Aufbereiteter Lehrinhalt, Unterrichtsfach: Grundzüge und Prinzipien der Akut- und Langzeitpflege inklusive Pflegetechnik (GKPF)
01.02.2026
Sowohl die Pflegeassistenz als auch die Sozialbetreuung haben mit Menschen mit Beeinträchtigungen zu tun. Beide Berufsbilder müssen auf Sinnesbeeinträchtigungen wie etwa Hör- und Sehschwächen eingehen und in der Lage sein, geeignete Maßnahmen zu setzen, damit ein verständnisvoller Austausch möglich bleibt. Ziel ist es, die soziale Teilhabe zu fördern und Isolation sowie Missverständnisse zu vermeiden.
Interventionen bei einem P/B mit Hörbehinderung/Hörbeeinträchtigung komm35d
• laut und deutlich sprechen
• Blickkontakt suchen, um das Ablesen der Lippen zu ermöglichen
• Möglichkeiten der Körpersprache nutzen (Mimik, Gestik)
• Geduld signalisieren
• in kurzen Sätzen und Hochdeutsch sprechen
• Rückfragen stellen, um sich zu vergewissern, dass der P/B das Gespräch verstanden hat
• im Bedarfsfall auf andere Kommunikationswege zurückgreifen, z.B. schreiben
• Hilfsmittel in Reichweite legen und P/B beim Gebrauch unterstützen, z.B. beim korrekten Einsetzen des Hörgerätes
• P/B ermuntern, ein Hörgerät zu benutzen, ggf. Kontakte herstellen
Für die Fachsozialbetreuung spielt bei der Intervention mit Menschen mit Hörbehinderung die Unterstützte Kommunikation eine wichtige Rolle.
Tracheostoma: Allgemeine Kommunikationsregeln bei der Interaktion mit Tracheostomapatienten
• geduldig zuhören
• aussprechen lassen
• zum Sprechen ermuntern, einfordern
• Selbstbewusstsein stärken
• Mimik und Gestik nutzen
• ggf. auf korrekten Sitz der Zahnprothese achten
• Kontakt zu gleichaltrigen Betroffenen fördern (Selbsthilfegruppen)
• bei stark ausgeprägter Sprachstörung geschlossene Fragen stellen, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind
• logopädische und ggf. psychotherapeutische Behandlung vorschlagen
• kurze, einfache Sätze
• Methoden und Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation vorschlagen (Ösophagus-Ersatzsprache, Elektronische Spechhilfen, Stimmprothesen)
Pflegerische Maßnahmen aus dem Bereich der Basalen Stimulation
Basale Kommunikation: Entwicklung des Sonderpädagogen und heilpädagogischer Psychologen Andreas D. Fröhlich
Weiterentwicklungen im Bereich Sozialbetreuung: Basale Kommunikation
Weiterentwicklungen im Bereich Pflege:
- beruhigende oder belebende Waschung
- ASE
- Initialberührung
- Körperwahrnehmung fördern durch das Setzen von Wahrnehmungsimpulsen (z.B. Kontrakturprophylaxe)
🪢 🧩💡Erinnerungsknoten: Was sind die vier Elemente der Pneumonieprophylaxe?💡🧩 🪢
🎬 Video: Nestpositionierung, youtube, KUBIVENT GmbH 🎬
🎬 Video: Basale Stimulation, Kanal Altenpflege 🎬
Neben der Basalen Stimulation besitzen Fachsozialbetreuerinnen auch die Kompetenz, Basale Kommunikation auszuführen.
Interventionen für der Kommunikation mit einem P/B mit Sehbehinderung/Sehbeeinträchtigung
- keine nonverbalen Kommunikationsmuster
- P/B mit Namen ansprechen
- niemals anfassen ohne Information
- Struktur und Orientierung geben, z.B. wenn etwas verstellt wird
- bei Betreten und Verlassen des Zimmers informieren
- am Weg zu Untersuchungen Begleitung anbieten
- Hilfestellung beim Essen anbieten, dabei Selbstständigkeit nicht einschränken
- Anordnung der Speisen beschreiben
- „Anschleichen“ vermeiden
Interventionen für der Kommunikation mit einem P/B mit leichter Hörbeeinträchtigung
- laut und deutlich sprechen
- Blickkontakt suchen, um das Ablesen der Lippen zu ermöglichen
- Möglichkeiten der Körpersprache nutzen (Mimik, Gestik)
- Geduld signalisieren
- in kurzen Sätzen und Hochdeutsch sprechen
- Rückfragen stellen, um sich zu vergewissern, dass der P/B das Gespräch verstanden hat
- im Bedarfsfall auf andere Kommunikationswege zurückgreifen, z.B. schreiben
- Hilfsmittel in Reichweite legen und P/B beim Gebrauch unterstützen, z.B. beim korrekten Einsetzen des Hörgerätes
- P/B ermuntern, ein Hörgerät zu benutzen, ggf. Kontakte herstellen
Beitragsbild: pixabay.com