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Pathologie: Mammakarzinom

Aufbereiteter Lehrinhalt, Fach Pathologie


21.05.2026

Definition

maligner Tumor der Brustdrüse. Es entsteht durch eine unkontrollierte Vermehrung entarteter Zellen im Brustgewebe. Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung der Frau.

Der Tumor kann:

• in umliegendes Gewebe einwachsen
• über Blut- und Lymphbahnen streuen
• Metastasen bilden

Pathogenese, Pathophysiologie

Veränderungen im Erbgut → Zellen verlieren ihre normale Wachstumskontrolle → teilen sich unkontrolliert, sterben nicht rechtzeitig ab → bilden Tumorgewebe

Risikofaktoren

• höheres Alter
• hormonelle Faktoren
• genetische Belastung
• Übergewicht
• Alkohol
• Bewegungsmangel

Gutartiger Tumor

Fachwort: Benigner Tumor

Merkmale:
• wächst langsam
• verdrängt umliegendes Gewebe
• bildet keine Metastasen
• meist klar abgegrenzt

Bösartiger Tumor

Fachwort: Maligner Tumor

Merkmale:
• wächst schnell
• wächst invasiv: zerstört umliegendes Gewebe
• bildet Metastasen

Das Mammakarzinom ist ein maligner Tumor.

Invasives Wachstum

Der Tumor wächst in das umliegende gesunde Gewebe ein und zerstört es.

Metastasen

Metastasen sind TochtergeschwĂĽlste eines malignen Tumors.

Tumorzellen lösen sich vom ursprünglichen Tumor und verbreiten sich über die Lymphbahnen und/oder über die Blutbahn.

Häufige Metastasenorte:
• Knochen
• Lunge
• Leber
• Gehirn

FrĂĽhsymptome

• tastbarer Knoten
• Verhärtungen der Brust
• Veränderungen der Brustform
• Hautveränderungen
• Einziehung der Brustwarze
• Sekret aus der Brustwarze

Spätsymptome

• Schmerzen
• Gewichtsverlust
• Fatigue
• Schwellung der Lymphknoten

Die TNM-Klassifikation

Die TNM-Klassifikation beschreibt die Ausbreitung einer Krebserkrankung
T Tumorgröße
N Nodus = Lymphknotenbefall
M Metastasen

T: T1 = kleiner Tumor, T4 = groĂźer Tumor
N: N0 = keine Lymphknoten betroffen, N1–N3 = Lymphknotenbefall
M: M0 = keine Metastasen, M1 = Metastasen vorhanden

Selbstuntersuchung der Brust

Frauen sollten regelmäßig:
• die Brust abtasten
• auf Veränderungen achten
• Hautveränderungen beobachten

Diagnostik

Mammographie: Röntgenuntersuchung der Brust
Ultraschall: Darstellung des Brustgewebes
Bildgebung zum Nachweis von Metastasen:
MRT / CT: Erweiterte Bildgebung
Szintigrafie (z.B. Knochenszintigrafie)
Labor:
Biopsie: Gewebeentnahme zur Untersuchung
Tumormarker kann erhöht sein (wird verwendet zur Verlaufskontrolle, nicht geeignet als alleinige Diagnose)

Therapie

Operative Therapie

• brusterhaltende Operation
• Mastektomie (Brustentfernung)

Chemotherapie

Medikamentöse Zerstörung schnell wachsender Krebszellen (Zytostatika). Auch gesunde Zellen werden geschädigt.
Häufige Nebenwirkungen
• Nausea
• Emesis
• Haarausfall
• Müdigkeit
• Mukositis / Stomatitis / Gastritis
• Diarrhoe
• Infektanfälligkeit
• Blutbildveränderungen
• Gewichtsverlust

Strahlentherapie

wird eingesetzt, um Tumorzellen gezielt zu zerstören. Dabei können jedoch auch gesunde Zellen geschädigt werden. Folgen sind mögliche Verbrennungsähnliche Hautveränderungen des bestrahlten Bereichs.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Hautveränderungen
    • trockene Haut
    • Juckreiz
    • Rötungen, Hautreizungen
    • Verbrennungsähnliche Veränderungen der Haut, besonders häufig im bestrahlten Bereich der Brust
  • MĂĽdigkeit (Fatigue)
  • Schmerzen und Schwellungen im bestrahlten Bereich
  • Schleimhautreizungen (Schluckbeschwerden, Mundtrockenheit, EntzĂĽndungen der Schleimhaut)
  • Spätfolgen: Gewebeveränderungen wie Verhärtungen, Narbenbildung, eingeschränkte Beweglichkeit
  • Lymphödem: Nach Bestrahlung der Lymphbahnen kann es zu FlĂĽssigkeitsansammlungen kommen.
  • Organschäden: Lungenschäden, Herzschäden, besonders bei Bestrahlung im Brustbereich (selten)

Andere Therapien

Hormontherapie: bei hormonabhängigen Tumoren
Antikörpertherapie: gezielte Behandlung bestimmter Tumorarten
Palliative Therapie: Linderung von Beschwerden bei fortgeschrittener Erkrankung

Pflegerische MaĂźnahmen

• psychische Unterstützung / Kommunikation
• Beobachtung von Nebenwirkungen
• Schmerzbeobachtung
• Unterstützung bei Körperpflege / spezielle Mundpflege (Mukositis, Stomatitis)
• Infektionsprophylaxe
• Gesprächsbereitschaft fördern
• spezielle Mundpflege (Mukositis, Stomatitis)
• Hautbeobachtung
• Pflege bei Diarrhö

Die Diagnose Mammakarzinom bedeutet für viele Betroffene eine große psychische Belastung. Empathie, Aufklärung und Unterstützung sind daher besonders wichtig.

BegriffBedeutung
benigner Tumorgutartiger Tumor
maligner Tumorbösartiger Tumor
MastektomieBrustentfernung
MetastasenTochtergeschwĂĽlste eines malignen Tumors

Bild: ©pixabay, @Abdullah195