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Kompetenzen der Sozialbetreuung

Was entwickelt, analysiert und organisiert sie? Was leitet sie an, was schätzt sie ein? Worüber berät sie, führt sie Schulungen durch?

10.11.2025


Dies ist eine Übersicht der Kompetenzen, die Sozialbetreuerinnen und Sozialbetreuer nach ihrer Ausbildung besitzen. Die Inhalte basieren auf dem Bildungsstandard Sozialbetreuung (SOB) der Caritas, entwickelt in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung.

Themenfelder Behindertenarbeit

SOB-TF1 – Leitlinien in der Sozialbetreuung
SOB-TF2 – Lebenswelt Wohnen
SOB-TF3 – Lebenswelt Arbeit / Beschäftigung / Aufgabe haben
SOB-TF4 – Lebenswelt Bildung und Förderung
SOB-TF5 – Lebenswelt Freizeit und Kultur
SOB-TF6 – Leben in sozialen Bezügen
SOB-TF7 – Spezifische Bedarfslagen in der Sozialbetreuung
SOB-TF8 – Konzepte und Methoden der Sozialbetreuung

Kompetenzen der Sozialbetreuung

Die Diplom-Sozialbetreuung übernimmt sämtliche Tätigkeiten, die auch von der Fachsozialbetreuung ausgeführt werden, kann dies aber auf Basis ihrer vertieften, wissenschaftlich fundierten Ausbildung und den bei der Verfassung einer Diplomarbeit erworbenen Kompetenzen mit höherer Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit. Die Diplom-Sozialbetreuung nimmt über die unmittelbaren Betreuungsaufgaben hinausgehend konzeptive und planerische Aufgaben betreffend die Gestaltung der Betreuungsarbeit wahr. Sie verfügen über Kompetenzen der Koordination und der fachlichen Anleitung von Mitarbeitenden und Helfenden in Fragen der Sozialbetreuung. Zudem wirken sie mit an der fachlichen Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebotes der eigenen Organisation oder Einrichtung und führen Maßnahmen und Prozesse der Qualitätsentwicklung durch, wie z. B. Reflexion und Evaluation mit Hilfe anerkannter Verfahren und Instrumente.

SOB-TF1 – Leitlinien in der Sozialbetreuung

Grundlegende Haltung

  • Sieht Sozialbetreuung als ganzheitliche, an der Lebenswelt des Klienten* orientierte Begleitung, die sich auf alle Lebensbereiche der betroffenen Menschen erstreckt.
  • Ist sich des Spannungsfeldes zwischen selbstbestimmten (Sozialbetreuung) und angeordneten (Pflegeassistenz) Arbeitsfeldern bewusst und kann Situationen nennen, welche diese Spannung beschreiben.
  • Leitet in der Mitgestaltung der Lebenswelt von Klient*innen passende Handlungsoptionen ab, die auf ihre individuelle Situation zugeschnitten sind.
  • Wahrt die beruflich notwendige Balance zwischen Nähe und Distanz und benennt klar die eigenen Grenzen.
  • Erkennt Klienten* und Angehörige als Experten* des eigenen Lebens an. Kann diese Haltung in Fallbeispielen, im Rollenspiel oder im Praktikum methodisch sichtbar machen.
  • Erkennt das Normalisierungsprinzip, Integration, Inklusion und Selbstbestimmung als wichtige Leitlinien der Sozialbetreuung an und kann darauf basierend Maßnahmen und Methoden vorschlagen und umsetzen.

Ethisches Fundament

  • Ist mit unterschiedlichen ethischen Ansätzen (z.B. humanistisch, christlich, utilitaristisch) zu grundlegenden Lebensfragen (z.B. zu Lebensbeginn, Lebensende oder Lebenswert) vertraut und in der Lage, diese kritisch zu diskutieren.
  • Ist mit historischen Ereignissen vertraut, in denen Menschen der Lebenswert oder das Lebensrecht abgesprochen wurde, und kann deren Entstehung sowie die dahinterliegenden Entwicklungen nachvollziehbar darstellen.
  • Erkennt angesichts der historischen Erfahrungen den unveräußerlichen Wert menschlichen Lebens als Grundlage der Sozialbetreuung und kann diesen Standpunkt begründet vertreten.
  • Ist vertraut mit den aktuellen Entwicklungen, die Fragen von Lebensrecht und Lebenswert betreffen (z.B. Pränataldiagnostik), kann die Auswirkungen auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene analysieren und aus Sicht der Sozialbetreuung dazu Stellung nehmen.

Menschenrechtsbasierte Arbeit

  • Ist mit den zentralen Prinzipien (z.B. Autonomie, Gleichbehandlung, Teilhabe und Barrierefreiheit) der maßgeblichen internationalen und nationalen Dokumente vertraut und kann deren Umsetzung auf regionaler Ebene kritisch hinterfragen.
  • Kann darlegen, warum Menschenrechte sowohl für das eigene Leben als auch für die Sozialbetreuung von Bedeutung sind.
  • Überträgt die Grundsätze des menschenrechtsbasierten Ansatzes auf konkrete Fallsituationen.
  • Kann Faktoren sozialer Ungleichheit in den Lebenswelten einzelner Menschen sowie auf institutioneller und gesellschaftlicher Ebene erkennen und bewerten.
  • Entwickelt Maßnahmen, die Menschen befähigen, ihre Rechte zu kennen und selbstbewusst einzufordern und setzt diese gemeinsam mit ihnen um.

Kultursensible Arbeit

• Erkennt Vielfalt als unterschiedliche kulturelle und persönliche Merkmale an, sieht Heterogenität als Ressource und kann diesen Standpunkt diskutieren.
• Reflektiert die eigene kulturelle Identität und benennt die kulturellen Besonderheiten.
• Identifiziert kulturell bedingte Unterschiedlichkeiten an einem Fallbeispiel und nennt darauf basierende Handlungsvorschläge (z.B. in Planung einer Helferkonferenz).

Ressourcenorientierte Arbeit

• Erkennt in der lebensweltorientierten Begleitung Ressourcen und analysiert diese fallbezogen.
• Entwickelt Angebote zur Förderung und Aktivierung von Ressourcen.
• Kann den langfristigen Nutzen einer individuellen Ressource beschreiben.

SOB-TF2 – Lebenswelt Wohnen

• Versteht die elementaren Bedürfnisse, die Menschen durch Wohnen erfüllt haben möchten. Erkennt Wohnen als zentralen Aspekt menschlichen Lebens (Wohn-Bedürfnisse wie Privatsphäre, Schutz, Intimität, Zugehörigkeit, menschlicher Nähe, Rekreation, usw.).
• Kennt aktuell bestehende Wohnmodelle sowie das konkrete Wohnangebot für Menschen mit unterschiedlichem Betreuungsbedarf.
• Hat Ideen zur Weiterentwicklung der bestehenden Wohnangebots-Struktur und zur Umsetzung zentraler Forderungen der UN-BRK zum Thema Selbstbestimmung im Bereich Wohnen.
• Findet gemeinsam mit einem Menschen mit Betreuungsbedarf eine individuell abgestimmte Lösung der Wohn- und Betreuungsform. Setzt Schritte zur Realisierung gemeinsam mit der Klientin* um.
• Unterstützt einen Klienten*, die Gestaltung seines Zimmers bzw. seiner Wohnung zu planen und fördert die Umsetzung.
• Plant die (Um-)Gestaltung einer Wohnung im Sinne der Barrierefreiheit sowie der Unfallprävention, organisiert die weiteren Schritte und setzt teilweise selbst um.
• Kennt Hilfsmittel für den Wohnbereich, die mehr Selbstständigkeit ermöglichen. Weiß, wo und wie Hilfsmittel zu bekommen sind.
• Kann einen Umzug in eine neue Wohnform planen, vorbereiten und durchführen.
• Organisiert Unterstützungsangebote (z.B. Essen auf Rädern, Hauskrankenpflege etc.), die es Menschen trotz zunehmendem Betreuungsbedarf ermöglichen, in ihrem gewohnten Wohnumfeld zu bleiben.

SOB-TF3 – Lebenswelt Arbeit / Beschäftigung / Aufgabe haben

• Kennt die Angebote für Menschen mit Behinderung im Bereich Arbeit und Beschäftigung (z.B. Tagesstruktur, Qualifizierung, Arbeitsintegration). Begleitet und berät Menschen dahingehend, ein ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechendes Angebot zu finden.
• Kann ein auf die Interessen und Fähigkeiten des einzelnen Menschen abgestimmtes Beschäftigungsangebot machen. Ist überzeugt, dass jeder Mensch eine – wenn auch noch so kleine – Aufgabe braucht.
• Beherrscht mindestens drei handwerkliche Techniken mit unterschiedlichen Materialien (z.B. Papier, Stoff, Holz …) und bietet diese als sinnstiftende Beschäftigung an. Leitet bei der Ausführung an.
• Analysiert Aufgaben und zerlegt sie in kleine Arbeitsschritte, mit dem Ziel, auch Menschen mit eingeschränkten Potentialen in sinnvolle Tätigkeiten miteinzubeziehen.
• Stellt Hilfsvorrichtungen bereit, die einem Menschen trotz eingeschränkter Funktionen die Ausführung einer bestimmten Tätigkeit ermöglichen.
• Kennt die identitätsstiftende Wirkung von Arbeit und Beschäftigung und begleitet Menschen, die ihre bisherige Arbeits- /Beschäftigungssituation beenden, beim Finden einer neuen Identität und im Übergang in die neue Lebenssituation.
• Kennt und beschreibt die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Einzelne/ den Einzelnen und das davon betroffene Familiensystem.

SOB-TF4 – Lebenswelt Bildung und Förderung

• Beschreibt, wie der Prozess des Lernens funktioniert.
• Versteht die Prinzipien lebenslangen Lernens und erstellt bei einem Fallbeispiel passende Vorschläge für Bildungsmaßnahmen.
• Legt die unterschiedlichen Lerntypen dar. Wendet Methoden an, um die unterschiedlichen Lerntypen bei ihrem Lernprozess zu unterstützen und kann diese Methoden in Fallbeispielen benennen.
• Beschreibt Lernstörungen (z.B. Dyskalkulie, Legasthenie) und unterstützt davon Betroffene beim Üben.
• Kennt unterstützende Lernhilfen und kann solche Hilfen situationsgerecht entwickeln.
• Leitet eine Gruppe bei Spielen, Tätigkeiten, Elementen psychosozialer Gruppenarbeit oder bei Aktivierungen an.
• Kann Lernangebote entwickeln und entsprechende Workshops leiten.
• Kennt die Angebote der Erwachsenenbildung oder Vereinsarbeit und macht Klientinnen* Vorschläge, wo sie teilnehmen könnten.
• Erarbeitet Vorschläge, wie Klienten* an gewünschten Aktivitäten teilhaben können.

SOB-TF5 – Lebenswelt Freizeit und Kultur

Spiritualität

• Kann zwischen der eigenen Haltung und der Haltung anderer gegenüber dem Leben, dem Menschen, dem Spirituellen unterscheiden und weiß, dass die eigene Haltung nicht für alle Menschen gilt.
• Weiß, wo grundlegende Gebete aufzufinden sind und kann am Fallbeispiel erklären, wie sie den Klienten bedarfsgerecht angeboten werden können.
• Kann in Fallbeispielen soziokulturelle Gegebenheiten erkennen und legt Handlungsvorschläge im Sinne eines guten Lebens dar.

Feste, Feiern, Rituale und Lebensübergänge gestalten

• Kennt kulturspezifische, religiöse und jahreszeitliche Feste und integriert diese in die Betreuung.
• Kann zu einem gegebenen Fallbeispiel eine Festgestaltung entwickeln.
• Organisiert Feiern anlässlich wichtiger Lebensübergänge der Klienten*.
• Weiß um die Bedeutung von Ritualen für die Lebensqualität von Menschen.
• Kennt Rituale in bestimmten Lebenssituationen und gestaltet diese mit.
• Kann zu einer gegebenen Fallsituation ein adäquates Ritual vorschlagen.

Bewegung und Sport, Musik und Tanz

• Kann im Fallbeispiel Bedürfnisse und (verbliebene) Fähigkeiten der zu betreuenden Personen in Bezug auf Angebote für Bewegung und Sport sowie Musik und Tanz erkennen und zielorientiert Vorschläge zur Umsetzung machen.
• Findet regionale Angebote für Bewegung und Sport sowie Musik und Tanz und bietet diese den Klientinnen* an. Organisiert zeitlich und führt prozessbegleitend durch.
• Macht bedarfsgerechte Angebote zur Förderung der Motorik.
• Erhebt individuelle Vorlieben der Klienten* in den Bereichen Sport, Musik, Bewegung und Kultur, entwickelt Angebote unter dem Gesichtspunkt der Kultursensibilität.

Kultur / Ausflüge

• Kann beschreiben, welche Bedeutung kulturelle Teilhabe für die Lebensqualität der Menschen hat.
• Kann Ausflüge bedarfsorientiert planen und organisieren.
• Findet regionale, kulturelle Angebote, bietet diese den Klientinnen* an und organisiert die Teilnahme.

Kultur / Kreatives Tun

• Kennt kreative Ausdrucksmöglichkeiten (Sprache, Musik, bildnerisches Gestalten, Plastizieren, darstellendes Spiel) und kann deren Bedeutung als Hilfe zur Bewältigung von herausfordernden Situationen erklären.
• Praktiziert unterschiedliche kreative Methoden selbst und kann Klienten* adäquat anleiten, dass sie in ihren eigenen kreativen Ausdruck einsteigen können.
• Kann unterschiedliche kreative Ausdrucksmöglichkeiten in einem Fallbeispiel als Erweiterung der Lebensqualität vorschlagen.

Digitale Medien und Kommunikationsmittel

• Kennt die Bedeutung digitaler Medien und Kommunikationsmittel für die Klientinnen*.
• Unterstützt Klienten* in der Anwendung digitaler Medien und erweitert deren Anwendungsmöglichkeiten.
• Kennt die Gefahren im Umgang mit digitalen Medien, erkennt und benennt gefährdende Verwendung und setzt entsprechende Maßnahmen.
• Kennt unterschiedliche pädagogische Positionen zum Umgang mit Medien und kann das eigene pädagogische Handeln zu diesem Zweck begründen.

SOB-TF6 – Leben in sozialen Bezügen

Angehörigenarbeit

• Kann beschreiben, unter welchen physischen, psychischen, organisatorischen, sozialen oder sozioökonomischen Belastungen Angehörige von Klientinnen und Klienten stehen können.
• Betrachtet die Zusammenarbeit mit Angehörigen als wichtige Ressource für die Arbeit in der Sozialbetreuung kann den Grund dafür beschreiben.
• Begründet die eigene Haltung und professionelle Rolle in der professionellen Arbeit auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.
• Kennt unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige, schlägt in der Übungssituation gemeinsam mit Angehörigen ein Unterstützungskonzept vor und entwickelt konkrete Maßnahmen.
• Entwickelt zu einzelnen Aspekten der Sozialbetreuung Konzepte zur Anleitung, Beratung und Schulung von Angehörigen.

Soziales Umfeld, Sozialraum, Netze

• Kennt die Bedeutsamkeit sozialer Netzwerke, erhebt die bestehenden sozialen Beziehungen und stellt das soziale Netzwerk eines Menschen grafisch dar (z.B. als Netzwerk-Karte).
• Kennt das Konzept der Sozialraumorientierung und erläutert es anhand eines Fallbeispiels.
• Nutzt ein Instrument zur Sozialraumanalyse (z.B. Checkliste) und setzt dieses zur Untersuchung bestehender Teilhabemöglichkeiten sowie Barrieren eines bestimmten Orts- oder Stadtteiles ein.
• Erarbeitet auf Basis einer Sozialraumanalyse Vorschläge für Maßnahmen, die einen bestimmten Orts- oder Stadtteil teilhabefreundlicher machen.
• Erkennt im Sinne der Sozialraumorientierung Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe und stellt diese für einzelne Menschen oder Gruppen her.

Sexualität und Partnerschaft; Elternschaft

• Kennt die Phasen psychosexueller Entwicklung und kann anhand dieser die Bedürfnisse von Klientinnen* einschätzen.
• Erhebt die Bedürfnisse und Wünsche eines Menschen in Bezug auf Sexualität und Partnerschaft durch verschiedene Methoden.
• Berät Menschen zu den Themen Partnerschaft, Elternschaft und Kinderwunsch mithilfe von entsprechenden Materialien (z.B. Bildkarten) und vermittelt ihnen weiterführende Angebote (z.B. spezifische Beratung, Therapie, Weiterbildung).
• Zeigt am Fallbeispiel, wie man Menschen unterstützt und Bedingungen schafft, dass sie Sexualität in der von ihnen gewünschten und ihnen entsprechenden Form leben können (z.B. Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten, Vermittlung von Sexualassistenz).
• Entwickelt Angebote zur Sexualaufklärung und setzt diese unter Beachtung von Alter, Entwicklungsstand und Bedürfnislage mithilfe von adäquaten Materialien um.
• Begleitet Menschen und leitet sie an, die eigenen sexuellen Vorlieben und Praktiken in Einklang mit gesellschaftlichen Konventionen zu bringen (z.B Wahrung von Intimsphäre, Nähe und Distanz).
• Zeigt am Fallbeispiel, wie man Personen begleitet, die in der Vorbereitung auf Elternschaft bzw. in der Erfüllung elterlicher Aufgaben Unterstützung brauchen (z.B. begleitete Elternschaft bei sehr jungen Eltern oder Menschen mit Behinderung).
• Definiert die Phänomene „sexuelle Belästigung“ und „sexueller Missbrauch“ unter Berücksichtgung der Aspekte Machtstruktur, Abhängigkeit und Geheimhaltungsdruck, kennt die gesetzlichen Bestimmungen und Handlungsgebote.
• Identifiziert Hinweise auf sexuelle Gewalt und vermittelt Beratung und Therapie.

Alltagsgestaltung / Haushalt / Ernährung

• Gestaltet mit den Klienten* eine für die jeweilige Zielgruppe passende und praxistaugliche Raum- und Tischgestaltung unter Berücksichtigung der Jahreszeiten.
• Erstellt einen den ernährungsphysiologischen und saisonalen Kriterien entsprechenden Speiseplan für verschiedene Kostformen unter Berücksichtung von Einflussgrößen wie Alter, Gesundheit, Esskultur, Regionalität oder finanzielle Verhältnisse.
• Leitet Menschen an, Mahlzeiten zuzubereiten.
• Analysiert Ernährungsgewohnheiten kritisch und gibt Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährungsform.
• Kann im Fallbeispiel im Hinblick auf die Haushaltsführung Bedürfnisse und Ressourcen von KlientIinnen und Klienten, sowie allgemeine Anforderungen (z.B. Hygiene, Sicherheit) einschätzen und entwickelt Vorschläge zur Verbesserung zum Wohle aller Beteiligten.
• Berät Menschen und leitet sie an, das Spannungsverhältnis zwischen Beschäftigung und Freizeit zu reflektieren.

Herausforderndes Verhalten

• Erkennt Verhalten, das vom Umfeld als problematisch wahrgenommen wird, als für den betreffenden Menschen subjektiv sinnvoll an und weiß, dass jedes Verhalten in der Lebensgeschichte eines Menschen eine Daseinsberechtigung hatte oder hat.
• Formuliert mithilfe von Theorien auf den konkreten Fall bezogene Hypothesen zur Entstehung von speziellen problematischen Verhaltensweisen.
• Versteht herausfordernde Verhaltensweisen als Phänomen eines Wechselwirkungsprozesses mit der Umwelt (vor allem den Reaktionen der Mitmenschen) und analysiert den konkreten Fall (Funktions-, Bedingungsanalyse).
• Erarbeitet aus dem Wissen über die Bedeutung und Entstehung von als problematisch erlebten Verhaltensweisen Strategien, die nicht primär auf das Verschwinden des Verhaltens ausgerichtet sind, sondern auch folgende Fragen berücksichtigen: Wie kann die Umwelt und die Reaktionen der Mitmenschen verändert werden, um mit den Verhaltensweisen zurechtzukommen? Welche Angebote an die Person können die Herausbildung alternativer Verhaltensweisen fördern?
• Vermittelt psychiatrische und therapeutische Hilfsangebote und arbeitet mit entsprechenden Fachleuten zusammen.
• Kennt Methoden der Deeskalation, beherrscht grundlegende Schutz- und Sicherungstechniken und kann sie im Anlassfall anwenden.

Sterbe- und Trauerbegleitung

• Beschreibt unterschiedliche Phasen im Prozess des Sterbens und des Trauerns.
• Reflektiert die eigenen Erfahrungen mit Leid, Verlust und Tod und kennt Möglichkeiten der Verarbeitung.
• Erklärt, in welcher speziellen Situation Angehörige von schwerkranken und sterbenden Menschen sich befinden und unterstützt sie im Umgang mit ihren Angehörigen.
• Kennt Trauer- und Bestattungsrituale unterschiedlicher Kulturen und Religionen und kann entsprechende Schritte einleiten.
• Entwickelt Hilfsangebote zur Unterstützung bei der Bewältigung von Verlust- und Trauererfahrungen und erklärt es anhand eines Fallbeispieles.
• Erklärt, welche Vorstellungen Kinder über Sterben und Tod haben, und kann Möglichkeiten vorschlagen, die ihnen für die Verarbeitung zur Verfügung stehen oder ihnen helfen.
• Erklärt, was eine Patientenverfügung bzw. eine Vorsorgevollmacht ist und kennt die gesetzlichen Rahmenbedingungen.
• Beschreibt die Spannung zwischen Fremd- und Selbstbestimmung betreffend Sterbehilfe/Sterbebegleitung und kann diese diskutieren.

SOB-TF7 – Spezifische Bedarfslagen für die Sozialbetreuung

Spezifische Herausforderungen in Familien (F)

• Erkennt und beschreibt in Fallbeispielen die spezifischen Probleme und Bedarfslagen eines Familiensystems und leitet daraus Handlungsmöglichkeiten für das gesamte Familiensystem ab. z.B. bei Mehrlingsgeburten, physische oder psychische Erkrankungen von Familienmitgliedern, sozioökonomisch schwierige Situationen, Betreuung von Pflege- oder Adoptivkindern im Familiensystem, Verlusterfahrungen, Situation von alleinerziehenden Elternteilen, herausforderndes Verhalten von Kindern und Jugendlichen, Migrationshintergrund, physische und psychische Gewalterfahrungen…
• Wendet Methoden an, um Familien in einer spezifischen Bedarfslage zu unterstützen.
• Entwickelt anhand eines Fallbeispiels zu einer spezifischen Bedarfslage eines Familiensystems ein Betreuungskonzept auf unterschiedlichen Zielebenen und schlägt die Vernetzung mit geeigneten Systempartnern vor.

Spezifische Herausforderung bei Beeinträchtigung bzw. Behinderung

Autismus (BA, BB)

• Kennt mögliche Ursachen und Formen von Autismus-Spektrum-Störungen und weiß, dass es sich um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung handelt.
• Beschreibt, mit welchen Symptomen sich Autismus-Spektrum-Störungen in den Bereichen Kommunikation, Sozialverhalten, Denken und Lernen, Wahrnehmung und Verhaltensrepertoire in den ersten Lebensjahren manifestieren und lebenslang auswirken.
• Erklärt, inwiefern Hilfen zur räumlichen, zeitlichen und seriellen Struktur für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung Bedingung für eine entwicklungsfördernde Alltagsgestaltung sind.
• Fördert Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen in ihren sozialen und kommunikativen Fähigkeiten durch verschiedene Methoden und entwickelt ein Unterstützungskonzept.

Komplexe Behinderung

• Beschreibt das Phänomen „Komplexe Behinderung“ und zeigt an einem Fallbeispiel die dadurch entstehenden lebensbegleitenden Herausforderungen für den betroffenen Menschen und dessen Umfeld auf.
• Erläutert die Zusammenhänge von Wahrnehmung, Motorik, Kommunikation und Lernen in der menschlichen Entwicklung.
• Beschreibt mindestens drei Methoden, mithilfe derer Menschen mit komplexer Behinderung in ihrer Lebensqualität unterstützt werden können.
• Erarbeitet am Fallbeispiel Vorschläge, wie man Entscheidungskompetenz und gegebenenfalls Handlungskompetenz anbahnen kann.
• Beschreibt die Gestaltung von Alltagssituationen (z.B. Morgenrunde) für Menschen mit komplexer Behinderung.
• Kennt mehrere Methoden der Wahrnehmungsförderung und integriert sie in die Sozialbetreuung.
• Erklären, wie wichtig es ist, die Ressourcen von Menschen mit komplexen Behinderungen wahrzunehmen, zu erkennen und zu benennen.
• Nennt Beispiele guter Praxis, wie das Verstehen von Tagesstrukturen mittels verschiedener Sinneskanäle vermittelt werden kann.

Spezifische Herausforderungen im Alter

Allgemeine Veränderungen im Alter

• Kann die zunehmend eingeschränkte Alltagssituation alternder Menschen diskutieren.
• Weiß Bescheid darüber, dass altersbedingte Beeinträchtigungen eine massive Einschränkung der Lebensqualität bedeuten und nennt Hilfsmittel und Maßnahmen zur Verbesserung.
• Beschreibt psychosoziale Herausforderungen von alternden Menschen (wie Nicht-lassen- Können, Verhaftet-Sein, Verbittert-Sein) und entwickelt und begründet Vorschläge für geeignete Begleitung.
• Entwickelt Ideen, wie ein Mensch trotz Bettlägrigkeit am Leben der Gemeinschaft teilhaben kann.

Dementielle Entwicklungen

• Beschreibt die Grundlagen dementieller Entwicklungen im Hinblick auf Entstehung, Verlauf und Diagnose.
• Kennt den Unterschied von Demenz, Delir und Depression.
• Beschreibt die Entwicklungsstufen eines Kindes und stellt diese den Entwicklungsstufen der Demenz gegenüber.
• Untersucht am Fallbeispiel, welches individuelle Bedürfnis eines Menschen hinter seinem herausfordernden Verhalten steht, und zeigt Möglichkeiten auf, wie einem solchen Bedürfnis altersgerecht entsprochen werden kann.
• Kennt medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieformen bzw. Maßnahmen und stellt diese kritisch gegenüber.
• Kennt nicht-medikamentöse Methoden und analysiert deren Umsetzung in Praxissituationen.
• Schlägt Validation und ähnliche Methoden als Kommunikationsangebote für Menschen mit Demenz in verschiedenen Phasen vor.
• Gestalltet Alltagssituationen (z.B. Interaktionen, Essenssituationen) für die Klienten* demenzfreundlich.
• Weiß, dass Demenz in einer Familie Auswirkung auf mehrere Personen hat und beschreibt die hohen Belastungen auf das soziale Umfeld.
• Kann zu mehreren herausfordernden Verhaltensweisen bei Demenz Bewältigungskonzepte nennen.
• Erarbeitet anhand von Aussagen und Handlungen eines Menschen mit Demenz Vorschläge, wie dem validierend (wertschätzend, ohne Widerstand) begegnet werden kann.

Psychopathologische Veränderungen

• Erkennt Ursachen, Symptome und Folgewirkungen häufig vorkommender psychopathologischer Veränderungen (wie Sucht, Depression, Traumata) und kann Anzeichen für deren Vorhandensein im Fallbeispiel identifizieren.
• Identifiziert und benennt konkrete Auswirkungen von psychopathologischen Veränderungen auf die unmittelbaren Lebensprozesse der Menschen in ihrem sozialen Bezugssystem.
• Weiß, welche therapeutischen und sozialen Angebote es für die Person bzw. ihr Umfeld gibt, und kann diese organisieren.
• Bietet unterschiedliche Formen von Gesprächen (z.B. Beratung, Information, helfendes Gespräch) zur Unterstützung der betroffenen Menschen sowie deren Umfeld an.

Angrenzender Bereich: Sozialpädagogische Arbeit

• Schlägt passende außerfamiliäre Wohn-, Unterstützungs- und Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche vor.
• Erklärt, welche spezifischen Bedürfnisse Kinder und Jugendliche haben, die in herausfordernden Familiensituationen [vgl. Abschnitt 7.1.1] gelebt haben oder leben, und erkennt im Fallbeispiel solche Bedürfnisse.
• Kennt Möglichkeiten der sozialpädagogischen Beziehungsgestaltung, wählt für Kinder und Jugendliche förderliche Formen der Begleitung aus und bietet sie an.
• Beschreibt das Handlungsfeld Sozialpädagogik und die Berührungspunkte und Überschneidungen zum Feld der Sozialbetreuung.

Angrenzender Bereich: Sozialpsychiatrische Arbeit

• Benennt soziokulturelle Ursachen und soziale Folgen wichtiger psychischer Störungen.
• Kennt sozialpsychiatrische Einrichtungen, die eine gemeindenahe Therapie, Rehabilitation und soziale Integration bei psychischen Störungen ermöglichen.
• Erklärt die Prinzipien und die Bedeutung von Angehörigenarbeit in einem multidisziplinären Team in der sozialpsychiatrischen Arbeit.
• Beschreibt das Handlungsfeld Sozialpsychiatrie und die Berührungspunkte und Überschneidungen zum Feld der Sozialbetreuung.

SOB-TF8: Konzepte und Methoden der Sozialbetreuung

Beraten von Klientinnen und Klienten

• Erklärt die Unterschiede zwischen Information, Beratung, Schulung und Anleitung und diskutiert die unterschiedlichen Ansätze.
• Nennt Beispiele für geäußerten und für nicht geäußerten Beratungsbedarf und beschreibt Beratungsanlässe.
• Analysiert und strukturiert die komplexen Vorgänge einer Anleitung.
• Grenzt Beratung/Anleitung in der Sozialbetreuung von professionellen Formen der Beratung (z.B. an Beratungsstellen), Coaching, Supervision und Therapie ab.

Anleiten von Klientinnen und Klienten

• Entwickelt ein Konzept zur Anleitung. Integriert dabei die Prinzipien der kleinen Schritte und der Anschaulichkeit.
• Führt Beratung und Anleitung in Belangen des Alltags durch.

Anleiten von Angehörigen

• Berät Angehörige und leitet sie an.
• Kennt Unterstützungs- und Beratungsangebote auf regionaler und überregionaler Ebene und vermittelt diese im Einzelfall.

Ausbildungs- und berufsbezogenes Anleiten

• Beschreibt, in welch vielfältigen Rollen sich Anleiter* befinden.
• Kennt die organisatorischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen und zeigt mehrere Prinzipien guter Anleitung im beruflichen Kontext auf.
• Leitet Auszubildende berufsbezogen an.
• Berät Ehrenamtliche und leitet sie in ihrer Tätigkeit an.
• Beurteilung von Handeln und Verhalten von Auszubildenden nach fachlichen Kriterien.
• Gibt ausbildungs- und berufsbezogenes Feedback.

Erheben von Bedarfslage und Entwicklungsstand

• Schätzt mithilfe eines Leitfadens, Erhebungsinstrumentes oder eines anderen Beobachtungstools den Entwicklungsstand eines Menschen in unterschiedlichen Entwicklungsbereichen (z.B. motorisch, kognitiv, sozial, psychosexuell…).
• Befragt unter Anwendung eines Leifadens oder einer Checkliste einen Menschen und erhebt, worin für diesen Menschen Lebensqualität besteht und welche individuellen Wünsche, Bedürfnisse und welchen Hilfebedarf dieser Mensch hat.

Personzentriertes Arbeiten, Zukunftsplanung, Case- und Care-Management

• Erklärt, welche Entwicklungen und Anliegen hinter dem Begriff „Personzentriertes Arbeiten“ stehen und erklärt Formen wie „Persönliche Zukunftsplanung“ oder „Individuelle Zielplanung“.
• Setzt im Umfeld der Zukunftsplanung entwickelte Hilfsmittel (z.B. Circle of Friends, Dream- Cards) ein mit dem Ziel, Zukunftsvorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse eines Menschen zu erheben.
• Erarbeitet mit einem Menschen, worin für ihn Lebensqualität besteht, und leitet daraus Zielsetzungen ab, welche Veränderungen im Betreuungsangebot diese erhöhen können.
• Initiiert für einen Menschen einen Unterstützerkreis und organisiert und moderiert ein Ziel-Planungs-Treffen (Unterstützertreffen, Zukunftskonferenz…).
• Analysiert ein konkretes, in der Praxis angewendetes Verfahren dahingehend, ob es sich um eine traditionelle Form der Hilfeplanung oder um eine Fom der Persönlichen Zukunftsplanung handelt.
• Wendet die Handlungsansätze von Case- und Caremanagement an einem Fallbeispiel an.

Abbauen von Barrieren

• Beschreibt den Begriff Barrierefreiheit und nennt Beispiele sowohl für einstellungsbedingte als auch für umweltbedingte Barrieren.
• Hat ein Bewusstsein über einstellungsbedingte Barrieren („Barrieren im Kopf“) und kann dies an Beispielen erläutern.
• Erkennt umweltbedingte Barrieren erkennen und analysiert die Auswirkung in der konkreten Umwelt von Klientinnen*.
• Kennt das Konzept „Universelles Design“ (Art. 2 der UN-Behindertenrechtskonvention) und kann positive wie negative Beispiele nennen.
• Erklärt die Bedeutung barrierefreier Information und Kommunikation und entwickelt am Fallbeispiel entsprechende Vorschläge.

Pflegen

• Führt pflegerische Maßnahmen dem gesetzlich definierten Tätigkeitsbereich entsprechend (GuKG §83) durch.
• Arbeitet bei therapeutischen und diagnostischen Verrichtungen im Rahmen des gesetzlich definierten Tätigkeitsbereiches mit.
• Führt im Notfall lebensrettende Sofortmaßnahmen gemäß des gesetzlich definierten Tätigkeitsbereiches durch und veranlasst die Verständigung eines Arztes.
• Stellt unterschiedliche theoretische Ansätze (Paradigmen, Konzepte etc.) von Pflege und Sozialbetreuung einander gegenüber und diskutiert diese kritisch.
• Identifiziert den Bedarf an pflegerischen Maßnahmen und veranlasst die Verständigung eines Pflegedienstes.
• Integriert die Durchführung pflegerischer Maßnahmen in das pädagogisch-orientierte Handeln der Sozialbetreuung und gestaltet Pflegesituationen so, dass diese den sozialen Bedürfnissen und Lebenssituationen der Menschen entsprechen.
• Identifiziert verschiedene Bedürfnisse eines Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven, initiiert entsprechende Maßnahmen bzw. schlägt Maßnahmen dem multiprofessionellen Team vor.
• (Mit-)gestaltet und evaluiert die Planung der Betreuung und Begleitung bedarfsgerecht.
• Verknüpft die unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen von Pflege und Sozialbetreuung in Österreich und wendet diese fallbezogen an.

Förderung von Kommunikation

Basale Kommunikation

• Erkennt den Körper als Kommunikationsmedium und greift körperliche Ausdrucksweisen auf, spiegelt und variiert, um die körpereigenen Kommunikationsformen des Klienten* anzuregen.
• Schätzt die kommunikativen Möglichkeiten der Klientinnen* ein und fördert den Aufbau eines gemeinsamen Verständigungssystems.

Unterstützte Kommunikation

• Erklärt, inwieweit Unterstützte Kommunikation in sozialer Wechselseitigkeit geschieht und soziale Beziehungen ermöglicht.
• Kennt die vier grundlegenden Formen der Unterstützen Kommunikation (körpereigene, elektronische, nicht-elektronische und gestützte Kommunkationsformen) und kann für jede Form Beispiele auflisten.
• Erkennt den Bedarf von Klienten± an Unterstützer Kommunikation und Hilfsmittel, Techniken und Strategien und plant diese individuell, um die Lautsprache zu ergänzen oder zu ersetzen und so die kommunikativen Möglichkeiten zu erweitern.
• Leitet das Umfeld eines Menschen an der Mitwirkung eines erarbeiteten UK-Konzeptes an, damit dieses im Sinne eines breiteren Kommunikationsgewinns verbindlich und einheitlich angewendet wird.

Barrierefreie Kommunikation, einfache Sprache

• Erläutert den umfassenden Kommunikationsbegriff gemäß Art. 2 der UN- Behindertenrechtskonvention und leitet daraus Folgerungen für barrierefreie Kommunikation ab.
• Ordnet das Sprachvermögen eines Menschen dem entsprechenden Entwicklungsstand zu und passt die eigene Ausdrucksweise an seine Bedürfnisse an.
• Kennt die Kriterien für leicht verständliche Sprache und verfasst schriftliche Informationen gemäß dem Konzept der leichten Lesbarkeit.

Spezielle Methoden

Biografiearbeit

• Versteht die Ziele und Prinzipien der Biografiearbeit und beschreibt, welche Methoden für welche Personen und Themen geeignet sind.
• Entwickelt für einen einzelnen Menschen bzw. für eine kleine Gruppe eine Methode der Biografiearbeit und kann sowohl begleitende als auch retrospektive Biografiearbeit durchführen.

TEACCH-Ansatz

• Erklärt grundlegende Prinzipien und Vorgehensweisen des TEACCH-Ansatzes.
• Entwickelt für die Gestaltung des Alltags individuelle Hilfen zur räumlichen, zeitlichen und seriellen Struktur für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung entsprechend dem TEACCH-Ansatz und erstellt Vorschläge zur Implementierung.
• Stellt ausgehend vom TEACCH-Ansatz Verknüpfungen zu weiteren Förderkonzepten (z.B. Soziales Kompetenztraining, Unterstützte Kommunikation) her.

Spiel- und Erlebnispädagogik

• Kennt unterschiedliche Methoden der Spiel- und Erlebnispädagogik, weiß über deren Einsatzmöglichkeiten und deren Wirkungsweise Bescheid und erklärt sie.
• Leitet Spiele und Übungen im Einzelsetting und in Gruppensituationen an.
• Schafft eine der Zielgruppe entsprechende Struktur und einen geeigneten Rahmen für die jeweiligen spiel- und erlebnispädagogischen Übungen.
• Wählt anhand eines Fallbeispieles mit einer Gruppe spiel- und erlebnispädagogische Aktivitäten aus oder entwickelt welche für spezifische Ziele (z.B. Gruppenstärkung, Stärkung des Selbstvertrauens, Abbau von Vorurteilen, Angst und Aggression etc.).

Basale Stimulation

• Beschreibt die Grundlagen der menschlichen Wahrnehmung und die Bedeutung von Wahrnehmung als Voraussetzung für Kommunikation und Interaktion.
• Fördert die Wahrnehmung auf den einzelnen Sinnesebenen durch gezielte Angebote (mindestens drei je Sinnesebene).
• Kennt den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Entwicklung und erarbeitet gezielte Förderangebote für den emotionalen und kognitiven Entwicklungsprozess gemäß dem Konzept der Basalen Stimulation.

Kinästhetik

• Passt die Unterstützung gemäß den Grundlagen der Kinästhetik an die Bedürfnisse eines Menschen an und gestaltet die Interaktionen lern- und gesundheitsfördernd.
• Wendet die Grundlagen der Kinästhetik an, um den eigenen Körper zu schützen und die Gesundheit zu bewahren.
• Gestaltet die Bewegungsunterstützung so, dass die betroffene Person die Kontrolle über das Geschehen so weit wie möglich erlangt oder bewahrt.
• Gestaltet die Umgebung so, dass sie sich förderlich auf die Bewegung auswirkt.
• Leitet Menschen in ihrer Bewegung so an, dass sie aktiv an Bewegungsabläufen teilnehmen können.

Systemisches Arbeiten

• Erklärt die Handlungsansätze des systemischen Arbeitens (z.B. zirkuläre Fragen, Genogramm, Netzwerkkarten, Reframing) und wendet sie in Übungssituationen an.

Krisenintervention

• Kennt Grundprinzipien und Methoden der Krisenintervention (wie aktives Zuhören, Containing, aktives und strukturiertes Vorgehen, Sicherheit bieten) und wendet sie in einem Fallbeispiel an.

Dokumentieren, Berichten und Evaluieren

• Beschreibt unterschiedliche Dokumentationsformen.
• Wendet rechtliche Grundlagen bezüglich der Dokumentation in der Sozialbetreuung an.
• Verfasst fachliche Personenbeschreibungen und Berichte.
• Dokumentiert Alltags- und Krisensituationen.
• Beschreibt Evaluationsinstrumente und deren Anwendung.

Quellen:
Caritas, Bundesministerium für Bildung, Bildungsstandard Sozialbetreuung SOB, caritas-bigs.at
Organisationsstatut und Lehrplan der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Österreich (PDF), Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, bmb.gv.at
Inhalte der einzelnen Unterrichtsgegenstände in der Ausbildung bis zur Diplom-Sozialbetreuung, Bundesministerium für Bildung, api.abc.berufsbildendeschulen.at


Beitragsbild: @pixabay.com