihn auf allgemeiner Ebene vor einer Vielzahl von Bedrohungen. Sie basiert auf natürlichen Barrieren wie etwa der Haut und den Schleimhäuten. Zusätzlich umfasst die unspezifische Immunabwehr Immunzellen wie die Fresszellen (Phagozyten – Makrophagen) und die Killerzellen. Diese Zellen erkennen und beseitigen Fremdstoffe, Krankheitserreger sowie beschädigte Zellen.

Die spezifische Abwehr

Die spezifische Immunität entwickelt sich im Laufe des Lebens. Sie ist auf bestimmte Erreger spezialisiert. Einmal in Kontakt mit einem Erreger bildet das erworbene Immunsystem ein immunologisches Gedächtnis, wodurch es diese bei einem nochmaligen Kontakt „erkennen“ kann. Auf diese Weise kann es wiederkehrende Keime schneller und effektiver abwehren.

Eine der wichtigsten Eigenschaften der spezifischen Immunität ist die Fähigkeit, sich an verändernde Krankheitserreger anzupassen.

Mit der Ausbildung der spezifischen Immunität wird ein sogenanntes immunologisches Gedächtnis gebildet. Dieses Gedächtnis speichert Informationen über bereits bekämpfte Krankheitserreger. Dadurch kann der Körper bei erneutem Kontakt mit denselben Erregern schneller und effektiver reagieren, was die Grundlage für langfristige Immunität darstellt.

Die spezifische Abwehr funktioniert, indem sie bestimmte Merkmale an der Oberfläche von Fremdstoffen erkennt. Diese Merkmale werden als Antigene bezeichnet. Auf diese Weise können spezifische zelluläre Abwehrmechanismen aktiviert werden.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Das Blut – Leukozyten💡🧩 🪢

B-Zellen und T-Zellen sind zentrale Bestandteile des spezifischen Immunsystems. Sie übernehmen verschiedene, aber aufeinander abgestimmte Aufgaben bei der Abwehr von Krankheitserregern.

B-Zellen sind darauf spezialisiert, gezielte Antikörper zu produzieren, die auf spezifische Antigene ausgerichtet sind. Sobald die B-Zellen ein Antigen erkannt und gebunden haben, beginnen sie mit der Produktion dieser Antikörper. Gleichzeitig rekrutieren sie weitere Immunzellen, um die Immunantwort zu verstärken und eine effektive Abwehr des Erregers sicherzustellen.

T-Zellen können direkt virusinfizierte oder entartete Zellen erkennen und zerstören. Zu ihrer Aktivierung tragen Zellen bei, die Antigene präsentieren. Neben ihrer zytotoxischen Funktion unterstützen T-Zellen auch andere Immunzellen, wie B-Zellen oder Fresszellen, indem sie diese aktivieren und ihre Effektivität steigern.

Das Immunsystem besteht aus Organen, Organteilen, Lymphknoten und spezialisierten Zellen

Das Immunsystem kann man sich als ein großes Netzwerk vorstellen, das im gesamten Körper verteilt ist. Es umfasst eine Vielzahl von anatomischen Strukturen:
• Organe
• Organteile
• Lymphknoten
• spezialisierte Zellen
Diese Strukturen arbeiten über die Blut- und Lymphgefäße zusammen.

Die 9 Hauptprotagonisten der Immunabwehr

Haut (=Organ)
Schützt vor dem Eindringen von Krankheitserregern.
Schleimhäute (=Gewebe)
(z. B. Nase, Vagina, Bronchien) Verhindern die Anhaftung von Erregern.
Magensäure
Tötet Mikroorganismen durch einen sehr geringen pH-Wert (ca. 1) ab.
Darm (=Organ)
Hauptbestandteil des Immunsystems durch die natürliche Darmflora. Unterstützt die Produktion von Abwehrzellen.
Lymphknoten (=Organ)
Sind Verkehrsknotenpunkte des lymphatischen Transportsystems. Zuständig für das Abfangen und Entsorgen von Erregern.
Knochenmark (=Gewebe)
Bildet und vermehrt Abwehrzellen wie Leukozyten.
Thymus (=Organ)
Reifung und Selektion von T-Zellen, die für die spezifische Immunabwehr wichtig sind.
Milz (=Organ)
Speicherung von Abwehrzellen, z. B. Fresszellen. Beteiligt an der Immunabwehr und dem Abbau alter Blutzellen.
Mandeln (=Organ)
Frühe Erkennung von Krankheitserregern und Aktivierung des Immunsystems.

Autoimmunerkrankungen

Definition:
Der Körper entwickelt eine „falsche“ Abwehrreaktion gegen körpereigene Substanzen.

Normalerweise schützt das Immunsystem den Körper vor Krankheitserregern wie Bakterien und Viren. Bei Autoimmunerkrankungen jedoch richtet sich diese Abwehrreaktion gegen den eigenen Körper, was zu Entzündungen und Schädigungen führen kann.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was sind Erythrozyten und wo werden sie gebildet?💡🧩 🪢

Was ist Diabetes Typ 1?

Allergien

Definition:
Eine Allergie ist eine fehlgeleitete Immunreaktion. Das Immunsystem reagiert dabei überempfindlich auf bestimmte Stoffe (Allergene). Diese Stoffe, wie z. B. Pollen, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel, sind an sich harmlos, werden jedoch vom Immunsystem fälschlicherweise als Bedrohung eingestuft.

Beim Erstkontakt mit einem Allergen entwickelt der Körper eine spezifische Abwehr, die bei einem späteren Kontakt die allergische Reaktion auslöst.

Typische Symptome:
• allergischer Schnupfen
• juckende und brennende Augen
• allergisches Asthma
• Hautreaktionen wie Pusteln und Quaddeln
• in schweren Fällen Schwellungen der Schleimhäute → Atemnot → anaphylaktischer Schock

Entzündung

Reaktion des Organismus auf schädliche Reize, lebenswichtiger Abwehrmechanismus, um z. B. Bakterien, Viren, Toxine oder Fremdkörper zu eliminieren

Eine Entzündung (Inflammation) kann durch eine Infektion verursacht werden, aber auch durch andere Faktoren wie Verletzungen, chemische Reizstoffe oder Autoimmunreaktionen. Ziel einer Entzündung ist die Neutralisation der schädlichen Einflüsse, die Begrenzung und Lokalisierung der Schädigung sowie die Einleitung von Reparaturmechanismen, um das betroffene Gewebe wiederherzustellen. Dieser Prozess ist eng mit den Hauptprotagonisten der Immunabwehr – den Leukozyten – verbunden.

Entzündungsreize

  • Physikalisch: Strahlen, Wärme, Kälte, mechanisch
  • Chemisch: Säuren, Laugen, Schwermetalle, Toxine
  • Enzyme (z. B. Pankreatitis)
  • Mikroorganismen
  • Würmer und Insekten
  • Immunologisch: Allergien, Autoimmunerkrankungen
  • Maligne Neoplasmen (Bösartige Tumoren)

🫏 Eselsbrücke: Eifrige Forscher präsentieren Heilpflanze als nützlich gegen Pathogene.🫏

Stark exsudierende Wunde: draco.de*1)
Fallbeispiel: Ulcus cruris arteriosum bei Multimorbidität, Wundgrund fibrin – draco.de*1)
Eitrige Wunde behandeln (purulente Entzündung), dermolex.com*2)
Hämorrhagische Konjunktivitis droht vor allem in Urlaubsregionen, medonline.at*3)
Nekrotisierende Weichteilinfektionen, springermedizin.at

*1) Draco ist eine Marke der Dr. Ausbüttel & Co. GmbH, einem deutschen Hersteller medizinischer Produkte zur Wundversorgung.
*2) Dermolex ist eine von der Universität Szeged (Ungarn) entwickelte Marke zur Dekubitusprophylaxe
*3) medonline.at ist ein österreichisches Online-Magazin für Ärzte und Apotheker

Exsudat
= gelbliche bis klare, geruchlose Flüssigkeit, wird bei der Wundheilung produziert. Synonyme: Wundflüssigkeit, Wundsekret, Wundwasser. „exsudativ“ – von exsudare (lat.) = „ausschwitzen“ → beschreibt Flüssigkeitsaustritt aus Gefäßen (Wunden).
Fibrinbelag
= entsteht durch das Zusammenballen von Thrombozyten zur Blutstillung. fibrinös – Wunde mit Belag
Puris / Pus
= (lat.) = „Eiter“ → eiterbildend
Hämorrhagie
= Blutung. → blutend (z.B. Hämorrhoiden)
Nekrose
= Absterben von Zellen in einem lebenden Organismus aufgrund von stark verminderter Sauerstoff- und Nährstoffversorgung → gewebszerstörend
Alteration
= Veränderung / Schädigung → gewebsschädigend
Gangrän
= abgestorbene Körperteile, gangräneszierend – von gangraina (griech.) = „Brand, faulende Wunde“ → Gewebezerfall verursachend
Proliferation
= Wiederherstelllung (Regeneration) von Gewebe, kann physiologisch oder pathologisch sein, proliferativ – von proles (lat.) = „Nachkommenschaft“ und ferre = „tragen“ → wuchernd, wachsend

Enzündungen können akut oder chronisch sein

Die grundlegendste klinische Einteilung der gesamten Entzündungslehre ist die Einteilung in akute und chronische Entzündungen. Der Körper reagiert je nach Auslöser, Immunsystem und Dauer auf zwei völlig unterschiedliche Arten.

1. Akute Entzündung (schnelle Abwehr)

ist die sofortige, heftige Reaktion des Körpers auf eine plötzliche Schädigung (z. B. eine Schnittwunde, eine Verbrennung, bakterieller Infekt).

  • Beginn: Schlagartig, innerhalb von Minuten oder Stunden.
  • Dauer: Kurz
  • Symptome: die klassischen 5 Kardinalsymptome sind stark ausgeprägt
  • Ziel: Schnelle Vernichtung des Reizes

2. Chronische Entzündung (dauerhafter Konflikt)

Körper kann den schädlichen Reiz nicht erfolgreich beseitigen oder das Immunsystem richtet sich fälschlicherweise gegen den eigenen Körper (z. B. Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, MS, Morbus crohn, Colitis ulcerosa).

  • Beginn: Schleichend, oft unbemerkt
  • Dauer: Wochen, Monate oder sogar lebenslänglich
  • Symptome: Die klassischen Entzündungszeichen sind nur schwach ausgeprägt oder fehlen komplett
  • Besonderheit (Gleichzeitigkeit): Das Gewebe befindet sich in einem dauerhaften Teufelskreis. Während das Immunsystem versucht, den Herd zu bekämpfen, versucht der Körper parallel verzweifelt, neues Bindegewebe aufzubauen (proliferative Phase). Dies führt im Verlauf zu Vernarbungen und Gewebeverhärtungen.

Die 5 klassischen Entzündungszeichen

Die klassischen Kardinalsymptome einer Entzündung, wie sie nach Celsus beschrieben werden, umfassen fünf zentrale Merkmale:
• Rubor (Rötung)
• Calor (Wärme)
• Tumor (Schwellung)
• Dolor (Schmerz)
• Functio laesa (Funktionseinschränkung)

Diese Symptome entstehen durch verschiedene physiologische Prozesse im Körper:

• Die Gefäßerweiterung führt zu einer erhöhten Durchblutung im betroffenen Gewebe, was die charakteristische Rötung und Wärme verursacht.
• Gleichzeitig steigert sich die Durchlässigkeit der Gefäße, wodurch Plasma und Entzündungszellen in das umliegende Gewebe austreten können, was zur Schwellung beiträgt.
• Die Aktivierung des Abwehrsystems und die Reizung von Nervenenden erklären den Schmerz, während die Funktionsstörung des betroffenen Gewebes als Folge dieser Veränderungen auftritt.

Diese Vorgänge verdeutlichen die enge Verbindung zwischen Entzündung und Immunantwort.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Hygiene: Die fünf klassischen Infektionszeichen💡🧩 🪢

Prostaglandine

Prostaglandine sind Entzündungs- und Schmerzmediatoren. Sie spielen eine absolute Schlüsselrolle bei der Entstehung von Entzündungsschmerz und werden im Körper direkt am Ort des Bedarfs gebildet (dort, wo eine Entzündung, Verletzung oder Reizung entsteht).

• Entzündung: fördern Entzündungsreaktionen und tragen zu Rötung, Schwellung, Wärme und Schmerz bei
• Schmerzverstärkung: machen Schmerzrezeptoren empfindlicher
• Fieber: wirken im Gehirn auf das Temperaturzentrum und können die Körpertemperatur erhöhen
• Gefäßerweiterung oder Gefäßverengung: können Blutgefäße erweitern oder verengen und dadurch den Blutdruck beeinflussen
• Schutz der Magenschleimhaut: schützen die Magenschleimhaut vor der Magensäure (mehr Schleimproduktion, bessere Durchblutung der Magenschleimhaut
• Durchblutung der Niere: unterstützen die Durchblutung der Niere und helfen, die Nierenfunktion aufrechtzuerhalten

Histamine

Histamine sind Entzündungs- und Schmerzmediatoren. Sie werden bei Gewebeschädigung, Entzündung oder allergischen Reaktionen freigesetzt, können Nozizeptoren reizen und Schmerzen verstärken.

Das Lymphsystem

Das lymphatische System ist, wie auch das Gefäßsystem, ein „Verkehrssystem“ des Körpers. Es umfasst alle Lymphbahnen (Lymphgefäße) sowie die lymphatischen Organe Lymphknoten, Mandeln, Thymus, Milz und Knochenmark. Diese bilden zusammen ein Netzwerk, das für die Abwehr von Krankheitserregern und den Transport von überschüssiger Gewebeflüssigkeit verantwortlich ist.

Zu den wichtigsten lymphatischen Organen gehören die Lymphknoten. Sie dienen als Filterstationen für Krankheitserreger und Schadstoffe. Ein weiteres lymphatisches Organ ist die Milz, die nicht nur eine Rolle bei der Immunabwehr spielt, sondern auch alte oder beschädigte Blutkörperchen abbaut. Die Thymusdrüse ist besonders bei Kindern und Jugendlichen aktiv und unterstützt die Reifung von Abwehrzellen, den sogenannten T-Lymphozyten. Auch im Rachenraum, etwa in Form von Gaumen-, Zungen- und Rachenmandeln, finden sich lymphatische Organe, die den Körper vor Erregern schützen. Ebenfalls zu den lymphatischen Organen gehört der Appendix (Wurmfortsatz).

Zusätzlich gibt es lymphatisches Gewebe an verschiedenen Stellen im Körper (z.B. im Dünndarm oder in den Schleimhäuten).

Die Aufgaben des Lymphsystems

Das Lymphsystem arbeitet eng mit dem Blutkreislauf und dem Immunsystem zusammen, um den Körper gesund zu halten.

Abwehr von Krankheitserregern: Die Lymphknoten filtern die Lymphe und aktivieren das Immunsystem bei Infektionen.

Entwässerung des Gewebes: Die Lymphgefäße Regulieren das Flüssigkeitsvolumen zwischen den Zellen. Sie nehmen überschüssige Flüssigkeit (Lymphe) aus dem Gewebe auf und führen sie zurück ins venöse Blut.

Transport von Fetten: Im Dünndarm nehmen spezielle Lymphgefäße (die Lacteale) Nahrungsfette auf und transportieren sie ins Blut.

Die Lymphgefäße: Das Transportsystem der Immunabwehr

In den Lymphgefäßen wird die Lymphe transportiert. Die Lymphe ist eine milchig-klare Flüssigkeit, die aus Gewebsflüssigkeit, Proteinen, Fetten, Immunzellen (z. B. Lymphozyten) und Abfallstoffen besteht.

Die Lymphknoten: Das Filtersystem der Immunabwehr

Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Organe, die als Knotenpunkte innerhalb des Lymphsystems fungieren und die Lymphe (Lymphflüssigkeit) von Krankheitserregern und Fremdstoffen filtern. Die gereinigte Lymphe gelangt über große Lymphgefäße zurück in die obere Hohlvene und damit ins Blut.

Lymphknoten fangen z.B. Krebszellen auf und verhindern die Weiterverbreitung von Krebszellen im Organismus. Aus diesem Grund werden bei vielen Krebserkrankungen häufig die benachbarten Lymphknoten entfernt, um sicherzustellen, dass sich vorhandene Krebszellen nicht weiter ausbreiten können.

Allerdings können Lymphknoten auch selbst entarten und eigenständig krankhaft werden. Zum Beispiel in Form von Lymphomen (Morbus Hodgin).

Morbus Hodgin

Morbus Hodgkin, auch Hodgkin-Lymphom oder Lymphogranulomatose genannt, ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Diese Krankheit gehört zu den malignen Lymphomen und wird zusammen mit der großen Gruppe der sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome eingeordnet. Ein charakteristisches Merkmal von Morbus Hodgkin ist das Auftreten von Lymphknotenschwellungen, die als Lymphome bekannt sind und im Verlauf der Krankheit häufig auftreten können.

Die Milz: Die Schule der weißen und der Friedhof der roten Blutkörperchen

Im Inneren der Milz gibt es zwei verschiedene Funktionsbereiche: die rote Pulpa und die weiße Pulpa. In der roten Pulpa werden alte oder beschädigte Erythrozyten abgebaut. Die weiße Pulpa ist für die Abwehr von Infektionen zuständig. Hier befinden sich die Lymphozyten, die aktiviert werden, um Krankheitserreger zu bekämpfen.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was sind Lymphozyten?💡🧩 🪢

Die Milz ist ein Organ, das im oberen Bauchraum, links hinter dem Magen, liegt und etwa die Größe einer Faust hat.

Die Milz übernimmt mehrere wichtige Aufgaben im Körper, die vor allem mit dem Blut und dem Immunsystem zusammenhängen.

🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was sind Erythrozyten und wo werden sie gebildet?💡🧩 🪢

Darüber hinaus speichert die Milz eine große Menge an Blutplättchen, die für die Blutgerinnung notwendig sind, sowie rote Blutkörperchen, die bei Bedarf freigesetzt werden können.

Die Anatomie der Milz, leading-medicine-guide.com

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Bild: https://pixabay.com, @phylum