Unterrichtsfächer: Grundzßge und Prinzipien der Akut- und Langzeitpflege inklusive Pflegetechnik (GKPF)
Die Beobachtung der Atmung bei Menschen mit Atemwegserkrankungen beinhaltet nicht nur die Erfassung von Atemfrequenz, -tiefe und -geräuschen, sondern auch die sorgfältige Beurteilung des Sputums, also des abgehusteten Sekrets, sowie ein gezieltes Sekretmanagement. Auf dieser Seite lernen PflegeassistentInnen, wie sie Sputum richtig einschätzen.
29.03.2025
Das solltest die Pflegeassistenz Ăźber Sputum wissen
⤠Die Beobachtungskriterien des Sputums nennen
⤠Den Umgang mit Sputum kennen
⤠Die drei Aspekte des Sekretmanagements kennen und erklären kÜnnen
Sputum Definition
Definition: Komm25c
Ausgehustetes Bronchialsekret. In der Regel ist Sputum immer pathologisch.
Sputum Beobachtungskriterien
⢠Menge Komm26c
⢠Farbe / Beimengung
⢠Konstistenz
⢠Geruch
| Beobachtungskriterium | Physiologisch | Pathologisch |
|---|---|---|
| Menge | gering, unbemerkt | gesteigert bei: ⢠akute / chronische Bronchitis ⢠Lungenabszess ⢠Bronchiektasen ⢠LungenĂśdem (schaumiges, ggf. rosafarbenes Sputum) ⢠Tuberkulose GrĂśĂte Menge wird am Morgen abgehustet. |
| Farbe/ Beimengung | ⢠Glasig-hell ⢠Grau-schwarz (Einatmen von RuĂ) ⢠WeiĂ (Einatmen von Mehl) | ⢠gelblich-grĂźnlich: eitrige EntzĂźndung ⢠bräunlich: Blutbeimengungen / Nekrosen ⢠rot/rosafarben: frisch blutiges Sputum (TBC, Lungenembolie) |
| Konsistenz | div. | ⢠schaumig ⢠serÜs/dßnnflßssig ⢠schleimig ⢠Fäden ziehend ⢠klumpig ⢠plättchenfÜrmig/mßnzfÜrmig |
| Geruch | kein Geruch | ⢠faulig bei Lungenabszess ⢠nach Eiter bei bakteriellen Infekten ⢠urinartig bei Urämie ⢠leberartig bei Leberversagen ⢠nach Ammoniak bei Niereninsuffizienz |
Umgang mit Sputum
Hygienisches Verhalten ist obligatorisch, da Sputum potenziell ansteckend ist. Komm27c
Hygieneregeln im Umgang mit Sputum:
⢠Handschuhe tragen
⢠Nicht anhusten lassen, ggf. Mundschutz tragen (bei Tuberkuloseverdacht ist eine FFP2- oder FFP3-Maske Pflicht)
⢠kontaminierte Stellen desinfizieren
⢠Papiertßcher des Patienten in einen eigenen Abwurfbeutel entsorgen lassen
⢠Sputumbecher mit Deckel verwenden
Sekretmanagement
𪢠đ§ŠđĄErinnerungsknoten: Sekretmanagement ist ein Element der Pneumonieprophylaxe.đĄđ§Š đŞ˘
Bei Tuberkulose muss das Sekretmanagement unter strengen SchutzmaĂnahmen erfolgen, um eine aerogene Ăbertragung zu verhindern.
Husten
Husten Fachbegriff:
Tussis
Husten Definition:
Husten ist ein Schutzreflex, der dafĂźr sorgt, die Atemwege von FremdkĂśrpern zu befreien. Er kann willkĂźrlich oder reflektorisch ausgelĂśst werden. Heftiges Aufsprengen der Stimmritze (Glottis). Ist das Leitsymptom von Atemwegserkrankungen.
Husten zählt zu den am meisten vorgebrachten Beschwerden von Patienten in der Arztpraxis. Länger als 8 Wochen anhaltender Husten gilt als chronischer Husten.
Arten von Husten
Unproduktiver, trockener (Reiz-)husten:
Husten ohne Auswurf. z.B. Atemwegsreizung durch Staub oder Rauch, Keuchhusten
Produktiver (ergiebiger oder feuchter) Husten:
Sputum wird abgehustet. z.B. chronische Bronchitis, Lungenabszess
Akuter Husten:
typisches Symptom bei Atemwegsinfektion, häufig in Begleitung von Fieber. z.B. grippaler Infekt, akute Bronchitis
Chronischer Husten:
Husten, der mehr als 8 Wochen anhält, meist Zeichen einer chronischen Atemwegserkrankung. Chronischer Husten (trocken oder produktiv) kann auch ein Zeichen einer TBC sein.
Stakkatoartiger Husten (kurz, stoĂend, schnell):
nach tiefer, ziehender Einatmung folgen kurze, schnelle HustenstĂśĂe
Bellender Husten:
typisches Symtpom bei EntzĂźndungen der Trachea, Pseudokrupp und Diphterie
VIEL GLĂCK BEI DER PRĂFUNG! đ
Bild: pixabay